„Entbehrt jeder Grundlage“: Tesla reagiert auf Gerüchte um Job-Abbau in Grünheide

Beschäftigte auf dem Weg in die Tesla-Gigafactory Grünheide.
Quelle: Ebrahim Noroozi
Potsdam. Tesla-Chef Elon Musk will angesichts der Flaute am Markt für Elektroautos und schwacher Verkäufe weltweit mehr als jede zehnte Stelle im Unternehmen streichen. Nach Spekulationen äußert sich nun erstmals eine Sprecherin der Gigafactory in Grünheide (Oder-Spree) zum möglichen Stellenabbau.
„Elon Musk hat in einer internen Email einen globalen Stellenabbau von 10 Prozent angekündigt“, teilte die Sprecherin auf Anfrage mit. „Diese Maßnahme prüfen wir und werden sie für die Gigafactory Berlin-Brandenburg vor dem Hintergrund aller arbeitsrechtlichen und mitbestimmungspflichtigen Erfordernisse unter Einbeziehung des Betriebsrates verfolgen“, heißt es weiter.
Doch Meldungen, wonach in Grünheide 3000 der derzeit rund 12.500 Arbeitsplätze wegfallen könnten, bestätigte die Sprecherin nicht. „Die von verschiedenen Medien genannte Anzahl von 3.000 betroffenen Stellen entbehrt dabei jeder Grundlage“, sagte sie. Wie heftig der Stellenabbau ausfallen wird, sagte sie nicht.
Tesla in Grünheide: Steinbach ist zuversichtlich
Auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) hatte sich zuversichtlich gezeigt, dass der Stellenabbau in Grünheide nicht so heftig ausfallen wird, wie befürchtet. „Der Einbruch beim Absatz von Elektroautos in Deutschland und Europa dürfte auch an einem Marktführer wie Tesla nicht spurlos vorübergehen.“ Er stehe mit dem Unternehmen im Kontakt. „Wenn es zu einem Stellenabbau bei Tesla in Grünheide kommen sollte, dürfte sich die Zahl der Stellen nach unseren Informationen nicht um 3000 bewegen, sondern signifikant niedriger ausfallen.“
Wie Tesla mitteilte, sei die „regelmäßige Performance-Bewertung unserer Organisationen und Mitarbeitenden“ ein „elementarer Bestandteil unserer Unternehmensprozesse“. Man sei davon überzeugt, „dass nur eine effiziente und schlanke Organisation für zukünftige Herausforderungen gut aufgestellt ist“. Mit anderen Worten: Änderungen an der Beschäftigtenzahl sind keineswegs ausgeschlossen.
Tesla: Brandenburg soll als Aktionär einsteigen
Die Linke im brandenburgischen Landtag schlägt die Prüfung einer staatlichen Beteiligung am Tesla-Autowerk in Grünheide vor. Linksfraktionschef Sebastian Walter will dem Land damit Einfluss auf Entscheidungen bei Tesla verschaffen. Vorbild soll die seit Jahrzehnten bestehende Beteiligung des Landes Niedersachsen an VW sein. Dort hat das Land angesichts eines seit 1960 bestehenden VW-Gesetzes mit einem Anteil von 20 Prozent an VW eine starke Stellung bei dem Autohersteller.
„Wir können uns nicht davon abhängig machen, ob Elon Musk gerade gute oder schlechte Laune hat“, sagte Walter. Die Linke wolle daher mit einem Vorschlag für eine staatliche Beteiligung an der Autofabrik in die Debatte gehen. Walter sprach bei einem Einsteig des Landes als Aktionär nach einer ersten Einschätzung von einer „hohen dreistelligen Millionensumme“. Die Landesregierung solle Einfluss nehmen im Interesse der Beschäftigten von Tesla, das „Kuscheln“ mit dem US-Unternehmen müsse ein Ende haben.
Tesla in Grünheide: Woidke soll in die USA fliegen
Dass dieser Vorschlag wenig Chancen auf Umsetzung hat, machte CDU-Fraktionschef Jan Redmann, klar. Er nannte Walters Idee einen absurden Vorschlag. Ein Einstieg des Landes würde nichts daran ändern, dass die E-Autobauer im Wettbewerb mit China unter Druck stünden.
An Vorschlägen, was gegen den Stellenabbau zu tun sei, mangelt es nicht. Brandenburgs FDP-Chef Zyon Braun forderte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) auf, alles daranzusetzen, die Arbeitsplätze zu retten. „Ministerpräsident Woidke muss den nächsten Flieger nach Los Angeles nehmen, um mit Elon Musk über die Rettung von Arbeitsplätzen in Brandenburg zu sprechen. Alle anderen Termine und Verpflichtungen müssen jetzt hintenan stehen“, sagte er.
MAZ











