Schule

Kampf gegen Lehrermangel: Brandenburg bildet mehr Grundschullehrer aus

Auch in Senftenberg sollen künftig Lehrer für Grundschulen ausgebildet werden.

Auch in Senftenberg sollen künftig Lehrer für Grundschulen ausgebildet werden.

Potsdam/Senftenberg. Brandenburg will künftig auch im Süden des Landes, nämlich in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz), Lehrer ausbilden und so dem eklatanten Mangel an Pädagogen entgegenwirken. Im kommenden Jahr würden dafür vorbehaltlich der Haushaltsentscheidung des Landtages zusätzlich rund 5,2 Millionen Euro bereitgestellt, teilte das Wissenschaftsministerium am Dienstag in Potsdam mit.

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Im Jahr 2024 sollen weitere rund 7,1 Millionen Euro fließen in den Aufbau der Lehrerausbildung an der BTU Cottbus/Senftenberg fließen. Bisher konzentriert sich die Lehrerausbildung auf die Universtität Potsdam. Die beiden Hochschulen werden für die Lehrerausbildung kooperieren.

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Hintergrund ist zum einen der Mangel an voll ausgebildeten Pädagogen, weshalb der Anteil an Seiteneinsteigern insbesondere an den Grundschulen stark gestiegen ist. Zum anderen ist der Lehrermangel vor allem auf dem Land spürbar. Der Handlungsbedarf sei hoch, sagte Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD). Die Koalition aus SPD, CDU und Grüne habe „rekordverdächtig schnell“ die Haushaltsmittel für das zweite Lehrerbildungszentrum bereitgestellt, sagte sie.

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Start der Lehrerausbildung in Senftenberg Ende 2023

Die ersten angehenden Grundschulehrer sollen in einem Jahr, zum Wintersemester 2023/24, in Senftenberg beginnen. „Ich weiß, das ist hoch ambitioniert und setzt uns alle miteinander unter Druck“, sagte Schüle. „Aber wir brauchen die Lehrkräfte, und wir brauchen sie schnell.“

Die Lehrermodellrechnung habe gezeigt, „dass wir in den kommenden Schuljahren rund 1.500 Lehrkräfte jährlich neu einstellen müssen“, ergänzte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Höhere Ausbildungskapazitäten an den Universitäten könnten dazu beitragen, im eigenen Bundesland gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer für Grundschulen zu gewinnen.

Seit 2019 wurde bereits die Ausbildungskapazität an der Universität Potsdam von 650 auf 1100 Studienanfängerplätze erhöht. Wie viele Plätze in Senftenberg dazu kommen, ist noch unklar. Das soll im Rahmen eines Konzepts geklärt werden, das die Technische Universität Cottbus-Senftenberg, das Zentrum für Lehrerbildung und das Institut zur Weiterqualifizierung im Bildungsbereich der Universität Potsdam entwickeln sollen.

Rezept gegen Lehrermangel auf dem Land?

Professor Andreas Borowski, Direktor des Lehrerbildungszentrums hält das für den richtigen Weg. „Andere Flächenländer haben gezeigt, dass ein zweiter Standort im Bundesland sehr attraktiv für Lehramtsstudierende sein kann“, sagte er.

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Grünenfraktionschefin Petra Budke, die selbst als Lehrerin gearbeitet hat, verknüpft mit dem Vorhaben die Hoffnung auf eine grundlegende Reform der Lehrerausbildung. „Das Lehramtsstudium muss praxisnäher und inklusiver werden, damit Lehrkräfte den herausfordernden Schulalltag gut bewältigen und Kinder und Jugendliche bestmöglich individuell fördern können“, sagte sie.

Auch die oppositionelle Linke unterstützt die Idee, auch wenn er recht kurzfristig aus der Tasche gezogen worden sei, wie die Bildungsexpertin Kathrin Dannenberg sagte. Der eklatante Platzmangel in Potsdam werde immer deutlicher. Sie äußerte zugleich ihr Unverständnis, dass noch im Sommer der Vorschlag abgelehnt worden sei, dass die ebenfalls raren Berufschullehrer an der BTU ausgebildet werden könnten.

Ähnlich lautet die Kritik von Dennis Hohloch (AfD). Ein zweiter Standort für das Lehramtsstudium sei überfällig, sagt er. Dass die Entscheidung aber ausgerechnet auf Senftenberg falle, sei vor dem Hintergrund der Debatte um die Berufschullehrerausbildung überhaupt nicht nachvollziebar, sagte er.

Von MAZ-Online/gel

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