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Wenn Mietverträge zur Kostenfalle werden

Eine Indexmiete darf sich nicht automatisch erhöhen.

Eine Indexmiete darf sich nicht automatisch erhöhen.

Liebe Leserinnen und Leser,

wissen Sie, was eine Indexmiete ist? Falls nein, gehören Sie wohl zu den Glücklichen, die keinen solchen Vertrag abgeschlossen haben. Denn Indexmieten werden in der Inflation zur Kostenfalle.

Dabei klingt das Modell im Prinzip fair. Anstatt sich regelmäßig über Mieterhöhung zu streiten, einigen sich Mieter und Vermieter darauf, die Miete an die Inflation zu koppeln. In der Theorie haben beide Parteien etwas davon: Der Vermieter bekommt einen Ausgleich für den jährlichen Kaufkraftverlust, dem Mieter bleiben Mietanpassungen aus heiterem Himmel erspart.

In den vergangenen Jahren, als die Inflation niedrig war, fuhren Mieter mit Indexverträgen deutlich besser als jene mit sich automatisch erhöhenden Staffelmieten. Auch den teils rapiden Anstieg der Mietspiegel konnten Mieter mit Indexvertrag relativ entspannt verfolgen.

In diesem Jahr jedoch lässt die Rekordinflation von zuletzt rund 8 Prozent Indexmietverträge zur Kostenfalle werden. Schlimmer noch: Da die Inflation vor allem durch die hohen Energiepreise getrieben ist, leiden Mieter mit Indexvertrag doppelt: Sie müssen deutlich höhere Preise für Strom und Gas bezahlen und bekommen die Mieterhöhung obendrauf.

Die Rechte der Mieter

Was können Betroffene tun? Erst mal wenig, denn Vertrag ist Vertrag. Auch die bei Mieterhöhungen auf Basis der ortsüblichen Vergleichsmiete geltenden Kappungsgrenzen von 20 oder 15 Prozent gibt es bei Erhöhungen der Indexmiete nicht.

Allerdings steigt die Miete nicht automatisch, sondern muss vom Vermieter angepasst werden. Das darf er nur einmal im Jahr und muss es schriftlich ankündigen. Laut Finanztip reicht dafür eine E-Mail aus, in der die bisherige Kaltmiete, die Erhöhung und der künftige Mietzins stehen müssen. Rechnen Sie unbedingt nach! Eine Rechenhilfe gibt es beim Statistischen Bundesamt.

Die schlechte Nachricht: Auch nachträgliche Erhöhungen sind möglich. Hat ein Vermieter wegen der geringen Inflation in der Vergangenheit eine Erhöhung ausgesetzt, kann er sie nun nachholen.

Übrigens: Die Anpassungsklausel gilt nach oben wie nach unten: Sollten die Verbraucherpreise – etwa infolge einer Weltwirtschaftskrise – wieder sinken, hätten Mieter das Recht, die Miete ebenfalls zu kürzen. Außerdem denkt die Bundesregierung über die Einführung von Kappungsgrenzen nach. Es lohnt sich, das Thema zu verfolgen. Auch wir bleiben für Sie dran!

Sie haben Anmerkungen und Fragen? Schreiben Sie uns gern an unbezahlbar@rnd.de!

Herzliche Grüße

Ihr Andreas Niesmann

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Tipp der Woche

Bei Videodiensten wie Youtube und Tiktok macht gerade ein seltsamer Trend die Runde: Nutzer bauen Teelicht- oder Blumentopföfen, um Heizkosten zu sparen. Was früher allenfalls Prepper- und Survivalbegeisterte interessierte, wird in der Energiekrise zum Massenphänomen.

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Es klingt zu schön, um wahr zu sein: eine Schale, eine Gewindestange, zwei Blumentöpfe, ein Teelicht, und fertig ist die Heizung Marke Eigenbau, die für ein paar Cent die Wohnung wärmt. Falls Sie noch nicht zur Bohrmaschine gegriffen haben, seien Sie beruhigt. Denn es klingt nicht nur zu schön, um wahr zu sein, es ist auch nicht wahr.

Meine Kollegin Sarah Franke hat einen Energieexperten nachrechnen lassen. Wer einen wahrnehmbaren Wärmeeffekt durch Teelichtöfen herbeiführen möchte, müsste pro Quadratmeter Wohnfläche einen Ofen mit je einem Teelicht aufstellen. Das ist nicht praktikabel und außerdem aus Brandschutzgesichtspunkten gefährlich.

Wenn Sie wirklich eine Heizalternative zu Strom und Gas suchen, die auch noch mobil und schnell einsetzbar sein soll, kaufen Sie sich einen Petroleum- oder Dochtofen. Die sind zwar nicht ganz billig und auch nicht ohne Risiko, aber sie machen das Zimmer wenigstens warm.

 

Zahlen, bitte!

Alles wird teurer – auch das Bahnfahren. Um fast 5 Prozent will die Deutsche Bahn die Ticketpreise im Fernverkehr zum 11. Dezember anheben. Flexpreise steigen sogar um knapp 7 Prozent. Auch die Bahncards 25, 50 und 100 werden teurer. Die Bahn rechtfertigt das unter anderem mit gestiegenen Energiekosten.

Tipp: Um Geld zu sparen, buchen Sie frühzeitig. Das lohnt sich künftig noch mehr, denn Spar- und Supersparpreise bleiben im Preis unverändert. Auch die Reservierungskosten für Sitzplätze bleiben gleich.

 

Gut zu wissen

 

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Die gute Nachricht

Benzin und Diesel werden wieder billiger. Die vierte Woche in Folge sind Spritpreise zuletzt gesunken. Sowohl Diesel als auch Superbenzin der Sorte E10 waren im am Mittwoch veröffentlichten wöchentlichen Spritpreisvergleich des ADAC billiger als sieben Tage zuvor. E10 kostete 1,880 Euro pro Liter – das sind 3 Cent weniger als eine Woche zuvor. Der Dieselpreis sank um 2,5 Cent auf 1,996 Euro. Der Selbstzünderkraftstoff kostete damit erstmals seit dem Ende der vorübergehenden Steuersenkung auf Kraftstoffe wieder unter 2 Euro.

 

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