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Gute Größe und hochwertige Ausstattung

Origami fürs Zweirad: das Faltrad M‑E1 von Montague im Test

Das Full-Size-Pedelec M‑E1 kostet rund 4299 Euro.

Hannover. Die erste Blütezeit war in den 1970er-Jahren. Damals kamen Räder mit Gelenk in Mode: An Klapprädern wurde in der Rahmenmitte eine Schraube aufgedreht, sodass sie halbiert werden konnten. Die technische Ausstattung ließ allerdings meist zu wünschen übrig und richtig praktisch waren die Räder auch nicht. Deshalb verschwanden sie bald wieder von der Bildfläche – zumindest in Westdeutschland. In der DDR blieben sie populär, vor allem Räder des Herstellers Mifa waren begehrt.

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Leichterer Transport und schonender für die Umwelt

Auch andere Hersteller wie die englische Firma Brompton blieben am Ball: Sie sahen vor allem in der Mitnahme der Räder in Bussen und Bahnen großes Potenzial. Das Klapprad entwickelte sich zum Faltrad weiter, das an mehreren Stellen auf eine kompakte Größe gebracht werden kann. Damit geht‘s zur Haltestelle, dann im gefalteten Zustand weiter mit dem öffentlichen Verkehr, die letzte Meile kann wieder radelnd zurückgelegt werden – bis vor die Haustür. Das spart Fahrten mit dem Auto, erübrigt die lästige Parkplatzsuche und schont die Umwelt. Aber zum Beispiel auch mit dem Campingmobil lassen sich Falträder transportieren und am Urlaubsort nutzen.

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In den vergangenen Jahren ist hierzulande das Thema Multimodalität im Verkehr populär geworden und das Interesse an Falträdern enorm gestiegen. Viele Hersteller haben deshalb neue Modelle herausgebracht. Immer raffiniertere Falttechniken wurden entwickelt. Auch verschiedene Laufradgrößen sind auf dem Markt – von 14 bis 28 Zoll. Je kleiner die Laufräder, desto kompakter lassen sich die Räder falten und desto weniger wiegen sie. Der Nachteil ist jedoch, dass sie nicht so komfortabel zu fahren sind wie Modelle mit großen Rädern, die optisch und fahrtechnisch kaum noch von klassischen Trekkingrädern zu unterscheiden sind.

Das Faltrad M‑E1 von Montague im Test

Falträder lassen sich gut mit anderen Verkehrsmitteln kombinieren. Das E‑Bike M‑E1 von Montague überzeugt aber vor allem durch sein Fahrverhalten.

Neue Modelle verbessern das Fahrerlebnis – auch mit Elektroantrieb

Der Elektroboom in den vergangenen Jahren ging auch an Falträdern nicht vorbei: Immer mehr Modelle sind mit Motor ausgestattet. Damit werden sie allerdings deutlich schwerer und sind nicht mehr so einfach in den Kofferraum zu hieven oder in der Bahn mitzunehmen. Auch das M‑E1 des amerikanischen Herstellers Montague besitzt einen Motor. Damit wiegt es fast 25 Kilogramm – trotz des Alurahmens. Längere Strecken möchte solch ein Fahrrad niemand tragen. Aber die Konstrukteure haben sich für das Problem etwas einfallen lassen: Das Rad lässt sich so falten, dass es geschoben werden kann. Sind Höhenunterschiede zu überwinden, muss das Gewicht allerdings trotzdem gestemmt werden – zum Beispiel beim Einsteigen in manch einen Zug.

Da der Rahmen – wie bei anderen Falträdern auch – relativ klein ist, wird die Sattelstange weit herausgezogen. Das mag für Fahrerinnen und Fahrer mit einer Körpergröße bis etwa 1,80 Meter in Ordnung sein. Für Größere reicht die maximale Sattelhöhe allerdings nicht, sodass das Fahren auf Dauer unbequem wird. Auch der Abstand zwischen Lenker und Sattel ist verringert und zumindest gewöhnungsbedürftig.

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Ansonsten besticht das M‑E1 durch gute Fahreigenschaften – nicht zuletzt dank der 28-Zoll-Räder. Die breiten Reifen erlauben auch Touren im unwegsamen Gelände. Der Shimano-Motor Steps E6100 leistet 250 Watt, besitzt die drei Unterstützungsstufen Eco, Normal und Power und verleiht ausreichend Schub, selbst wenn es mal steil bergauf geht. Die Akkureichweite ist allerdings begrenzt: Im Test war bei geringer Unterstützungsleistung nach etwa 60 Kilometern Schluss.

Anders als andere Falträder kann das M‑E1 im Test durch seine Größe überzeugen – es unterscheidet sich kaum von normalen Fahrrädern.

Anders als andere Falträder kann das M‑E1 im Test durch seine Größe überzeugen – es unterscheidet sich kaum von normalen Fahrrädern.

Ein hochwertiges Pedelec – zu einem stolzen Preis

Das M‑E1 ist ein Full-Size-Pedelec mit kompletter und hochwertiger Ausstattung. Dazu gehören die Zehn-Gang-Kettenschaltung Shimano Deore, eine Federgabel, LED-Lichter, hydraulische Scheibenbremsen, Faltpedale, Schutzbleche, Kettenschutz und ein Zweibeinständer. Der erleichtert das Zusammenfalten, weil das Fahrrad dabei stehenbleibt und das Gleichgewicht hält. Dank Schnellspanner wird es mit nur wenigen Handgriffen und innerhalb von Sekunden zu einem kompakten Paket, das auch in den Kofferraum eines Kleinwagens passt.

Einfache Klapp- und Falträder gibt es zwar schon ab etwa 500 Euro. Wer aber ein solides und technisch ausgereiftes Modell nutzen möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Mit Motor werden schnell weit über 1000 Euro fällig. Das M‑E1 gehört auch preislich zu den Topmodellen: Der Listenpreis beträgt 4299 Euro. Dafür erhält man ein Rad, das sich im Alltag komfortabel fahren und bei Bedarf schnell und unkompliziert auf ein gutes Packmaß bringen lässt. Wer allerdings das Radfahren häufiger mit Bus, Bahn oder Auto kombinieren möchte, fährt mit einem leichteren und kompakter faltbaren Rad besser.

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