Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Nach verheerenden Waldbränden

Ministerium sieht keinen Bedarf an Löschflugzeugen

Ein Löschflugzeug beim Waldbrand nahe Lissabon. Brandenburgs Landesregierung hält die Technik für verzichtbar.

Ein Löschflugzeug beim Waldbrand nahe Lissabon. Brandenburgs Landesregierung hält die Technik für verzichtbar.

Potsdam. Die Landesregierung sieht trotz der verheerenden Waldbrände in diesem Sommer "derzeit keinen Bedarf zur Anschaffung von Löschflugzeugen". Das teilte das Innenministerium auf eine parlamentarische Anfrage des Landtagsabgeordneten Péter Vida (fraktionslos) mit.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Löschhubschrauber der Bundeswehr bei Bränden schnell im Einsatz

Laut Ministerium sind die Löschhubschrauber von Bundeswehr und Bundespolizei „bei dringender Erforderlichkeit immer kurzfristig zur Verfügung gestellt worden“. Verbesserungsbedarf sieht das Ministerium nicht.

Mehr zum Thema:
Werden nun Panzer angeschafft?

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Im Jahr 2018 haben nach jetzigem Stand rund 1350 Hektar Wald gebrannt. Die Brände bei Beelitz-Heilstätten und Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) waren besonders besorgniserregend, weil sie Siedlungen gefährlich nahe gekommen waren und der Rauch teils noch im Berliner Stadtgebiet Alarm auslöste.

Kameraden mussten Löschpanzer bei Brand einsetzen

Der Ruf nach einer fliegerischen Aufrüstung der Brandbekämpfer war seitens der Grünen und der CDU laut geworden, weil die Rettungskräfte wegen des munitionsverseuchten Bodens vielerorts nicht an die Brandstellen heran kamen. Sie mussten teilweise Löschpanzer einsetzen.

Andere europäische Länder setzen seit Jahrzehnten Löschflugzeuge ein, etwa Frankreich und Italien. Allerdings finden deren Einsätze oft in unwegsamem, bergigem Gelände statt.

Zahl der Brandstifter soll zurückgegangen sein

Das Ministerium hat außerdem Zahlen herausgegeben, die einen deutlichen Rückgang von Brandstiftungen gegenüber dem Beginn des Jahrtausends erkennen lassen. 2003 lag die Zahl landesweit bei 583 Fällen von absichtlich gelegtem Feuer oder dem „Herbeiführen einer Brandgefahr“.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

38 Prozent der Taten konnten von der Polizei aufgeklärt werden. Dagegen verzeichnete die Polizei 2017 einen absoluten Niedrigwert von 112 Fällen. Von denen wurden aber lediglich 18 Prozent aufgeklärt.

Berufsfeuerwehren werden verstärkt

Deutlich erkennbar ist auch der Trend hin zur Stärkung von hauptamtlicher Tätigkeit in Wehren. So haben vier der fünf Berufsfeuerwehren im Land – Potsdam, Brandenburg/Havel, Frankfurt (Oder), Cottbus und Eberswalde (Barnim) – ihre Personalstärke seit dem Jahr 2000 hochgefahren.

• Auch interessant:
Luftaufnahmen zeigen Zerstörung nach Waldbrand

Die Personalstärke bei den Kameraden der Berufsfeuerwehren stieg seit der Jahrtausendwende von 520 auf 964. Nur in Eberswalde liegt laut Innenministerium der Personalbestand niedriger als damals.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Zu erkennen ist in den Daten auch der Trend hin zur Festanstellung von Feuerwehrleuten im Rahmen von formell freiwilligen Wehren. Im Jahr 2003 taten 198 Hauptberufler in Freiwilligen Feuerwehren Dienst, heute sind es 252. Zugleich schrumpfen die Belegschaften im ehrenamtlichen Feuerwehrwesen.

Von Ulrich Wangeman

Mehr aus Brandenburg

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken