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Außergewöhnliche Unterkünfte

Wohnen im Wasserturm in Bad Saarow

21 Meter hohe Nobelherberge: Ex-Wasserturm in Bad Saarow.

21 Meter hohe Nobelherberge: Ex-Wasserturm in Bad Saarow.

Bad Saarow.Außergewöhnliche Unterkünfte werden in der Mark immer stärker nachgefragt: Zu den ungewöhnlichen Offerten zählen ein Gurkenfass in der Altstadt Lübbenaus im Spreewald, der Schäferwagen im Erlenhof im Oderbruch, ein Quartier im Weinfass des Campingparks Sanssouci oder Zimmer im historischen „Verladeturm“ im Hafen von Groß Neuendorf direkt an der Oder.

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Oder der Wasserturm in Bad Saarow. Max Schmeling und Gattin Anny Ondra spazierten schon an ihm vorbei, Urlauber Maxim Gorki flanierte hier entlang. Kanzlerin Angela Merkel kann ihn vom benachbarten Hotel nicht übersehen haben. Der Turm an der Ulmenstraße gehört zu Bad Saarow wie das Wasser zum Scharmützelsee. Schon über 100 Jahre steht der kolossale Backsteinbau nur ein paar Meter vom See entfernt. Jahrzehnte war er dem Verfall preisgegeben. „Den Wassertank baute man bereits in den 80er-Jahren aus. Ein Behelfsdach schützte den Turm zuletzt“, erinnert sich Architektin Heike Wittenbecher (46) an den ersten Eindruck vor sechs Jahren. Mit ihrem Ehemann, dem Berliner Unternehmer Tim Wittenbecher (49), hauchte sie dem Gemäuer wieder Leben ein. Aus einer Ruine konzipierten beide eine der wohl ausgefallensten Ferienwohnungen Brandenburgs.

Ein Mix aus Luxus und Romantik

Die besteht aus vier Wohn-Ebenen und bietet mit ihrem verglasten Aufsatz ein fantastisches Panorama auf See, Kurpark, Therme und den Wald. „Es ist ein Mix aus Luxus und Romantik“, beschreibt Heike Wittenbecher das Turm-Feeling, das sie mit Gatte Tim bereits mehrfach genoss. Der gebürtige Hamburger übernahm die Umbauplanung, die Berlinerin das Innendesign. Vom freischwingenden Kamin über den Whirlpool aus Kambala-Holz bis zum runden Bett. Fast das gesamte Interieur besteht aus Unikaten.

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In den freihängenden „Bubble Chairs“ (Sessel) unterm Turmdach kann jeder Gast die Leichtigkeit des Seins spüren. Das gleiche gilt für das große runde Bett, aus dem die meisten Kurzurlauber gar nicht mehr heraus wollen. Gedimmtes Licht über dem außergewöhnlichen Schlafgemach soll den Sternenhimmel simulieren. Die 21 Meter hohe Nobelherberge hat einen Innendurchmesser von fünf Metern. Die verglaste Lounge im oberen Stockwerk besitzt einen umlaufenden Balkon. Die Therme nebenan liefert die Wärme für Fußbodenheizungen, der persönliche Service das Frühstück zum Wunschtermin.

Wochenenden für das nächste halbe Jahr bereits ausgebucht

Die Gäste kommen aus aller Herren Länder. „Wir hatten schon Engländer, Amerikaner, Israelis und Dänen hier – sowie auffallend viele Schweizer“, betont Heike Wittenbecher. Die Eidgenossen blieben auch schon mal ein paar Tage länger. Türme dieser Art sind in der Alpenrepublik offenbar eine Rarität. Obwohl die Übernachtungspreise bei 290 Euro beginnen, sind zumindest die Wochenenden für das nächste halbe Jahr so gut wie ausgebucht. An einigen Werktagen kann man noch Glück haben. Zur Klientel gehören nach den Worten von Tim Wittenbecher keinesfalls nur Gutbetuchte. Banker und Ärzte gehören den Angaben nach genauso zu den Gästen, wie Handwerker oder Bauleute.

Italien und Usedom

Der 1906 errichtete Wassertrum, Teil des früheren Elektrizitäts- und Wasserwerks Bad Saarow, ist nicht das einzige Bauwerk dieser Art, das die Familie Wittenbecher zum Freizeitobjekt umgestaltete.

2008 eröffnete das Paar auf Usedom den früheren Lotsenturm von Karnin als Ferienwohnung, 2012 in Dagebül vor Amrum einen Leuchtturm als Appartement.

Der Wirtschaftsingenieur Tim Wittenbecher plant aktuell den Umbau von drei Leuchttürmen in Spanien und zwei Leuchttürmen in Italien.

Die beiden Charlottenburger, Eltern zweier Kinder, übernachteten selbst schon in irischen Leuchttürmen und in einem Lichtsignalturm auf Cornwall. Auf das Bauwerk am Scharmützelsee sei man über einen Bekannten aus Bad Saarow gestoßen, der das Gebäude ursprünglich selbst kaufen wollte. „Als sich das zerschlug, machten wir uns an die Arbeit“, sagt Heike Wittenbecher. Von den Behörden habe es große Unterstützung gegeben. Die Sanierung sei von der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) unterstützt worden. Über die genauen Kosten des Umbaus halten sich die Bauherren bedeckt.

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Von Jens Rümmler

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