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MAZ-Umfrage

Nur jeder zehnte Märker würde einen Diesel kaufen

Auspuff eines Skodas mit einem TDI Dieselmotor: Viele Märker würden momentan kein Dieselfahrzeug kaufen, wie eine Umfrage zeigt.

Auspuff eines Skodas mit einem TDI Dieselmotor: Viele Märker würden momentan kein Dieselfahrzeug kaufen, wie eine Umfrage zeigt.

Potsdam. In Brandenburg hat durch die Manipulation der Abgaswerte das Image von Dieselfahrzeugen schwer gelitten. Nur einer von zehn Brandenburgern würde sich beim Kauf eines neuen Autos derzeit für einen Dieselantrieb entscheiden, wie aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag der MAZ hervorgeht. Etwa die Hälfte der Befragten (49 Prozent) würde sich dagegen für ein Auto mit Benzinmotor entscheiden. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte im Dezember 1005 Brandenburger befragt.

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13 Prozent der Befragten würden sich demnach für ein Auto mit Elektroantrieb und 24 Prozent für ein Auto mit Hybridantrieb entscheiden. In Brandenburg gibt es laut Kraftfahrtbundesamt rund 1,4 Millionen zugelassene Pkw, davon sind knapp 400 000 Diesel-Fahrzeuge.

Viele Dieselautos stehen ungenutzt auf den Höfen der Autohäuser

Der Präsident des Kfz-Gewerbes in Berlin-Brandenburg, Hans-Peter Lange, sagte zu der Umfrage: „Es gibt eine große Verunsicherung in der Branche.“ Viele Dieselautos würden ungenutzt auf den Höfen der Autohäuser stehen. „Für viele Autohaus-Besitzer ist die momentane Lage existenzbedrohend“, meinte Lange. Leidtragende seien aber auch die Kunden, vor allem Handwerker, die auf Dieselautos angewiesen seien. Lange hält die Debatte über Fahrverbote für Dieselautos in Innenstädten für aufgebauscht und überzogen, wie er sagte. „Das Dieselauto ist ein sauberes Fahrzeug und stoße weniger Kohlendioxid in die Luft als Benziner.“

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Viele Diesel-Fans unter CDU-Anhängern

Selbstständige in Brandenburg sind dem Dieselauto deutlich zugeneigter. Nach der Umfrage würde sich ein selbstständig Tätiger viermal häufiger für ein Auto mit Dieselmotor entscheiden als der Durchschnitt aller Brandenburger. In den Parteien gibt es offenbar besonders viele Diesel-Fans unter den Anhängern der CDU. Jeder Fünfte (20 Prozent) würde sich bei einem Neukauf für ein Dieselauto entscheiden; bei den AfD-Anhängern sind es 13 Prozent. Dagegen sind unter den Sympathisanten von SPD, Linken und Grünen lediglich vier bzw. fünf Prozent, die sich ein Dieselfahrzeug zulegen würden.

In der Debatte um Dieselfahrverbote in Innenstädten wie Berlin warnt die Wirtschaft in der Region vor solchen Schritten. Das dürfe nur die letzte aller möglichen Maßnahmen bleiben, heißt es aus den Industrie- und Handelskammern. Nach Einschätzung der IHK Berlin haben rund 40 Prozent der Fahrzeuge, die gewerblich genutzt werden, einen Dieselmotor. Bei Lastwagen und Bussen sollen es fast 100 Prozent sein. Die Handwerkskammer Potsdam fordert für Handwerker Ausnahmegenehmigungen, um in alle Teile Berlins zu kommen.

2018 wurden weniger Diesel verkauft

Wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte, haben sich im vorigen Jahr bundesweit weniger Kunden für den Selbstzünder entschieden als 2017. Der Anteil sank von 38,8 Prozent auf 32,3 Prozent. Benziner erreichten 62,4 Prozent (2017: 57,7 Prozent).

Für Aufmerksamkeit sorgte in er vorigen Woche ein Urteil am Landgericht Potsdam. Danach kann ein vom Diesel-Skandal Betroffener sein Fahrzeug an den VW-Konzern zurückgeben und erhält dafür abzüglich einer Nutzungsentschädigung den Kaufpreis erstattet. Nach Ansicht des Anwalts Marco Rogert, der den Kläger vertrat, werden die Chancen für den Verbraucher damit erhöht, bei einer Klage gegen Hersteller Erfolg zu haben. Das Gericht sei der Auffassung gewesen, dass der Konzern den Kläger „vorsätzlich sittenwidrig“ geschädigt habe, hieß es in einer Erklärung.

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Von Igor Göldner

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