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Reportage aus dem Schlachthof

MAZ-Volontärin Judith von Plato gewinnt den Theodor-Wolff-Preis

MAZ-Volontärin Judith von Plato (links), der Preis wurde übergeben von Cordula von Wysocki, Chefredakteurin der „Kölnischen Rundschau“

MAZ-Volontärin Judith von Plato (links), der Preis wurde übergeben von Cordula von Wysocki, Chefredakteurin der „Kölnischen Rundschau“

Berlin. Die MAZ freut sich mit einer ausgezeichneten Kollegin: Unsere Volontärin Judith von Plato hat den renommierten Theodor-Wolff-Preis in der Kategorie „Bestes lokales Stück“ gewonnen. Die von Jörg Thadeusz moderierte Preisverleihung fand am Mittwochabend in Berlin statt.

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In ihrer preisgekrönten Reportage "Gustavs letzter Gang" vom 8. November 2021 beschreibt Judith von Plato, wie der 350-Kilo-Bulle aus Krielow (Potsdam-Mittelmark) auf dem Hof von Marco Hintze verladen und zum Schlachthof nach Görzke gefahren wird.

Jury beeindruckt von der genauen Beschreibung

„Diesen Bullen auf den Schlachthof zu begleiten, hat mich noch lange beschäftigt“, sagte die Autorin, nachdem sie in die engere Wahl für den Preis gekommen war. „Umso mehr freue ich mich, dass seine Geschichte die Jury überzeugen konnte.“ Die Jury zeigte sich beeindruckt von der genauen Beschreibung: Sie habe den Weg eines Ochsen zum Schlachter ohne jede Wehleidigkeit oder Idealisierung nachgezeichnet. Von Plato verriet auf der Bühne allerdings, dass sie im Nachgang der Recherche Vegetarierin geworden sei.

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Ebenfalls in der Kategorie Lokales nominiert waren Angela Boll für „Abschiednehmen in der Pandemie“ (Mannheimer Morgen) sowie Sigrid März für „Kidane und Herr Schweitzer“ (Rums, Münster).

MAZ-Volontärin Judith von Plato gewinnt Theodor-Wolff-Preis

MAZ-Volontärin Judith von Plato gewinnt Theodor-Wolff-Preis

Weiterhin ausgezeichnet wurden Johannes Böhme in der Kategorie Reportage für „Die andere Seite der Medaille“ im „Süddeutsche Zeitung Magazin“. Der Text erzählt von Soldaten, die für persönliche Tapferkeit im Afghanistan-Krieg geehrt wurden.

Für das beste lokale Digitalprojekt wurden Christine Badke, Veit Ellerbrock und Team für „Flutprotokolle“ ausgezeichnet („Kölner Stadt-Anzeiger“/„Kölnische Rundschau“). Es zeigt Videos von Menschen, die von der Flutkatastrophe im Juli 2021 betroffen waren.

In der Kategorie Meinung gewann Ingo Meyer, er wurde für seinen Beitrag „Das Märchen vom Gendersterntaler“ in der „Berliner Zeitung“ ausgezeichnet. Es sei ein hinreißender, mutiger Text gegen den Mainstream, hieß es laut Mitteilung von der Jury.

Schauspieler Ulrich Matthes las die Artikel der Preisträger vor.

Schauspieler Ulrich Matthes las die Artikel der Preisträger vor.

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Der Preis zum Thema des Jahres „Deutschland hat die Wahl – Wie Sieger zu Verlierern werden und umgekehrt“ ging an Caterina Lobenstein und Stephan Lebert. Die Jury wertete ihren Text „Der Letzte seiner Art“ in der Wochenzeitung „Die Zeit“ als beeindruckendes Porträt des CDU-Politikers Karl-Josef Laumann.

Sonderpreis für das Zentrum für Pressefreiheit in Lwiw

Ein Sonderpreis ging an das Zentrum für Pressefreiheit in der westukrainischen Stadt Lwiw. Die Organisation Reporter ohne Grenzen hatte es im März eröffnet, um im Krieg gefährdete Journalisten zu unterstützen. Die Stelle wird mit der ukrainischen Partnerorganisation, Institut für Masseninformation (IMI), getragen.

Bei der Preisverleihung sprach auch der Autor und ukrainische PEN-Präsident Andrej Kurkow. Er erinnerte in seiner Rede an die Reporter, die seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ums Leben gekommen sind. Noch immer bezahlten Journalisten viel zu oft mit ihrem Leben für die Wahrheit, sagte Kurkow.

Lesen Sie auch "Gustavs letzter Gang" – der Gewinnertext in voller Länge

„Journalisten tragen keine Waffen. Sie greifen den Feind nicht an. Aber sie versuchen trotzdem, vor Ort zu sein, um Zeugnis zu geben, um zu dokumentieren“, sagte Kurkow. Journalist in einem Krieg zu sein, werde immer gefährlicher. Die Aufschrift „Presse“ auf einem Helm oder einer schusssicheren Weste schütze den Journalisten nicht mehr, sondern mache ihn im Gegenteil zur Zielscheibe.

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Der renommierte Theodor-Wolff-Preis (TWP) ist der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – er wird seit seit 1962 jährlich in fünf Einzelpreisen (jeweils mit 6000 Euro dotiert) vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) verliehen. Die Nominierten erfahren erst am Tag der Preisverleihung, ob sie gewonnen haben oder nicht.

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Der Namensgeber des Preises war bis 1933 Chefredakteur des liberalen Berliner Tageblatts. Wegen seiner jüdischen Herkunft musste Wolff vor den Nazis ins französische Exil fliehen. Dort wurde er verhaftet und der Gestapo ausgeliefert – er starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin.

Von MAZonline

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