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MAZ-Konzerttipp

Kris Barras und der Blues in Berlin

Mächtig im Kommen: Kris Barras.

Mächtig im Kommen: Kris Barras.

Potsdam.Wie kantig, verschlungen und vielfarbig Blues, Rock und ihre Verwandten klingen können, stellen Kris Barras, Savoy Brown und Jawbone mit ihren Auftritten in Berlin unter Beweis.

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16. September: Kris Barras Band

Kris Barras hat ein Kämpferherz. Das war schon so als er in den Käfig stieg, um als Profi der Mix-Martial-Arts kräftig auszuteilen. Dass der Engländer seit jungen Jahren, zunächst allerdings nebenher, an einer ganz anders gearteten Karriere bastelte, mag man kaum glauben.

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Denn Barras schulte seine Kehle und obendrein seine Fähigkeiten auf der E-Gitarre. Wenn man seine aktuelle Platte „Light It Up“ hört, dann lässt sich ohne Übertreibung feststellen, dass sich jahrelange Übung ausgezahlt hat. Das hatte er bereits im Frühjahr bei der Rockin’-The-Blues-Tour unter Beweis gestellt – mit Jonny Lang und Walter Trout, angesagten Kollegen vom gemeinsamen Label Provogue.

Unbedingt weiterhören

Und dann pfeift er auch noch dazu: Bror Gunnar Jansson atmet die letzten Zeilen des Auftaktstücks seines neuen Albums mit einem Röcheln aus. Eben noch hat der Schwede durchs Megafon eine tatsächliche Begebenheit durchlitten: Die Geschichte der Journalistin Kim Wall. Sie stieg in das U-Boot, das der Erfinder Peter Madsen allein gebaut hatte. Ein tödliche Entscheidung. Auch sonst kramt die Ein-Mann-Band so einige Verbrechen und Moritaten hervor. Alle wahr. Mal kommen seine Lieder getragen oder klapprig daher, dann wiederum recht füllig. Wenn man das vom Schlagwerk, das Bror parallel zur schleppenden, aber heavy und bluesy Stromgitarre bedient, überhaupt sagen kann. Doch er zieht bisweilen noch weiter das Tempo an. Ein Ein-Mann-Inferno aus Country, Folk und Blues. Nicht nur der unerhörte klang, auch seine Geschichten lassen einen sobald nicht los. Nordisch, düster und peinigend gut.

Bror Gunnar Jansson:The Found My Body In A Bag. Playground/Playground Music Publishing.

Wut im Blut.Das immerfort in Wallung gerät. Keine schlechte Ausgangsposition, um dem Blues-Rock mal so richtig in den Hintern zu treten. Die Blues Poets aus Hamburg bekommen das hin. Sogar schön dreckig fällt ihr jüngstes Album aus. Was an Sänger Gordon Grey liegt. Der gibt den angry man. Insbesondere aber liegt es an Marcus Nepomuc Deml. Der in Prag geborene deutsche Gitarrist ist längst kein unbeschriebenes Blatt. Eher ein Kompendium in Sachen Musik. Gefragt im Studio und auf der Bühne. Deml gibt den meisterliche Gitarrero. Er studierte in Los Angeles, betrieb das Ambient-Projekt Earth Nation, gründete Errorhead und vor drei Jahren die Blue Poets, zu denen noch Felix Dehmel am Schlagzeug und Phil Steen (Bass) gehören. Die vier schnappen sich, was nötig ist. Punktlandung.

The Blue Poets: All It Takes. Triple Coil Music/Broken Silence.

Kris Barras – zudem Frontmann der angesehenen Super Sonic Blues Machine – gibt sich in seinen Stücken erstaunlich schlagkräftig. Die zehren zum einen von der guten alten Verbindung aus Blues und Hardrock – es blitzen Deep Purple, der eine oder andere Lauf, der an Jimi Hendrix gemahnt, oder Gary Moore auf. Barras und Band gucken allerdings nicht fortlaufend zurück. Die Songs haken sich sofort fest. Zum anderen schwappt ihr Sound immer mal wieder hinüber zum fetten Südstaaten-Rock. Da brennt die Hütte!

19. September: Savoy Brown

Wie im Fieberwahn. Die Slide-Gitarre wimmert und stöhnt gleich im ersten Augenblick, erfasst den Körper, der sich in Schauern windet, während Bass und Schlagzeug stoisch den Rhythmus halten. Das geht in die Knochen. Ganz tief rein.

Kim Simmonds führt die Blues-Rock-Legende Savoy Brown an.

Kim Simmonds führt die Blues-Rock-Legende Savoy Brown an.

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Noch immer vermögen es Bandgründer Kim Simmonds – als einzige, über 54 Jahre beständige Größe – und die übrigen Mitglieder von Savoy Brown das Feuer des Blues-Rock lodern zu lassen. Wie gerade wieder geschehen auf „City Night“, dem mittlerweile 40. Album der Band, die in diesem Genre fraglos zu Englands Institutionen zählt.

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Simmonds, geboren in Südwales und bald 72 Jahre alt, hat seine Flying V fest und variabel im Griff. Blues und Boogie – die ganze Nacht. Dass er einst mit John Lee Hooker tourte, kann ja auch noch mal erwähnt werden.

25. September: Jawbone

Viel zu oft kommt es vor, dass die Musiker hinter den Stars auf der Bühne geradezu – verschwinden. Wie die vier Mitglieder von Jawbone. Sie haben bereits Eric Clapton, Van Morrison, Ronnie Wood, Robert Plant und Garth Hudson unterstützt.

Spielen mit den Stars und legen trotzdem gerade ihr Debüt vor: Jawbone Band aus London.

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Gerade Letzterer dürfte ein unumstößlicher Bezugspunkt sein: Denn die beiden Briten und die beiden Australier, die sich immer mal wieder über den Weg liefen, benannten sich nicht nur nach einem Stück von The Band, sondern sie teilen offenkundig auch deren überaus aufgeschlossene Musizierhaltung. Blues, Swing und Rock und manches mehr bringen Jawbone mit bestechender Eleganz zusammen.

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Nicht zu reden von der vokalen Güte, zu der Paddy Milner (Keyboard), Marcus Bonfanti (Gitarre) und Rex Horan (Bass) finden. Ergänzt durch Evan Jenkins am Schlagzeug. Geschmeidige Stimmbänder und instrumentale Klasse – was will man mehr? Roots-Rock von Debütanten aus London für das 21. Jahrhundert.

Die Konzerte: Die Kris Barras Band spielt am Montag, dem 16. September, um 20 Uhr im Musik & Frieden in Berlin-Kreuzberg. Savoy Brown gastieren am Donnerstag, dem 19. September, um 22.30 Uhr im Quasimodo in Berlin-Charlottenburg. Jawbone kommen am Mittwoch, dem 25. September, um 20.30 Uhr im Musik & Frieden.

Von Ralf Thürsam

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