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Buch-Verkaufsmesse

In Potsdam präsentieren sich bibliophile Brandenburger Kleinverlage

Buchmessen-Initiator Hans Jörg Rafalski.

Buchmessen-Initiator Hans Jörg Rafalski.

Potsdam.„Natürlich habe ich die Hoffnung, dass viele Potsdamer die Qualität unserer Bücher entdecken. Im Buchhandel wird so etwas gar nicht mehr angeboten“, sagt Hans Jörg Rafalski. Der 53-jährige Single lebt auf einem Waldgrundstück am Rande des Eberswalder Urstromtals, verdient sein Geld als Bauingenieur und Kommunikationsdesigner. Seine große Leidenschaft aber gilt der Kommunalpolitik und exquisit gemachten Büchern. Da sich sein Engagement für den Bau eines Gemeindezentrums in Niederfinow auf unschöne Weise zerschlagen hat, wird künftig seine ganze Energie der Welt bibliophiler Kostbarkeiten zugute kommen.

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Am heutigen 1. Dezember findet auf Rafalskis Initiative hin der 1. Buchmarkt für Verlage aus Brandenburg statt. Im Veranstaltungsraum der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam werden 15 Kleinverlage ihre Drucksachen präsentieren.

Brutaler Verdrängungswettbewerb

Rafalski selbst hat bereits drei ungewöhnliche „Erzähl-Bildbände“ auf eigene Rechnung herausgebracht und die Druckmaschinen bei 444 bzw. 666 Stück stoppen lassen. „Auf dem Buchmarkt herrscht heute ein brutaler Verdrängungswettbewerb“, seufzt er. Neben den großen Publikumsverlagen, die in der Regel auf Masse und Kurzlebigkeit setzen, hat sich auch im Flächenland Brandenburg eine Nische herausgebildet, in der das spezielle, anspruchsvolle, schöne Buch gepflegt wird. Rafalski spricht von „haptischen, visuellen und inhaltlichen Erlebnissen“.

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Große Sorgfalt und Idealismus

Einige Aussteller, die er nach Potsdam eingeladen hat, stellen seit Jahren auf Messen wie der ArtBook Berlin aus. Künstlerbücher der Edition Ehrt aus Kleinmachnow oder der edition Galerie Vevais aus Bliesdorf (Oder) finden längst bei Liebhabern und Sammlern in ganz Deutschland Beachtung. „Mir geht es darum, die Brandenburger Szene aus dem Schatten Berlins zu lösen“, sagt Rafalski. Auf den Tischen werden auch Sachbücher, Lyrik, Belletristik und wissenschaftliche Werke zum Kauf ausliegen, die mit großer Sorgfalt und Idealismus hergestellt wurden. „Die hochwertigen Publikationen entstanden jenseits der Großstadt zum Teil an abgeschiedenen Orten des Landes. Sie sind viel zu versteckt, dabei können sie auch helfen, eine brandenburgische Identität auszuprägen“, beteuert Rafalski.

Um eine Arbeitsgemeinschaft Brandenburgische Buchverlage, die 1998 in Potsdam gegründet wurde, ist es in den letzten Jahren recht ruhig geworden. Den Openair-Büchermarkt im Rahmen des Festivals „Lit:potsdam“ hat Rafalski noch nicht erlebt. „Ich möchte aber bei unserer Aktivität das Hauptaugenmerk auf Qualität legen“, sagt er und verspricht: „Sollte die erste Messe ein Flop werden, eine zweite im Dezember 2019 in Potsdam wird es auf jeden Fall geben.“

info 1. Dezember, 10-16 Uhr. Stadt- und Landesbibliothek.

Von Karim Saab

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