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Schule

Auftritt von Jörg Meuthen (AfD) ist an der Saldria umstritten

Das Von-Saldern-Gymnasium in Brandenburg an der Havel ist auch Europaschule.

Das Von-Saldern-Gymnasium in Brandenburg an der Havel ist auch Europaschule.

Brandenburg/H.Im Von-Saldern-Gymnasium in Brandenburg/Havel ist eine Diskussion um Jörg Meuthen entbrannt. Denn der Bundesvorsitzender der AfD hat zugesagt, an einer Podiumsdiskussion teilzunehmen, welche die Europaschule am 9. Mai schulintern veranstaltet.

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Einmal im Jahr richtet das Von-Saldern Gymnasium de sogenannten Europatag aus, den Schüler maßgeblich mitgestalten. Am 9. Mai werden in der Schule wiederum viele Veranstaltungen zum Thema Europa laufen, berichtet Direktor Thomas Reuß. Zum Beispiel ein EU-Buffet, Schülerforen mit Botschaftern verschiedener Länder, Spiele und Wettbewerbe.

Zum Programm gehört an dem Europatag auch eine Podiumsdiskussion vor Schülern der Jahrgangsstufen 11 und 12. Das Thema lautet: „Sicherheit in Europa“.

Schulleiter Thomas Reuß.

Schulleiter Thomas Reuß.

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Eingeladen dazu sind Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien. Bündnisgrüne und FDP haben bisher nicht auf die Einladung reagiert. Zugesagt haben aber die Bundestagsabgeordneten Dietlind Tiemann (CDU) und Anke Domscheit-Berg (Linke), der Landtagsabgeordnete Ralf Holzschuher (SPD) und – durchaus überraschend – Jörg Meuthen, also der Bundesvorsitzende der AfD. Gegen die Teilnahme eines AfD-Politikers regt sich nun Protest.

Flugblätter, für die niemand verantwortlich zeichnet, wurden nach Auskunft der Direktors im Umfeld der Schule verteilt. Wer dahinter steht wisse er nicht. Reuß fände es besser, wenn Schüler, die anderer Meinung sind, ihre Kritik nicht nur anonym oder auf der Internetplattform „Instagram“ äußern würden.

Gymnasium ist „Schule ohne Rassismus“

Auf dem Flyer ist zu lesen, es sei untragbar, dass das Gymnasium, das sich als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bezeichnet, „einem Vertreter einer rassistischen und fremdenfeindlichen Partei eine Plattform bietet“.

Das Von-Saldern-Gymnasium in Brandenburg an der Havel ist auch Europaschule.

Das Von-Saldern-Gymnasium in Brandenburg an der Havel ist auch Europaschule.

Weitere Erläuterungen folgen sowie der Aufruf, der AfD zu zeigen, „dass sie es nicht schafft, ihre Fremdenfeindlichkeit an unsere Schule zu tragen“. Anonym wird dazu aufgefordert, den Auftritt von Vertretern eine „rassistischen Partei“ zu verhindern.

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Schuldirektor Reuß weist zum einen darauf hin, dass die Diskussion gut vorbereitet sei mit einem Fragenkatalog an die Teilnehmer. Er hält es zudem für wichtig, dass sich Schüler mit Ansichten auseinandersetzen, die sie womöglich nicht teilen. Zum demokratische Bildungsauftrag gehöre eine vernünftige und faire Auseinandersetzung mit verschiedenen Meinungen. Als demokratisch gewählte Partei möchte die Schulkonferenz die AfD nicht ausgrenzen.

Eltern dürfen an Debatte teilnehmen

„Schule ohne Rassismus“ zu sein bedeute nicht, andere Meinungen auszugrenzen. Reuß: „Rassismus heißt auch Ausgrenzen.“ Der Schulleiter weist darauf hin, dass die schulinterne Podiumsdiskussion, an der auch Eltern teilnehmen dürfen, für die Schüler keine Pflichtveranstaltung sei.

Nach seinen Worten sind die an der Vorbereitung beteiligten Schüler „verwundert“ über den Protest. Die Vorwürfe gegen ihre Europaschule belaste die Schüler, zumal sie nicht wissen, wer hinter den Vorwürfen steht. Das herauszufinden sei auch den Schülern nicht gelungen. „Mit Kritikern im Nebel der Anonymität können wir uns leider nicht auseinandersetzen“, bedauert Reuß.

AfD-Mitarbeiter weist Rassismus-Vorwürfe gegen seine Partei zurück

AfD-Chef Meuthen wird am 9. Mai „natürlich an der Diskussion teilnehmen“, wie sein Referent Tomasz Froelich der MAZ an diesem Mittwoch versichert. „Wir kennen solche Proteste, davon lässt sich Herr Meuthen selbstverständlich nicht abhalten“, heißt es aus dem Büro des Parteichefs. Dieser sei bekannt dafür, dass er, soweit möglich, auch mit entschiedenen Gegnern der AfD das Gespräch suche.

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Meuthens Referent weist im Übrigen den Vorwurf im Flugblatt zurück, die AfD sei eine rassistische und fremdenfeindliche Partei.

Die Schule will dafür Sorge tragen, dass die Veranstaltung am 9. Mai ungestört laufen kann.

Von Jürgen Lauterbach

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