TÜV-Mängel am BER

Flughafenchef über unsichere Plastikdübel: „medial aufgebauscht“

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup.

Potsdam. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat Berichte zurückgewiesen, wonach die Eröffnung des Flughafens durch falsch verbaute Dübel ohne Brandschutzgenehmigung scheitern könne.

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Interview mit Engelbert Lütke Daldrup zu den Dübeln

Es handele sich dabei nicht um handelsübliche Plastikdübel, sondern um Metalldübel, sagte der Flughafenchef. „Es geht im Kern um die Frage, inwieweit für diese Dübel die entsprechenden Verwendbarkeitsnachweise für bestimmte Bauarten vorliegen, je nachdem, ob sie in einer Beton-, einer Poroton- oder Kalksandsteinwand stecken. Und dazu werden derzeit Nachweisverfahren durchgeführt“, sagte er. „Mit den Dübeln selbst gibt es aus technischer Sicht gar kein Problem.“

Hälfte der Mängel abgearbeitet

Zum Teil seien noch sogenannte vorhabenbezogene Bauartgenehmigungen für die Befestigungen nötig: „Derartige Zulassungsverfahren sind bei Großprojekten mit einer überdurchschnittlichen Komplexität in der Gebäudetechnik üblich und auch von uns mit dem Landesamt für Bauen und Verkehr in Cottbus schon oft durchgeführt“, sagte er. „Insgesamt ist das Dübelthema also eher eine mediale Aufregung, die der Sache nicht gerecht wird“, meinte Lütke Daldrup.

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Wichtiger Test im Sommer

Die Hälfte der vom TÜV Rheinland beanstandeten Mängeln etwa im Bereich der Verkabelung sei bereits abgearbeitet. „Wir fokussieren uns aktuell auf die Mängel, die für die Wirkprinzipprüfung entscheidend sind, mit der wir im Sommer beginnen werden“, sagte Lütke Daldrup.

Bei dieser Prüfung soll das technische Zusammenspiel der verschiedenen technischen Anlagen überprüft werden. Er zeigte sich zuversichtlich, dass diese für Juli angesetzten Tests erfolgreich verlaufen und die Inbetriebnahme des Airports im Oktober 2020 deswegen nicht gefährdet sei. Die einzelnen Komponenten und deren Schnittstellen zu anderen Anlagen seien durch den TÜV bereits mehrfach getestet worden. „Insofern erwarten wir da keine großen Überraschungen“, sagte der Flughafenchef.

Umbauten an den Trassen nötig

Der RBB hatte am Donnerstag davon berichtet, dass das Dübelproblem intern seit 2012 bekannt sei. Nun seien weitere Umbauarbeiten nötig. Kabeltrassen, die an Kalksandsteinwänden hängen, müssten mit einem neuen Trägersystem versehen werden. Es bestehe im Brandfall nämlich die Gefahr, dass das Gestein aufbricht.

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Lütke Daldrup sprach gegenüber der MAZ davon, dass an den Trassen zum Teil zusätzliche Halterungen angebracht werden müssten. Zum Teil müssten Kabel aber auch neu erfasst und dokumentiert werden. „Es ist eine mühselige, sehr kleinteilige Arbeit. Aber es muss gemacht werden.“

Von Torsten Gellner

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