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Brandenburg an der Havel

Ausflug ins Mittelalter bei der Archäotechnica im Brandenburger Paulikloster

Klänge aus dem Mittelalter präsentiert das Musiktheater Dingo bei der Archäotechnica im Paulikloster.

Klänge aus dem Mittelalter präsentiert das Musiktheater Dingo bei der Archäotechnica im Paulikloster.

Brandenburg/H. Das Mittelalter zieht die Menschen bis heute in seinen Bann. Auch das Archäologische Landesmuseum Brandenburg lässt dieses Interesse nicht unbeeindruckt. Schon mehrfach wurden Aspekte des Mittelalters im Rahmen verschiedener Veranstaltungen aufgegriffen.

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Am Samstag, 20. August, und am Sonntag, 21. August, jeweils in der Zeit 10 bis 17 Uhr ist es jetzt wieder soweit. Am letzten Ferienwochenende heißt es bei der Archäotechnica: „Ritter, Minne, Tafelfreuden“. Hierzu konnte das Archäologische Landesmuseum zahlreiche Fachleute aus verschiedensten Bereichen nach Brandenburg an der Havel einladen.

Die Welt des Rittertums

Ein Wochenende lang haben Besucher die Möglichkeit, alte Handwerkstechniken, aber auch Lebenskultur, Mode, Ernährung, Freizeitgestaltung sowie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse rund um den mittelalterlichen Adel und die überraschend facettenreiche Welt des Rittertums kennenzulernen.

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Unter anderem stellt der Verein Rabenbanner Angehörige des Deutschen Ordens während des späten Mittelalters dar. Aber wie gestaltete sich der Alltag der Ordensmitglieder und an welche Ideale und Verpflichtungen waren diese gebunden?

Auch Milan Klindworth wird einen Angehörigen so genannter Hospitalorden verkörpern. Ihre Mitglieder widmeten sich vorrangig der Pflege von Kranken und Mittellosen. Während der Kreuzzüge wurden diese Einsatzgebiete jedoch um ein wichtiges Element erweitert – nun wurden von den Ordensmitgliedern auch militärische Aufgaben übernommen.

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Doch wie wurden militärische Auseinandersetzungen im hohen und späten Mittelalter ausgefochten? Welche Kampftechniken beherrschten beispielsweise Ritter? Mit welchen Waffen ging man zu Werke? Und konnte man sich in Kettenhemd und Rüstung überhaupt adäquat bewegen? Auf diese Fragen werden die Akteure der Archäotechnica Antworten geben können.

Arne Koets wird eine Auswahl verschiedener Kampftechniken hoch zu Ross sowie zu Fuß vorführen und erläutern. Den Besuchern wird sich zeigen, dass Mensch und Pferd bestens trainiert sein mussten, um im Schlachtgetümmel als eine Einheit aufzutreten. Auch das Beherrschen schwerer und gefährlicher Waffen bei gleichzeitigem Tragen verschiedener Rüstungselemente setzte Übung voraus.

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Kriegskunst und höfische Kultur

Über die Kriegskunst im ausgehenden Mittelalter informiert die Interessengemeinschaft Kurfürstlich Sächsische Kriegsknechte 1475. Als bewaffnete Männer versahen Kriegsknechte militärische Dienste im Auftrag eines Herrn. Sie waren professioneller Kämpfer, welche für ihren Einsatz entlohnt wurden – man kennt sie auch unter dem Namen Söldner.

Wie effektiv die Kampfinstrumente jener Zeit waren, lässt sich noch heute an menschlichen Überresten ablesen. Die Anthropologin Bettina Jungklaus wird bei der Veranstaltung zeitgenössische Knochenfunde aus dem Land Brandenburg zeigen und an diesen durch Waffen entstandene Verletzungsmuster erläutern.

Doch steht die diesjährige Archäotechnica nicht im nur Zeichen von Kampf und Schwert, denn höfische und ritterliche Lebenskultur kannte durchaus auch angenehme Seiten.

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Klang- und sehnsuchtsvoll wird es mit den Darbietungen vom Kasseler Musiktheater Dingo, deren Spielleute sich dem Minnesang auf eigene Weise nähern. Mit abwechslungsreichem, historisch inspiriertem Instrumentarium und verschiedenen Gesangsstimmen präsentieren sie Lieder von der unerreichbaren hohen Dame. Lothar Jahn wird die Kurzkonzerte mit unterhaltsamen wie informativen Geschichten rund um Minnesang und Minnelyrik anreichern, und eines sei vorab verraten: Nicht nur Walther von der Vogelweide war ein Star am Minnehimmel jener Zeit und nicht nur Herren wurden musikalisch tätig.

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Wie hochwertig die Kleidung und wie wechselhaft die Haarmoden der Eliten im hohen Mittelalter waren, werden die Mitglieder der Interessengemeinschaft Wolf sowie Katrin Kania vermitteln. Während die Interessengemeinschaft Einblicke in die adlige Lebenswelt gewährt, welche von Freizeitspielen bis hin zu einer aufwendigen öffentlichen Repräsentation reicht, wird die Textilexpertin zeigen, wie mit Geduld und Können goldbestickte Stoffe entstehen.

Mittelalterspezialisten erklären Vergangenheit

Und wer bisher meinte, dass die mittelalterliche Tischkultur der Oberschicht darin bestand, mit fettigen Fingern einen Braten zu zerlegen und aus übergroßen Trinkhörnern zu schlürfen, wird von Andrej Pfeiffer-Perkuhn vom Geschichtsfenster sicher eines Besseren belehrt werden.

Welche historischen und archäologischen Zeugnisse uns zur Erforschung des Adels zur Verfügung stehen, erläutert der Mittelalterspezialist und Mitarbeiter des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, Christof Krauskopf.

Und wer schon immer wissen wollte, was die eindrucksvollen Wappen jener Zeit aussagen, dem sei ein Besuch am Stand des Vereins „Herold“ empfohlen. Ludwig Biewer wird hier die Grundzüge der Heraldik umreißen und erklären, warum dieses Fachgebiet eine wichtige Quelle zur Erforschung des Mittelalters darstellt.

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Karten für die Archäotechnica kosten fünf Euro, ermäßigt 3,50 Euro, ein Familienticket zehn Euro. Kinder unter zehn Jahren sind frei. Der Eintritt berechtigt auch zum Besuch des Landesmuseums, inklusive der aktuellen Dauerausstellung „Lein oder nicht Lein. Geschichte einer Kulturpflanze“.

Weitere Informationen: www.landesmuseum-brandenburg.de

Von Fatima Wollgast

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