Brandenburg an der Havel

Horrorcrash des SPD-Politikers: Stohns Rettung wurde offenbar nicht absichtlich verzögert

Erik Stohn trainiert nach seinem schweren Unfall und mehrere Operationen wieder.

Erik Stohn trainiert nach seinem schweren Unfall und mehrere Operationen wieder.

Brandenburg/H. Es spreche derzeit nichts dafür, dass während des Rettungseinsatzes für den Landtagsabgeordneten Erik Stohn (SPD) die Rettung verzögert wurde oder dass ein Angehöriger des Rettungsdienstes versucht habe, das Unfallopfer Stohn verbluten zu lassen.

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Das sagt der Brandenburger Beigeordnete Thomas Barz (CDU), der für die Rettungsleitstelle und die Berufsfeuerwehr in der Havelstadt verantwortlich ist.

Rettungsstelle in Brandenburg an der Havel

Barz ist sich sicher, dass man zu Wochenanfang ganz offiziell feststellen werde, was sich jetzt im Rahmen der Prüfung des Vorgangs abzeichne: Der Einsatz selbst sei in dem Bereich, den die Rettungsstelle zu verantworten habe, ordnungsgemäß verlaufen. Dass man sich von dem Disponenten, der den Rettungsanruf aufnahm, gleichwohl trennen wolle, stehe in „keinem kausalen Zusammenhang“ mit der Abarbeitung des Einsatzes selbst.

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Gleichwohl prüft nach den Berichten über mögliche Verzögerungen beim Rettungseinsatzes am 10. Dezember die Staatsanwaltschaft die Aufnahme von Ermittlungen. Stohn war im Landkreis Teltow-Fläming mit seinem Opel nach einem Reifenplatzer gegen einen Baum gerast. Er wurde schwer verletzt, das Auto erlitt Totalschaden und wurde inzwischen zur Verwertung nach Polen gebracht.

Rettung in Teltow-Fläming absichtlich verzögert?

Wie die MAZ am Donnerstag zuerst berichtete, hatte Stohn gegenüber dem Brandenburger Oberbürgermeister am Dienstag schriftlich sinngemäß die Sorge geäußert, der Rettungseinsatz nach seinem schweren Unfall könnte vom Disponenten der Rettungsstelle absichtlich verzögert worden sein.

Thomas Barz (CDU) ist der zuständige Beigeordnete der Stadt Brandenburg für die Rettungsstelle und die Berufsfeuerwehr.

Thomas Barz (CDU) ist der zuständige Beigeordnete der Stadt Brandenburg für die Rettungsstelle und die Berufsfeuerwehr.

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Schließlich habe der Transport von der Unfallstelle zum Krankenhaus über zwei Stunden gedauert, so Stohn und: „Diese übermäßige, lange Zeitspanne hat mich erneut in eine lebensbedrohliche Situation gebracht, da ich unter erheblichem Blutverlust litt. Bei einem noch länger andauernden Rettungswageneinsatz hätte ich verbluten können.“

Wie berichtet, ist der Disponent der Brandenburger Rettungsleitstelle, der den Notruf nach dem Unfall von Stohn aufnahm, inzwischen freigestellt worden. Ihm würden in mehreren Fällen rechtsextreme und verschwörungstheoretische Äußerungen im Dienst sowie die Verbreitung von Verschwörungsideologien vorgeworfen, bestätigte der für die Rettungsstelle zuständige Beigeordnete Thomas Barz (CDU).

Disponent in Brandenburg an der Havel mehrfach auffällig geworden

Der Mann soll im Zusammenhang mit Stohn von „Volksverrätern bei CDU und SPD“ gesprochen haben und dass Stohn doch „ruhig hätte schneller fahren können“. Der Verdacht absichtlich unterlassener Hilfeleistung stand im Raum. Das Online-Portal „t-online.de“ verstieg sich in der Folge der MAZ-Berichterstattung zu der Überschrift: „Wollte Rettungsdienst-Mitarbeiter SPD-Mann verbluten lassen?“

„Dafür spricht aus unserer Sicht nichts“, betonte Barz am Freitag. Die Äußerungen des Mannes, die „zum Teil noch drastischer sind als bekannt“, seien, so Barz, nach dem Einsatz gefallen und dokumentiert worden.

Unfallmeldung lief in Brandenburg an der Havel auf

In der Folge der Unfallmeldung wurden aber sofort Notarzt, Rettungsdienst und Feuerwehr verständigt und seien ausgerückt. Die Unfallmeldungen werden in der Leitstelle aufgezeichnet und das Handeln der Disponenten ist daher nachverfolgbar.

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Der Notarzt habe den schwer verletzten Stohn dann vor Ort und im Rettungswagen behandelt. Für die Weiterversorgung nutzen alle Notärzte der Region das System Ivena. Über Ivena erhalten Rettungsdienste in Echtzeit Informationen über verfügbare und für Verletzung des Patienten geeignete Versorgungskapazitäten der regionalen Krankenhäuser.

Intensivstation der Klinik in Luckenwalde länger abgemeldet

Und augenscheinlich war zum Zeitpunkt des Unfalls die Intensivstation der Klinik in Luckenwalde für mehrere Tage abgemeldet gewesen, woraufhin der Rettungswagen nach Ludwigsfelde fuhr. Das hatte offenbar etwa eine halbe Stunde Zeitverzug zur Folge.

In Ludwigsfelde mussten die Ärzte Stohn dann fünf Transfusionen Blut geben. Inzwischen hat Erik Stohn nach Wochen des Klinikaufenthaltes in der Unfallklinik in Mahrzahn das Krankenhaus verlassen und ist in der Reha-Phase.

Wie Barz der MAZ weiter sagt, habe der freigestellte Disponent wohl auch erst später erfahren, dass es sich bei dem Unfallopfer um den prominenten SPD-Landespolitiker gehandelt habe. Bei Unfallmeldungen in der Leitstelle werden Ort, Unfallhergang und Zustand des Opfers abgefragt und nur allgemeine Informationen erfasst, die die Rettung brauche.

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Offizielle Bekanntgabe der Prüfung in Brandenburg an der Havel am Montag

„Die Aufarbeitung des Falls läuft und ich halte es auch für nachvollziehbar, dass Herr Stohn aufgebracht ist“, sagt Barz. „Aber ein kausaler Zusammenhang zischen der Rettungsfahrt und den Äußerungen des Disponenten besteht aktuell nicht“, sagt Thomas Barz.

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