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 Hitze in Brandenburg

Brandenburgs Hitzewellen: So haben sich die Temperaturen in Ihrer Region entwickelt

16.06.2022, Großbritannien, London: Ein Mann nimmt ein Sonnenbad bei heißem Wetter im Hyde Park. Für den 16.06.2022 werden in London Temperaturen von bis zu 28 Grad Celsius vorhergesagt, da die Hitzewelle anhält. Foto: David Cliff/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

16.06.2022, Großbritannien, London: Ein Mann nimmt ein Sonnenbad bei heißem Wetter im Hyde Park. Für den 16.06.2022 werden in London Temperaturen von bis zu 28 Grad Celsius vorhergesagt, da die Hitzewelle anhält. Foto: David Cliff/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Potsdam. Wenn es um das Wetter geht, ist Brandenburg für manchen Rekord gut. Der Juni war mit einer Durchschnittstemperatur von 18,4 Grad einer der wärmsten seit Messbeginn, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.

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Besonders heiß war es demnach im Osten: So kratzte die Thermometersäulen in Cottbus mehrfach an der 40-Grad-Marke. Am 19. Juni etwa wurden in der Lausitzstadt 39,2 Grad gemessen.

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Cottbus ist wortwörtlich ein heißes Pflaster. Mit durchschnittlich 15 Hitzetagen (1991 bis 2020), an denen mindestens 30 Grad gemessen werden, zählt Cottbus zu den wärmsten Flecken Deutschlands. In der Messperiode von 1961 bis 1990 waren es noch durchschnittlich neun Hitzetage gewesen. Das ist ein Anstieg um 67 Prozent. In allen 16 kreisfreien Städten und Landkreisen Brandenburgs ist die Anzahl der Hitzetage deutlich angestiegen – überwiegend hat sich ihre Zahl mehr als verdoppelt. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Kooperation von CORRECTIV.Lokal, ZEIT ONLINE und MAZ. Grundlagen sind unter anderem Daten des Deutschen Wetterdienstes.

Hitze in Brandenburg: Fast alle Kreise liegen über dem Bundesdurchschnitt

In Brandenburg/Havel, Potsdam sowie in den Kreisen Spree-Neiße, Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Teltow-Fläming wird die 30-Grad-Marke inzwischen im Schnitt jedes Jahr 14 mal gerissen. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 10 Hitzetagen im Jahr. Mit Ausnahme der Kreise Oberhavel (10 Tage) und Ostprignitz-Ruppin und Uckermark mit jeweils 9 Hitzetagen liegen alle Kreise und kreisfreien Städte Brandenburgs über dem Bundesschnitt. Den steilsten Anstieg von Hitzetagen verzeichnet den Daten zufolge die Prignitz. Dort haben sich die Hitzetage von 4 auf 10 mehr als verdoppelt.

Diese Recherche ist Teil einer Kooperation von ZEIT ONLINE, Märkische Allgemeine Zeitung und und CORRECTIV.Lokal. Das Netzwerk recherchiert zu verschiedenen Themen und berichtet unter correctiv.org/klima langfristig über die Klimakrise. Weitere Infos zu Hitze in Deutschland: zeit.de/hitzetote

Als Hitzetag gilt ein Tag, an dem die Höchsttemperatur 30 Grad erreicht oder überschreitet. Wenn die Tiefsttemperatur nicht unter 20 Grad sinkt, spricht man zusätzlich von einer Tropennacht.

Hitzewarnungenspricht der Deutsche Wetterdienst (DWD) aus, wenn die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag bei etwa 32 Grad Celsius oder darüber liegt. Von einer „extremen Wärmebelastung” spricht der DWD, wenn die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag 38 Grad Celsius übersteigt.

Krankenhauseinweisungen: Diese Zahlen basieren auf Daten der Krankenkasse AOK, die das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change ausgewertet hat. Es handelt sich hierbei allerdings nicht um absolute Zahlen aus den jeweiligen Landkreisen, sondern um statistische Hochrechnungen.

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Wie bereiten sich Städte wie Cottbus auf die steigenden Temperaturen vor? Prävention sei wichtig, heißt es auf Anfrage aus der Stadtverwaltung. „Jedoch kann die Stadt die Bürgerschaft dabei nicht aus einem gewissen Maß an Eigenverantwortung entlassen.“

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Es sei maßgeblich, wie sich die Menschen bei großer Hitze verhalten, wie sie lüften, wie viel sie trinken und Ähnliches. Wichtig seien rechtzeitige und verlässliche Informationen, so dass sich die Menschen entsprechend einstellen können. Einen lokalen Hitzeaktionsplan hat Cottbus nicht in Arbeit. Vielmehr setzt die Stadt auf den vom Land angekündigten Hitzenotfallplan, der im September vorliegen soll. Die Statistik belegt den Handlungsbedarf: 2021 starben in Brandenburg 111 Menschen an den Folgen von extremer Hitze. Das waren mehr als doppelt so viele wie im Durchschnitt von 1986 bis 2020.

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Mit den Temperaturen steigt auch die Zahl hitzebedingter Krankenhauseinweisungen. Die meisten dieser Fälle gab es nach Daten der AOK (Stand 2018) im niedersächsischen Kreis Lüchow-Dannenberg. 1670 Menschen im Alter von 65 Jahren und mehr mussten stationär behandelt werden. Auf Platz zwei folgt Cottbus – mit 1396 Hitzeopfern mit klinischem Behandlungsbedarf. Im Bundesschnitt sind es 488 Krankenhausfälle.

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In Deutschland haben sich Forscher und Mediziner zu dem Bündnis „Health for Future“ zusammengeschlossen, da sie Kliniken nicht auf die Probleme im Zusammenhang mit der Erderwärmung vorbereitet sehen. „Hitze ist eine tödliche Gefahr, die durch die eskalierende Klimakrise und die damit verbundene erhöhte Wahrscheinlichkeit extremer Hitzewellen immer weiter zunimmt“, erklärt Leonie Ostermann von dem Bündnis. Das Ausmaß der Bedrohung werde von der Politik nur unzureichend ernst genommen.

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