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Umweltkatastrophe

Deutsche Experten: Algen „plausibelste“ Ursache für Oder-Fischsterben

Archivbild: Ein toter Blei liegt im flachen Wasser vom deutsch-polnischen Grenzfluss Oder.

Archivbild: Ein toter Blei liegt im flachen Wasser vom deutsch-polnischen Grenzfluss Oder.

Berlin. Deutsche Experten halten die massive Ausbreitung einer giftigen Alge für die wahrscheinlichste Ursache des im Sommer festgestellten massiven Fischsterbens in der Oder. Das geht aus einem Bericht einer Nationalen Expertengruppe unter Leitung des Umweltbundesamtes hervor, den das Bundesumweltministerium an diesem Freitag veröffentlicht hat. Damit bestätigen die Forscher die bislang vermuteten Annahmen zu den Ursachen der Umweltkatastrophe.

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Das Umweltministerium betonte am Freitag, dass eingeleitetes Salz zur Massenvermehrung der Brackwasseralge Prymnesium parvum geführt habe. Diese habe wiederum eine giftige Substanz erzeugt, die zum massiven Tod der Fische sowie anderer Organismen wie Schnecken und Muscheln geführt habe. Dem Bericht zufolge konnten die Forscher den Verursacher der Salzeinleitung nicht ausmachen. Die genaue Quelle der Salze, anderer Elemente und Chemikalien sei unklar, heißt es dort.

Umweltkatastrophe: Zusammenspiel mehrerer Faktoren

Insgesamt deuteten die Analysen auf „multikausale Wirkmechanismen“ hin, die zum massiven Verenden der Tiere geführt hätten. Hohe Temperaturen und eine geringe Niederschlagsmenge hätten die Lage verschärft, weil die Konzentration der schädlichen Stoffe dadurch gestiegen sei. Die Experten stellten auch Herbizide fest, bei denen es sich „mit hoher Wahrscheinlichkeit um industrielle Einleitungen“ handele. Die akuten Vergiftungen seien aber daraus nicht ableitbar, hieß es.

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Die Analyse von mehr als 1200 bekannten Stoffen und Elementen habe ergeben, dass die nachgewiesenen Stoffe „typischerweise aus Einleitungen von industriellen oder kommunalen Kläranlagen“ stammten. Nähere Details dazu nennt der Bericht nicht.

Weitere Forschung und Ausbau des Warnsystems

Um künftigen Katastrophen dieser Art vorzubeugen, empfehlen die Wissenschaftler unter anderem, weitere Forschung zur Ausbreitung der Brackwasseralge zu betreiben und das grenzüberschreitende Warn-und Meldesystem zu verbessern. Auch vorhandene Genehmigungen für Einleitungen von Stoffen in Gewässer sollten überprüft werden.

Das massive Fischsterben war am 9. August auf der deutschen Seite des Grenzflusses entdeckt worden. Polnische Behörden hatten nach Regierungsangaben schon Ende Juli erste Hinweise darauf. Deutschland warf Polen vor, die Ereignisse nicht frühzeitig gemeldet zu haben.

Eine Mitte August ins Leben gerufene deutsch-polnische Expertengruppe legte keinen gemeinsamen Bericht vor. Stattdessen gibt es nun zwei separate Analysen der jeweiligen Seiten. Polnische Experten hatten am Vortag ihre Erkenntnisse vorgestellt und darin ebenfalls die Ausbreitung der Alge als wahrscheinlichste Ursache für das Fischsterben ausgemacht.

Von RND/dpa

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