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Nussnugat­cremes im Test

Abgeschmiert: Nutella landet bei Ökotest auf dem letzten Platz

DCX-Bild

Ökotest hat Nussnugatcremes getestet – und nur zwei für gut befunden.

Zucker, Kakao, Fett – dass Nussnugat­cremes nicht zu den gesündesten Lebensmitteln gehören, ist wohl den meisten Menschen bekannt. Lecker ist der süße Brotaufstrich dafür allemal. Doch wie sieht es eigentlich mit den Bestandteilen der Nussnugat­cremes und ihrer Herkunft aus? Dieser Frage ist die Verbraucherorganisation Ökotest nachgegangen und hat 21 Cremes getestet.

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Markenprodukte enttäuschen durch zu viel Zucker und Aromen

Das Ergebnis könnte einige Brotzeitgourmets schockieren: Ausgerechnet Nutella von Ferrero, die Mutter aller Nussnugat­cremes, landet bei Ökotest auf dem letzten Platz. „Ungenügend“ lautet das Urteil der Testerinnen und Tester. Nur eine weitere Creme schneidet genauso schlecht ab: die Haselnusscreme von Milka. Ein Grund für die schlechten Noten ist der Zuckergehalt: „Mit mehr als 56 Prozent sind die beiden Produkte die süßesten Aufstriche im Test“, schreibt Ökotest. Ein weiterer Kritikpunkt der Expertinnen und Experten: Sowohl Nutella als auch die Milka-Creme enthalten künstliche Aromen oder den Aromastoff Vanillin. Nur zwei weitere Produkte versuchen damit, den Geschmack aufzupeppen – dafür gibt es Punktabzug.

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Eine negative Besonderheit bei Milka: In der Creme stecken nur 5 Prozent Haselnussmasse. Nutella und die meisten weiteren Cremes enthalten etwa 13 Prozent Haselnüsse, einige wenige wie Nudossi oder die Nussnugatcreme der Biomarke Rapunzel sogar über 30 Prozent.

Blinder Fleck: Kinderarbeit im Haselnussanbau

Deutlich besser als die Markenaufstriche von Milka und Ferrero schneiden unter den Gesichtspunkten von Ökotest einige Produkte vom Discounter oder aus dem Drogeriemarkt ab. Das zeigt: Qualität in Sachen Nussnugat­cremes muss nicht unbedingt teuer sein. Nur zwei Produkte bekommen von Ökotest allerdings die Note „gut“: die Cremes von dm und der Rewe-Marke ja!. Letztere gehört mit anderen Discounterprodukten zur günstigsten Preisklasse: Ein 400-Gramm-Glas kostet 1,49 Euro.

Ökotest blickt aber nicht nur auf die Anteile der verschiedenen Inhaltsstoffe, sondern auch auf deren Herkunft und Produktionsbedingungen. Bei der Nussnugat­creme scheint dieser Aspekt besonders wichtig, denn die Zutaten Kakao, Palmöl und Haselnüsse werden häufig unter problematischen Umständen produziert. Gerade die Haselnüsse entpuppen sich im Test dabei als blinder Fleck – und zwar vor allem bei Biofirmen: In den Hauptanbauländern wie der Türkei sei Kinderarbeit ein massives Problem, so Ökotest. Während alle Eigenmarken der konventionellen Supermärkte ein Zertifikat der Rainforest-Alliance für ihre Haselnüsse nachweisen konnten, die nachweislich gegen Kinderarbeit kämpft, verfügt nur ein einziges der neun Bioprodukte über ein solches Zertifikat.

Hersteller haben Zucker reduziert

Mehr Bewusstsein herrscht dagegen in Sachen Palmöl: Alle Hersteller konnten Palmöl aus zertifizierten, nachhaltigen Quellen belegen, sieben Produkte kommen gleich ganz ohne das umstrittene Pflanzenfett aus und greifen stattdessen auf Rapsöl, Sonnenblumenöl und Kakaobutter zurück. Und auch beim Zucker gibt es Fortschritte: Viele Hersteller haben den Zuckeranteil reduziert, schreibt Ökotest. Während vor vier Jahren noch 15 Produkte einen stark erhöhten Zuckergehalt vorwiesen, waren es beim aktuellen Test nur noch vier.

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Ein Problem, das alle Nussnugat­cremes teilen, sind Mineralölbestandteile. Die sogenannten MOSH gelangen in das Produkt, wenn Rohwaren mit Schmieröl in Kontakt kommen. Das könne über Erntemaschinen, bei der Verarbeitung oder auch durch Verpackungen wie Jutesäcke, die mit Mineralöl behandelt werden, passieren, so Ökotest. Bei insgesamt 17 Cremes wurde im Labor ein „leicht erhöhter“ oder „erhöhter“ Gehalt an Mineralölbestandteilen nachgewiesen. Die restlichen vier Produkte enthielten zumindest Spuren.

RND/kau

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