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Google Pixel 6 und Pixel 6 Pro im Test: Was können die neuen Smartphone-Flaggschiffe des Techriesen?

Google will mit seinen neuen Pixel-Modellen anderen Herstellern Konkurrenz machen.

Google will mit seinen neuen Pixel-Modellen anderen Herstellern Konkurrenz machen.

Wer sich ein neues Handy kaufen möchte, denkt vermutlich in erster Linie an iPhones oder die Android-Modelle von Samsung, Huawei und Nokia. Obwohl diese Hersteller nach wie vor den Smartphonemarkt dominieren, gibt es eine Reihe weiterer Optionen. Neben LG und Sony will auch Google bei den großen Handymarken mitmischen – und startet mit seinem neuen Pixel 6 (erhältlich in Deutschland ab 28. Oktober) eine Qualitätsoffensive. Das Versprechen: ein schnelles Allround-Smartphone mit einer scharfen Kameraqualität und vielfältigen Funktionen zu einem erschwinglichen Preis. Das Smartphone ist auch in einer Pro-Version erhältlich, die unter anderem ein größeres Display bietet. Wir haben getestet, wie sich die beiden Handys in der Praxis schlagen.

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Pixel 6 und Pixel 6 Pro im Vergleich: eine Frage der Optik

Beim Vergleich zwischen dem Pixel 6 und dem Pixel 6 Pro fallen zunächst einige optische Unterschiede auf. Mit einem 6,4-Zoll-Display gehört das Standardgerät schon zu den größeren Smartphones, jedoch legt die Pro-Variante mit einem 6,7-Zoll-Vollbild­display noch eine Schippe drauf und macht optisch mit seinem gewölbten QHD+-Display einiges her. Das Pixel 6 ist mit seinem Full-HD-Display und seinem Design dagegen eher schlicht gehalten und betont damit, dass es sich um ein Mittelklasse­smartphone handelt. Mit einer Glasrückseite sowie dem Metallrahmen und dem soliden Gorilla Glass sind beide Varianten jedoch hochwertig verarbeitet. Interessierte müssen für das Pro jedoch deutlich tiefer in die Tasche greifen: Mit einem Preis von 899 Euro für 128 Gigabyte und 999 Euro für 256 Gigabyte Speicher wird das Pro für manche weniger ansprechend sein als das deutlich günstigere, nämlich 649 Euro teure Pixel 6.

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Das Google Pixel 6 Pro bietet im Vergleich zum Standardmodell beispielsweise ein besseres Display und mehr Arbeitsspeicher.

Das Google Pixel 6 Pro bietet im Vergleich zum Standardmodell beispielsweise ein besseres Display und mehr Arbeitsspeicher.

Zwei große, schwere Geräte

Auffällig ist auch, wie schwer die neuen Pixel-Geräte sind. Mit einem Gewicht von 207 Gramm (210 Gramm bei der Pro-Version) sind Googles neue Smartphones weniger schlank als das Galaxy S21 und das iPhone 13. Bei Smartphones sind Faktoren wie Gewicht und Größe zwar Geschmackssache, allerdings hat sich das Gewicht beim Test etwas negativ auf die Kamera ausgewirkt. Fotos ließen sich nur dann gut knipsen, wenn man das Gerät mit einem festen Griff hielt. Im Laufe der Zeit dürften sich Nutzerinnen und Nutzer sicherlich daran gewöhnen, allerdings ließ sich das Handy nicht mit der Leichtigkeit aus der (Hosen-)Tasche holen und mit einer Hand bedienen, wie man es von anderen Smartphones gewohnt ist.

Android 12 und Tensor für ein flüssiges Erlebnis

Das Pixel 6 ist das erste Smartphone, das direkt mit dem Betriebssystem Android 12 auf den Markt kommt. Auch der Prozessor macht das Handy einzigartig: Google hat sein Flaggschiff mit seinem Tensor-Chip ausgestattet, dem eigens entwickelten Prozessor des Techriesen. Die technische Ausstattung konnte im Test ihr Versprechen halten. Scrollen, zwischen den Apps wechseln und auch Spiele liefen insgesamt sehr flüssig und schnell. Auch 4K-Videos konnten ohne Leitungsverlust problemlos abgespielt werden und sahen obendrein sehr gut aus. Gestört hat hierbei nur die eher dürftige Soundqualität der Geräte. Hinsichtlich der Funktionalität gab es im Test kaum Leistungsunterschiede zwischen den beiden Modellen, obwohl das Pro über vier Gigabyte mehr Arbeitsspeicher als das Standardmodell verfügt (Pro: zwölf, Pixel 6: acht). Die Akkuleistung und die Ladegeschwindigkeit waren in beiden Fällen zufriedenstellend.

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Sprachaufnahmen, Nachrichten und Bilder übersetzen

In den Tensor-Chip ist laut Google eine künstliche Intelligenz (KI) eingebunden, die unter anderem die Spracherkennung und die Bildverarbeitung reaktionsschneller und genauer gestaltet. Der Sprachassistent war im Test tatsächlich eine der erfreulichsten Funktionen des Pixel 6. Spracheingaben wurden sehr schnell umgesetzt – somit wurden Termine im Kalender, Wettervorhersagen und Google-Suchen rasant wiedergegeben. Praktisch und innovativ ist zudem die Übersetzungs­funktion des Sprachassistenten: Mit den Worten „sei mein Dolmetscher“ können Nutzerinnen und Nutzer beispielsweise ihr aufgenommenes Deutsch in Englisch und andere Sprachen übersetzen lassen. Die Übersetzungen waren größtenteils verständlich und gaben auch die originale Bedeutung recht akkurat wieder. Sie stießen aber vor allem bei Anglizismen im Deutschen – die in Zeiten, in denen „Cringe“ das Jugendwort des Jahres ist, nun mal recht gängig sind – auf Grenzen, da die KI sie nicht erkennen konnte.

Der Dolmetschermodus bietet schnelle Übersetzungen – doch nicht jedes Resultat ist einwandfrei.

Der Dolmetschermodus bietet schnelle Übersetzungen – doch nicht jedes Resultat ist einwandfrei.

Apropos Übersetzungen: Mit der Funktion „Live-Übersetzung“ können auch Nachrichten auf Android Messages, Whatsapp, Instagram und Co. direkt übersetzt werden. Wer die Funktion einschaltet, wird von Google im Chatfenster gefragt, ob die Nachrichten übersetzt werden sollen. „Live-Übersetzung“ ist gerade deshalb so nützlich, weil die Bedienung simpel ist und das Resultat in vielen Fällen gar nicht übel ausfällt. Die Funktion tut sich jedoch schwer damit, Chatsprache korrekt zu dechiffrieren, da sie in der Regel stark von Abkürzungen lebt und weil sich beim schnellen Schreiben bekanntlich auch mal Tippfehler einschleichen. „Live-Übersetzung“ funktioniert sogar bei Bildern: So können abfotografierte Texte in Büchern oder auf Tickets aus mehreren Sprachen ins Deutsche übersetzt werden. Auch wenn die Übersetzung selten ein einwandfreies Resultat erzielte, war sie meist doch gut genug, dass Nutzerinnen und Nutzer den Kern des Inhalts verstehen können.

Kameraqualität: scharf, detailreich – und erfreulich für Selfie-Fans

Pixel-Smartphones konnten schon immer mit einer guten Kameraleistung punkten – und daran ändert sich auch nichts mit dem Pixel 6. Sowohl das Standardgerät als auch die Pro-Variante haben eine 50-Megapixel-Weitwinkelkamera und eine Zwölf-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera. Die Rückkameras klingen nicht nur auf dem Papier gut, sondern konnten sich auch im Praxistest beweisen: Die Bildqualität war stets scharf, auch bei schlechteren Lichtverhältnissen. In Sachen Zoom konnte das Pixel 6 Pro zudem seinen höheren Preis dank seines Teleobjektivs rechtfertigen. Dies erwies sich als besonders hilfreich, weil beim Zoomen wesentlich weniger Details verloren gingen als beim Pixel 6, das kein Teleobjektiv hat. Ein eindeutiger Pluspunkt für die Pro-Variante.

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Für Selfie-Fans dürfte zudem die Frontkamera erfreulich sein, zumindest bei Aufnahmen am Tag: Die Selfies erstrahlen in knalligen Farben und das Gesicht ist auf den Fotos ebenso detailreich wie der Hintergrund. Das Pro-Modell war im Vergleich zum Pixel 6 in Sachen Selfies noch besser, was vermutlich der höheren Auflösung von elf Megapixeln (statt acht Megapixeln) zu verdanken ist. Die Frontkamera ist jedoch bei schlechteren Lichtverhältnissen an ihre Grenzen gestoßen und lieferte weniger Details, auch wenn die Qualität auch bei wenig Licht noch gut war.

Dass Google viel Wert auf die Kamera seiner Pixel-Geräte legt, zeigt sich auch an vielen der neuen Funktionen des Pixel 6. Beispielsweise gibt es einen „magischen Radierer“, der unerwünschte Details aus Bildern löschen soll. Sollten beispielsweise bei einem Paarfoto Menschen im Hintergrund stören, können diese mit der Funktion aus dem Bild entfernt werden. Die Resultate waren im Test in vielen Fällen eher durchwachsen. Insgesamt konnte die Funktion nur dann überzeugen, wenn das zu löschende Objekt vor einem monotonen Hintergrund stand – also beispielsweise dem Himmel oder einer Wand. Stand das Objekt dagegen etwa auf einem Tisch, auf dem auch andere Objekte standen, hinterließ der Radierer teilweise verwischte Flecken. Die Funktion konnte in diesem Fall offenbar nicht sonderlich gut einschätzen, wie der Hintergrund hinter dem Objekt aussehen könnte.

Huch, wo sind die denn hin? Mit dem „magischen Radierer“ können auf dem Pixel 6 gewisse Teile eines Bildes „wegradiert“ werden. Das gelang beim Test nicht immer gut.

Huch, wo sind die denn hin? Mit dem „magischen Radierer“ können auf dem Pixel 6 gewisse Teile eines Bildes „wegradiert“ werden. Das gelang beim Test nicht immer gut.

Fazit: Googles Qualitäts­offensive kann sich sehen lassen

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist beim Pixel 6 und beim Pixel 6 Pro sehr gut – und Google könnte anderen Herstellern mit seinen neuen Smartphones nun erstmals tatsächlich Konkurrenz machen. Angesichts der Größe und des Gewichts sind die Pixel-6-Modelle zwar sicherlich nicht für alle Menschen geeignet, zumal die Geräte für die Bedienung der Kamera etwas unhandlich sind. Die neuen Pixel-Smartphones können dafür aber mit vielen anderen Vorteilen punkten.

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Die Kameraqualität ist dabei wohl das Hauptargument für die neuen Smartphones und wird vor allem Selfie-Fans überzeugen. Auch in Sachen Funktionalität kann es das Pixel 6 mit teureren Spitzenmodellen anderer Hersteller aufnehmen, nicht zuletzt dank des flüssigen Nutzungs­erlebnisses und des schnellen Sprachassistenten. Die Geräte liefern zudem interessante neue Funktionen, die zwar noch nicht ganz ausgereift, jedoch mutige Schritte in Richtung Software­innovation sind. Die beiden Smartphones unterscheiden sich hinsichtlich der Funktionalität kaum – und somit wird sich das mindestens 250 Euro teurere Pro nur für diejenigen lohnen, die noch schärfere Bilder schießen wollen und ein eleganteres Smartphone-Design bevorzugen.

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