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Gendersprache und das neue Abendprogramm: Was MAZ-Leser am RBB besonders stört

Auch bei den freien Mitarbeitern im Sender ist der Unmut groß über Vetternwirschaft und Verschwendung in der RBB-Chefetage. Auf mehreren Plakaten war zu lesen: „Geld zurück – ins Programm!“

Auch bei den freien Mitarbeitern im Sender ist der Unmut groß über Vetternwirschaft und Verschwendung in der RBB-Chefetage. Auf mehreren Plakaten war zu lesen: „Geld zurück – ins Programm!“

Potsdam. Was gefällt oder missfällt Ihnen am RBB-Programm ändern, was müsste sich aus Ihrer Sicht ändern? Das hatten wir die MAZ-Leser gefragt. Hier präsentieren wir Ausschnitte aus den Zuschriften, die nicht repräsentativ sind und die wir zum Teil sinnwahrend gekürzt haben.

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„Zu viele Wessis in der Führungsetage des Senders“

Ein MAZ-Leser fordert „journalistische Qualität“ ein und „kritisches Nach-und Hinterfragen bei den politisch Verantwortlichen“. Dies sei in den Hauptnachrichtensendungen sehr unterschiedlich ausgeprägt: „Bei ’Brandenburg Aktuell’ fast gar nicht (bis auf Moderator Marc Langerbeck), bei der “RBB24 Abendschau“ deutlich (sehr gut: Sarah Oswald, Eva-Maria Lemke, Volker Wieprecht!).“ Der gleiche Leser möchte, dass sich seine „Lebenserfahrung von 25 Jahren DDR auch angemessen im Programm widerspiegelt“, etwa in Form von Reportagen oder Defa-Spielfilmen. „Allerdings konnte man dies bis jetzt bei einem ostdeutschen Sender mit westdeutsch geprägter Führungsetage wohl nicht erwarten.“ Ebenfalls bemängelt der Leser, dass der „RBB-Sportplatz“ abgeschfft wurde, eine „für einen Hauptstadtsender angemessene TV-Sportberichterstattung“ sei nicht mehr existent.

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„Der RBB steht mit der deutschen Sprache auf Kriegsfuß“

Zu den Skandalen um Verschwendung und Vetternwirtschaft (beziehungswiese Cousinenwirtschaft, um es geschlechtersensibel zu formulieren), äußert sich ein anderer MAZ-Leser. „Ich erwarte lückenlose Aufklärung, aber geht die mit der jetzigen Besetzung? Ich glaube nicht. Es muss die gesamte obere und auch mittlere Führungsebene ausgetauscht werden. Sonst wird das nichts. Vielleicht sollte man den RBB auflösen und als Teil des MDR oder NDR führen. Hinzu kommt, dass der RBB mit der deutschen Sprache auf Kriegsfuß zu stehen scheint, „bloss nicht langweilen“ statt „bloß nicht langweilen“. Vom Gendern ganz abgesehen.“ Das Programm sei langweilig, abgesehen von „Abendschau“ und „Brandenburg aktuell“. Die Zuschrift endet mit dem Appell: „Es ist Zeit für dringende Veränderungen mit neuen Leuten. Der RBB sollte sich am MDR ein Beispiel nehmen.“

Für den Erhalt des RBB plädiert dagegen eine weitere Zuschrift: „Wir erwarten, dass ein Programm für Berlin und Brandenburg gemacht wird. Das geht nur mit eigenem Sender.“ Die „Abendschau“ ist für diese MAZ-Leser „die wichtigste Sendung“ im RBB. Dann folgt deutliche Kritik: „Das Vorabendprogramm wurde ohne Not verändert. Als ’Zibb’ eingestellt wurde, haben wir das neue Programm boykottiert. Die Übertragung von ’Brisant’ (ein Boulevard-Magazin, wie „Bunte“ mit Bewegtbildern, Anmerkung der Redaktion) haben wir als Ferien-Lückenfüller verstanden. Wer diese Sendung sehen möchte, kann das beim MDR tun. Private Sender gucken wir gar nicht, weil uns das Niveau der Programme nicht anspricht. Aufzeichnungen von Theateraufführungen würden mir gefallen, davon gibt es genug in Berlin.“

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„Nehmt euch ein Beispiel am Mitteldeutschen Rundfunk!“

„Der MDR hat es uns doch vorgemacht“, schreibt ein anderer MAZ und erwähnt die Historien-Rateshow „Sowieso damals war’s“ und Musiksendungen mit Wolfgang Lippert, dem Gottschalk des Ostens. „Einfach mehr Vielfalt ins Programm bringen. Man muss ja nicht das ganze Programm umstellen. Auch mehr Berichte über die einzelnen Regionen, zum Beispiel Uckermark, Prignitz oder Teltow- Flaming wären interessant. Der „Landschleicher“ ist ein Beispiel dafür. Man könnte ja auch mal Rehakliniken aus Brandenburg vorstellen. Oder mal eine Koch- oder Backsendung zeigen.

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„Wenn man den Vorabend ändert, kommen auch die Zuschauer zurück“

Auch ein ehedem „begeisterter Zuschauer des Vorabendprogramms“ meldet sich zu Wort. Er/sie schreibt: „Seit Anfang des Jahres hat sich das geändert. ’RBB um 6’ nur noch am Wochenende und die wirklich schöne Sendung ’Zibb’ wurde abgesetzt, warum? Also zu dieser Zeit kein RBB mehr. Ab 19:30 Uhr bin ich wieder bei ’Brandenburg Aktuell’ dabei. Das Programm nach 20 Uhr wird von mir wie in der Vergangenheit gesehen, je nach Interesse. Was ich erwarte: ’Zibb’ sollte wieder ins Vorabendprogramm und am Nachmittag gibt es bestimmt auch andere Sendungen als Arztserien oder Spielshows. Wenn man da was ändert, kommen auch Zuschauer wieder zurück.“

Eine weitere Zuschrift ist beinahe gleichlautend: „Meine Erwartungen an den RBB sind, dass dieses neue Vorabendprogramm wieder abgeschafft wird. Die Sendung ’Zibb’ war viel frischer und ansprechender, vor allem mit den bekannten Moderatoren. Leider sieht man so gut wie keinen mehr von ihnen. Das ist sehr schade.“ Die MAZ-Leserin kommt zu diesem Fazit: Der RBB war für mich wirklich mal ein Regionalsender, aber spätestens seit ’Zibb’ abgeschaft wurde, ’Brisant’ abends läuft und mit den vielen, vielen Wiederholungen, ist es nicht mehr mein Sender.

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Zum RBB-Fernsehprogramm schreibt ein weiterer MAZ-Leser, nach eigenen Angaben 72 Jahre alt. "Da bei dem Artikel von Lars Grote leider die Altersstruktur der Fernsehzuschauer in beiden Sendegebieten fehlte, vermute ich einfach mal, dass TV-Konsum in Bezug auf die dritten Programme eine Angelegenheit vor allem der reiferen Semester ist. Die Jüngeren, schätze ich, preferieren eher das Internet und diverse Streaming-Dienste. Die Generation 50+ ist hierzulande weitgehend ost-sozalisiert worden. Und so erwarten wir auch einen Einstreu unserer lebenslangen Sehgewohnheiten ins Programm. Nun dürfen Sie raten, wem das besser gelingt – dem MDR oder dem RBB? Ihre Zahlen zu den Einschaltquoten sagen es deutlich. Und meine persönlichen Sehgewohnheiten bestätigen das. Auf meiner TV-Fernbedienung liegen RBB (Taste 20) und MDR (Taste 19) nur einen winzigen Klick voneinander entfernt. Da fällt es mir leicht (oder wird mir von den Berlinern leicht gemacht) deutlich mehr zur Taste 19 zu zappen."

„Man sollte die Zwangsgebühr für die Öffentlich-Rechlichen abschaffen“

Über das Rundfunkangebot des RBB lässt sich ein anderer älterer MAZ-Leser aus (1950 eingeschult), und kritisiert vor allem „Antenne Brandenburg“ und die Moderatoren Hameister, Mickan und Hausmann. „Wenn ich den o.g. Sender höre, stehen mir manchmal die Haare zu Berge, wie hier mit dem deutschen Vokabular umgegangen wird. Ich lernte in der Schule dass es Kinder und keine “Kids“ gibt. Ich lernte dass man eine Jahreszahl „Neunzehnhundertfünfzig“ spricht und nicht wie heute fast täglich, auch im TV, „Zwanzigzweiundzwanzig“ statt „Zweitausendzweiundzwanzig“. Den Höhepunkt bildet aber die sogenannte Gendersprache. Hier wird unsere schöne deutsche Sprache verunstaltet. Und für das alles zahle ich im Monat fast 20 Euro. Und die nächste Gebührenerhöhung ist nicht mehr weit und das für dieses Programm! In Frankreich hat man gerade diese ’Zwangsgebühr’ abgeschafft und finanziert den öffentlichen Rundfunk aus den Steuereinnahmen.“

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Den Blick über den Berlin-Brandenburger Tellerrand empfiehlt ein anderer MAZ-Leser: „Vor allem MDR machts vor, viel Regionalität. Davon bietet der RBB nicht mehr viel. Seit es kein ’Zibb’ mehr gibt, wähle ich kaum noch Programmplatz 3 auf meiner Fernbedienung. Mein Mann hängt immer noch am NDR, er stammt aus Lübeck. Er schaut vor allem gern die Magazine des Nordens.“

Eine Wiederkehr von „zibb“ am alten Sendeplatz wünscht sich ein weiterer MAZ-Leser. Er/sie merkt an: „Die schrille Studiogestaltung und auch das Format der jetzigen Sendung schreckem ab. Da hilft nur wegschalten!“

Der RBB müsse sich vom Trash-Fernsehen auf RTL2 -Niveau („Der blaue Robur“) und selbstherrlichen Berichterstattern (genannt wird Volker Wieprecht) verabschieden, schreibt ein anderer MAZ-Leser. „Regionale Berichte und touristische Beschreibungen wären zielführend.“

„Abenschau-Moderatoren nach spätestens fünf Jahren austauschen“

Der RBB sollte auf Wiederholungen von Sendungen, die bereits im Ersten liefen, verzichten, lautet eine weitere Forderung. „Dafür mehr Sendungen aus dem Sendegebiet produzieren und mehr Diskussionen mit der Bevölkerung zu regionalen Problemen führen.“ Auch dieser Zuschauer regt an, „Zibb“ wieder ins Programm zu nehmen. Und die Moderatoren der Nachrichtensendungen „Abendschau“ und „Brandenburg aktuell“ sollten spätestens nach fünf Jahren wechseln.

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Einen umfangreichen Forderungskatalog an den RBB hat dieser MAZ-Leser formuliert: „Ich erwarte vor allem Eigenständigkeit und durchaus spezifisches ostdeutsches Bewusstsein. Investigative Reportagen, Vor-Ort-Formate ohne didaktische oder moralinsaure Belehrung. Redundante und peinliche Formate wie ’Brisant’ oder auch ’Studio 3’ unbedingt ersetzen. Ich kann verzichten auf Gesprächsführungen, die mit penetrant Harmonie suggerieren (Christian Matthée) oder geradezu infantil daherkommen (Andreas Jakob im ’Heimatjournal’). Verzichten Sie auf ’Einordnung’; die leistet der mündige, kluge Zuschauer oder Hörer nämlich selbst. Dass im Wesentlichen Ostdeutsche berlin-brandenburgischen Rundfunk machen sollten, versteht sich von selbst.“

Ein weltanschauliches Ungleichgewicht beklagen zwei MAZ-Leser. „Die AfD kommt sehr selten vor. Wenn doch, wird nur negativ berichtet. Man erkennt an den Berichten, dass ein Teil der Moderatoren AfD-Hasser sind. Das ist keine objektiver Journalismus.“

Die zweite Zuschrift zu diesem Thema fordert, „auch andere Meinungen gelten zu lassen. Nicht über 50 Prozent grüne und rote Belehrungen und Philosophien . Mehr konservative und liberale Meinungen. Auch die AfD wieder. Die kommen gar nicht mehr vor.“

Von MAZonline

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