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Kulturerbe

Mehr Förderung für Plattdeutsch in Brandenburg

Doris Meinke von der Zentralstelle für Niederdeutsch unterrichtet Plattdeutsch in einer dritten Klasse einer Grundschule in Prenzlau.

Doris Meinke von der Zentralstelle für Niederdeutsch unterrichtet Plattdeutsch in einer dritten Klasse einer Grundschule in Prenzlau.

Potsdam. Brandenburgs Landesregierung will Plattdeutsch in den kommenden Jahren verstärkt fördern. Es gebe einen „besonderen Handlungsbedarf“ bei der ressortübergreifenden Umsetzung der für Niederdeutsch übernommenen Verpflichtungen nach der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen. Das teilte das Kulturministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der Linken-Landtagsfraktion mit. Platt gehöre zu den Sprachen in Brandenburg, sei jedoch als aktiv genutztes Kommunikationsmittel „äußerst gefährdet“.

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Förderung des Niederdeutsch nötig

Als Beispiele nannte das Ministerium Bereiche wie Bildung, Justiz, Verwaltung und öffentliche Dienstleistungen, Medien und Kultur, ohne Details zu nennen. Bei der Förderung des Niederdeutschen stehe Brandenburg noch am Anfang, sagte Ministeriumssprecher Stephan Breiding. „Ziel ist es, das, was in dieser Legislaturperiode begonnen wurde, fortzuführen und wenn möglich zu verbreiten.“ Dazu werde eine Arbeitsgruppe, die im Kulturministerium mit den brandenburgischen Platt-Sprechern sowie dem Verein für Niederdeutsch eingerichtet wurde, konkrete Themen besprechen. Als Beispiel nannte Breiding die Zusammenarbeit mit den Vertretern der Sorben und Wenden im Süden Brandenburgs.

Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt

Brandenburg hatte sich mit dem Beitritt Deutschlands zur Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen, 1999 verpflichtet, Niederdeutsch besonders zu fördern. Dieser Vertrag gilt auch für Dänisch, Friesisch, Sorbisch und Romanes. Anfang 2018 hatten das Brandenburger Kulturministerium, der Verein für Niederdeutsch in Brandenburg und der Bundesrat für Niederdeutsch eine Vereinbarung unterzeichnet, in der sich das Land unter anderem verpflichtet, Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt auszubauen.

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Anfänge sind schon gemacht

Zu den noch offenen Vorhaben gehört es auch, in einigen Ortschaften Brandenburgs zweisprachige Ortstafeln in Hoch- und Niederdeutsch aufzustellen. Ein Erlass dazu liegt bereits vor, ein Anhörungsverfahren soll folgen, erklärt das Ministerium. Nach Angaben des Vereins für Niederdeutsch gibt es auf dem Bahnhof in Prenzlau (Uckermarck) bereits ein zweisprachiges Schild. Das sei bislang einmalig in Deutschland. Auf den beiden Bahnsteigen stehe hinter der amtlichen Stadtbezeichnung „Prenzlau“ in Niederdeutsch „Prentzlow“.

Der Verein unterhält mehrere Mitgliedsgruppen im Norden Brandenburgs sowie in Jüterbog (Teltow-Fläming). Die dortige Gruppe widmet sich der Pflege von Fläming-Platt. Diese Sprache ist von Siedlern aus Flandern vor rund 800 Jahren nach Brandenburg gebracht worden. Laut Verein wird sie noch heute in einigen Fläming-Dörfern gesprochen.

Angebote müssen noch erweitert werden

Zweisprachige Ortschilder sind auch in Sewekow und Putlitz beabsichtigt, meint Vereinssprecherin Astrid Flügge. In insgesamt vier Grundschulen in Prenzlau und Templin gibt es bereits Unterrichtsangebote in niederdeutscher Sprache. „Ziel des Vereins ist es, diese Angebote auszuweiten.“

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Es fließt bereits viel Geld zur Förderung für Plattdeutsch

Bei einem Wettbewerb hätten Kinder aus Perleberg, Putlitz und Sewekow, aus dem Havelland und Schüler aus drei Prenzlauer Schulen mit Plattunterricht Mitte Juni auf der Landesgartenschau in Wittstock/Dosse Gedichte und Geschichten auf Platt vorgetragen. „Wie gelegentlich in der regionalen Presse sollte auch in überregionalen Medien Brandenburgs mehr über das Niederdeutsche berichtet werden“, so Flügge.

Das Kulturministerium fördert den Verein für Niederdeutsch in Brandenburg eigenen Angaben zufolge seit 2015 mit jährlichen Zuwendungen in Höhe von 50 000 Euro für eine Geschäftsstelle in Potsdam und für die Vernetzung der Mitgliedsgruppen des Vereins. Seit 2018 erhalte der Bundesrat für Niederdeutsch pro Jahr 5000 Euro. Mehrere tausend Euro flossen in einzelne Vorhaben, so etwa für die Teilnahme Brandenburger Schüler an einem Vorlesewettbewerb in Plattdeutsch in Sachsen-Anhalt.

Von RND/dpa

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