RS-Virus breitet sich aus

RS-Virus: Brandenburger Kliniken können keine Berliner Kinder mehr aufnehmen

Die RSV-Infektionen in Brandenburg nehmen zu.

Die RSV-Infektionen in Brandenburg nehmen zu.

Potsdam. Die Versorgung von Kindern, die sich mit dem RS-Virus infiziert haben, bringt die Brandenburger Kliniken an ihre Grenzen. "Die Lage in den Kinderabteilungen ist aufgrund des RS-Virus sehr angespannt. Im Moment können die Krankenhäuser die steigende Anzahl erkrankter Kinder noch untereinander verteilen", sagte Detlef Troppens, Vorsitzender der Brandenburger Krankenhausgesellschaft und Geschäftsführer der Oberhavel Kliniken der MAZ auf Anfrage.

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Vergangene Woche haben Brandenburger Kliniken noch Kinder aus überfüllten Berliner Krankenhäusern aufgenommen. Das geht jetzt nicht mehr, weil alle verfügbaren Kapazitäten gebraucht werden. „Ich möchte keine Panik machen, aber die Situation könnte sich in den kommenden Wochen noch verschärfen. Das RKI meldete kürzlich, dass wir erst am Anfang einer RSV-Welle stehen“, so Troppens.

Betten bleiben leer, weil das Personal fehlt

Es fehlen an vielen Stellen im Land Betten auf Kinderstationen und Personal. Auch in den Oberhavel Kliniken könnten derzeit nur 15 der insgesamt 20 Betten der Kinderabteilung betrieben werden. „Wir haben derzeit eine überdurchschnittliche Erkrankungsrate an allen Brandenburger Kliniken. Viele sind an Corona erkrankt und können deshalb nicht arbeiten“, so Troppens.

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Für ihn sei der Mangel an Intensivbetten und Kinderkrankenpflegern und Kinderärzten ein grundlegendes „Symptom eines Sparwahns der Bundesregierung.“ Das Land Brandenburg haben aufgrund der vielen qualitativen Vorgaben kaum noch Handlungsspielraum.

Nonnemacher: Kinderkliniken müssen besser finanziert werden

Ähnlich äußerte sich Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Montag. „Zulange wurde im Bereich Pädiatrie gespart. Das DRG-Fallpauschalensystem muss dringend reformiert werden. Kinderkliniken rechnen sich für Träger rein wirtschaftlich oft nicht“, so Nonnemacher. Sie appellierte an den Bund, die Kinderkliniken finanziell besser auszustatten.

Nonnemacher kündigte außerdem an, dass Brandenburg und Berlin gemeinsam ein bestehendes Meldesystem um freie Intensivbetten für Kinder zu ergänzen, damit Krankenhäuser und Rettungsdienste einen besseren Überblick haben. Gleichzeitig sei es notwendig, dass in der jetztigen Situation Personal aus den Erwachsenenstationen in Kinderstationen eingesetzt werde.

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Der Vorschlag der Verlegung von Personal in die Kinderstationen mache laut Detlef Troppens wenig Sinn. „Erstens braucht es dafür Fachpflegekräfte, die es gewöhnt sind mit Säuglingen und Kleinkindern zu arbeiten und zweitens ist die Personalsituation auf den Normalstationen auch klamm“, so der Mediziner.

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Wie viele Kinder in Brandenburg derzeit mit dem RS-Virus infiziert sind, ist unklar. Das Brandenburger Gesundheitsministerium hat dazu keine verfügbaren Zahlen, weil die Krankheit anders als Corona nicht meldepflichtig ist.

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