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Krankheitsausbrüche unterschiedlichen Ausmaßes

Pandemie, Epidemie, Endemie: So unterscheiden sich die Begriffe

Pandemie, Epidemie oder Endemie – alle Begriffe beschreiben größere Krankheits­ausbrüche. Aber wie unterscheiden Sie sich?

Spätestens innerhalb der letzten zwei Jahre haben sich Begriffe wie Pandemie, Epidemie und Endemie in unseren Wortschatz eingebrannt. Aber nicht nur das Coronavirus, auch andere Erreger haben sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zu schnell ausbreitenden und hochansteckenden Infektions­krankheiten entwickelt. Doch was genau ist eine Pandemie, was unterscheidet sie von einer Epidemie, und was versteht man unter einer Endemie? Wir erklären Ihnen die drei Begriffe.

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Sowohl bei der Endemie als auch bei der Pandemie und Epidemie handelt es sich um Krankheitsausbrüche mit Erregern wie Viren, Bakterien oder auch Pilzen. Der Unterschied liegt hier beim zeitlichen und geografischen Ausmaß. Die drei Begriffe beschreiben also jeweils einen unterschiedlichen Schweregrad.

Was ist eine Endemie?

Eine Endemie beschreibt laut Robert Koch-Institut (RKI) eine in einer Region heimische Krankheit, an der ein größerer Teil der Bevölkerung regelmäßig erkrankt. Es kommt also zu wiederkehrenden Ausbrüchen. Ein solches betroffenes Gebiet wird auch Endemiegebiet genannt.

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Ein Beispiel für eine Endemie ist Malaria. Das Tropenfieber ist in rund hundert Ländern auf unterschiedlichem Niveau endemisch, es tritt in den betreffenden Gebieten also fortwährend gehäuft auf.

Auch über den Verlauf der Coronavirus-Pandemie wird hierzulande immer wieder vom „Eintritt in die endemische Phase“ gesprochen. Das bedeutet, dass das dauerhafte Verschwinden des Erregers trotz Schutzmaßnahmen und Impfungen unwahrscheinlich ist. Das Virus wird also immer wieder auftreten, vermutlich aber langfristig nur zur leichten Symptomen führen.

Was ist eine Epidemie?

Epidemien zeichnen sich laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) vor allem durch eine schnelle regionale Ausbreitung eines Krankheitserregers aus. Es kommt in kürzester Zeit zu einer großen Zahl von Erkrankten.

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Im Vergleich zur Endemie beschreibt eine Epidemie also das vorübergehende und erst seit Kurzem festgestellte Auftreten einer Erkrankung. Entscheidend ist hierbei, dass eine deutliche Zunahme von Prävalenz (Häufigkeit der Krankheit) und Inzidenz (Häufigkeit der Neuerkrankung) vorliegt.

Bei einer Epidemie handelt es sich somit um eine unkontrollierte Ausbreitung einer Erkrankung, die aber immer noch innerhalb einer bestimmten Region, beispielsweise innerhalb eines Landes oder einer Ländergruppe, auftritt.

Ein Beispiel für eine Epidemie ist das Ebolafieber, an dem zwischen 2014 und 2016 in mehreren Staaten Westafrikas mehr als 28.000 Menschen erkrankten und in dessen Folge mehr als 11.000 Menschen starben.

Was ist eine Pandemie?

Anders als die Endemie und die Epidemie zeichnet sich die Pandemie durch ihre Ausbreitung über Ländergrenzen oder auch ganze Kontinente aus, erklärt die Bundesärztekammer. Pandemien betreffen eine dementsprechend große Anzahl von Menschen und können eine globale Gesundheitskrise auslösen.

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Eine solche, mehrere Kontinente umfassende Ausbreitung ist nur möglich, wenn die Erreger der Krankheit von Mensch zu Mensch übertragbar sind und etwa über Transportmittel wie Flugzeuge schnell in geografisch weit voneinander entfernte Gebiete getragen werden können.

Auch der Erreger Sars-CoV-2 verursachte Anfang 2020 die uns alle betreffende weltweite Coronavirus-Pandemie. Ein weiteres Beispiel für eine Pandemie in der jüngeren Vergangenheit waren die Atemwegserkrankung Sars, der zwischen 2002 und 2003 weltweit rund 1000 Menschen zum Opfer fielen, und die Schweinegrippe, an der weltweit mehr als 18.000 Menschen starben.

Ursachen für Epidemien, Pandemien und Endemien

Laut DRK können verschiedene Faktoren Epidemien, Pandemien oder Endemien auslösen. Dazu gehören biologische, chemische, physikalische, psychologische, ökonomische und kulturelle Faktoren sowie Umweltfaktoren. Meist sind tatsächlich Kombinationen mehrerer Faktoren die Ursache für einen Krankheitsausbruch.

Durch die Globalisierung gelingt es Viren und anderen Erregern leichter, sich auch über Grenzen hinweg zu verbreiten. Durch die Einschränkungen des Lebensraums zahlreicher Tierarten kommen Menschen zudem leichter mit Tieren in Kontakt – es können Zoonosen entstehen. Auch schlechte Hygienebedingungen können Epidemien und Co. begünstigen sowie chemische Verunreinigungen von Wasser das Immunsystem schwächen. Auch der Klimawandel ist ein entscheidender Faktor bei der Verbreitung von Krankheitserregern.

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Wie unterscheiden sich eine Epidemie und eine Pandemie?

Epidemien und Pandemien unterscheiden sich laut DRK allein durch den Umfang der Ausbreitung: Pandemien treten demnach global auf, Epidemien regional. Die Welt­gesundheits­organisation (WHO) beschreibt sechs Phasen von Influenza­pandemien:

„Interpandemische Phase“

  • Phase 1: Noch kein neuer Virussubtyp beim Menschen festgestellt. Ein Subtyp, der eine Infektion beim Menschen verursacht hat, kann bei Tieren vorhanden sein. Sofern in Tieren festgestellt, wird das Risiko einer Infektion oder Krankheit des Menschen als gering eingeschätzt.
  • Phase 2: Noch keine neuen Virussubtypen im Menschen entdeckt. Allerdings stellt ein unter Tieren zirkulierender Subtyp ein erhebliches Risiko für die menschliche Erkrankung dar.

„Pandemische Alarmphase“

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  • Phase 3: Infizierung des Menschen mit neuem Subtyp, aber keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung – höchstens in seltenen Fällen bei engem zwischenmenschlichen Kontakt.
  • Phase 4: Kleine Cluster mit begrenzter Mensch-zu-Mensch-Übertragung, jedoch stark lokal begrenzte Ausbreitung, was darauf schließen lässt, dass das Virus nicht gut an den Menschen angepasst ist.
  • Phase 5: Große Cluster, aber immer noch lokal begrenzte Ausbreitung, was darauf schließen lässt, dass sich das Virus besser an den Menschen anpasst. In dieser Phase spricht man auch von einem erheblichen pandemischen Risiko (englisch: „substantial pandemic risk“).

„Pandemische Phase“

  • Phase 6: Verlauf der Pandemie. Erhöhte und anhaltende Übertragung in der allgemeinen Bevölkerung.

RND/tmo/pf

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