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MAZ-Konzerttipp

Durchgeknallt und verschwitzt

Fünf wild gewordene Texaner.

Fünf wild gewordene Texaner.

Potsdam.Hoch die Tassen, lasst das Marmeladenglas kreisen oder die Pulle mit dem Moonshiner. Dem Schwarzgebrannten. Dem so mancher nicht widerstehen kann. Der manchen zur Strecke bringt. Der in der Kehle kratzt und in den Eingeweiden brennt. Roh, ungebärdig und wild wird dann so mancher Tanz, hat man erst mal richtig einen sitzen. Die Musik dafür liefern die Whiskey Shivers aus Austin. Bei den fünf Texanern mag man gleich an „The Death South“ denken. Die kommen indessen aus kanadischen Provinz Saskatchewan, gehören aber als Berufskollegen zu demselben Plattenlabel.

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Achtung! Wo Allman draufsteht, da steckt ein Devon drin. Er ist der Sohn des erst vor gut einem Jahr verstorbenen Gregg Allman und betreibt das Devon Allman Projekt. Bei diesen Namen ist die Fahrtrichtung ja eigentlich klar vorgegeben. Südstaatenrock mit ganz vielen Saiten. Fett und vom Blues getränkt. Die Runde hätte sogar noch einen Tick perfekter werden können, doch der Gitarrist Duane Betts musste den Abstecher ins gute alte Europa kurzfristig absagen, da er daheim mit seinem Vater-Gitarristen „Dickie“ tourt. Und der war bekanntlich über drei Dekaden Teil der Allman Brothers Band, einer der stilprägenden Combos dieses Genres. Trotz alledem hat Devon noch zwei Kumpels dabei – Wynchester. Da der Name der legendären Schusswaffe wohl aus lizenztechnischen Gründen nicht zur Verfügung stand, kauften John Konesky und Mike Bray ein Ypsilon für ihr Duo. Humorvoller wie versierter Country-Rock der allersympathischen Art. Locker aus der Hüfte geschossen. Der Cowboys und Truckern ein Lächeln in den Mundwinkel zaubert. Devon und Wynchester spielen am Dienstag, dem 28. August, um 20 Uhr im Privatclub in Berlin-Kreuzberg.

Wynchester: Wynchester. Eat Music/InGrooves.

Eine leicht heisere Stimme hat noch niemandem geschadet. Auch Luke Winslow-King nicht. Dieser Schmirgel und das stilvollendete Gitarrenspiel rücken den Mittdreißiger in die Nähe großer Kollegen. Wie den allzeit entspannten J.J. Cale (1938–2013), dem ja auch ein gewisser Eric Clapton einiges verdankt. Winslow-King, vor Jahren nach New Orleans gezogen, kann anpacken, was er will. Alles gelingt „Lucky Luke“ auf seinem jüngsten Album. Auf „Blue Mesa“ perlt der Blues mit samtenen, sauberen Tönen. Schafft den Übergang zum Soul alter Schule. Hüpft zum Rhythm ‘n‘ Blues, der zuvor die Leute zum Tanzen brachte. Feurigen Boogie gibt es sowieso. Man darf sich freuen auf Dienstag, den 28. August. Dann gastiert dieser Könner um 22.30 Uhr im Quasimodo in Berlin-Charlottenburg.

Luke Winslow-King: Blue Mesa. Bloodshot.

Ihr gemeinsamer Nenner ist eigentlich Bluegrass. Nur, dass bei beiden Bands die Postkutsche so richtig abgeht. Die Whiskey Shivers preschen auf ihrer aktuellen Platte „Some Part Of Something“ hochprozentig und mit Höchstgeschwindigkeit durch ihre Songs. Zwar klappert und scheppert es mitunter, aber was soll’s. Mit säuberlichstem Gesang, ausgefeiltem Wechselspiel der Saiteninstrumente und wohlerzogener Präzision haben die Jungs so gar nichts am Cowboyhut. Sie verstehen sich vielmehr auf die räudige, verschwitzte und schmuddelige Spielart des Genres.

PR Newman liefert so seine Version von Country Music.

PR Newman liefert so seine Version von Country Music.

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Mit auf die gemeinsame Tournee geht auch ihr Buddy PR Newman. Der Multi-Instrumentalist, der eigentlich Spencer Garland heißt und aus Dallas kommt, ist denn auch etwas sanfter veranlagt, doch nur gelegentlich. Streicher und Schrammel-Gitarren wie im Indie-Rock bietet er für sein Debüt „Turn Out“ auf – plus leichten Folk und Country mit funkigen Bläsern und flottem Banjo. Leicht gerockt und mit viel schrägem Humor versehen. Also nehmt einen tiefen Schluck!

Das Konzert: Whiskey Shivers und PR Newman spielen am Sonnabend, dem 25. August, um 20 Uhr im Buchholz Saloon in Altlandsberg (Märkisch-Oderland).

Von Ralf Thürsam

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