Brandenburg an der Havel

MAZ-Sterntaler: Familie Hakimi will endlich richtig ankommen

Familie Hakimi und Mohammadi ist erst vor kurzem aus Neuruppin nach Hohenstücken gezogen.

Familie Hakimi und Mohammadi ist erst vor kurzem aus Neuruppin nach Hohenstücken gezogen.

Brandenburg/H. Einfach mal zur Ruhe kommen und sich als Familie niederlassen: Das war der Wunsch von Zarifa Hakimi und Zabi Mohammadi, als sie vor wenigen Monaten in die Havelstadt zogen. Hier hat der Familienvater einen Job in der nahegelegenen Dönerbude – und die autistische Tochter Saghars mit der Nähe zu Potsdam geeignete Fördermöglichkeiten.

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Schnell mussten die Eltern von drei Kindern feststellen, dass ihr Umzug von Neuruppin nach Brandenburg an der Havel einige Hürden mit sich bringt. Denn mit ihren neuen Nachbarn in Hohenstücken gibt es seit Tag eins an immer wieder Probleme. „Das Leben ist für uns seit dem Umzug schwieriger geworden“, sagt Zarifa Hakimi. „Wir dachten, hier in Brandenburg würde es vor allem für unsere Tochter besser werden.“ Doch stattdessen muss sich die 31-Jährige im Mutterschutz immer wieder mit den Beschwerden der Nachbarn auseinandersetzen.

Beschwerden von Nachbarn in Hohenstücken

Sie wirkt verzweifelt – denn ihre neunjährige Tochter ist aufgrund der Behinderung etwas forscher, tobt viel rum und kann sich nur mit Rufen und Lauten bemerkbar machen. Das könne sie als Mutter nun mal nicht ändern.

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Die Nachbarn sehen das allerdings anders: Der Boden würde im Erdgeschoss vibrieren, sobald sich Saghars im dritten Stock bewegt. Und wenn sie schreit, höre man das sowieso. Zarifa Hakimi hatte diese Probleme in Neuruppin nicht – die Familie ist verzweifelt.

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So verzweifelt, dass sie kürzlich sogar ihr Auto verkauften und Geld bei dem Bruder leihen mussten, um die eigenen vier Wände mit neuen Teppichen zu isolieren. „In Neuruppin war unsere Ausstattung so alt, dass wir fast nichts mitbringen konnten“, ergänzt die Mutter.

Nun sei die Wohnung zwar ausgestattet, doch ob die Nachbarn Ruhe geben, ist unklar. „Mal schauen, ob die Teppiche helfen, noch sind sie sehr neu.“

Im Kinderzimmer lässt es sich gut gemeinsam spielen.

Im Kinderzimmer lässt es sich gut gemeinsam spielen.

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Doch nun ist ein neues Problem aufgetaucht: Ohne Auto verlässt die Familie kaum noch das Haus. „Mit meiner Tochter kann ich nicht mit dem Bus oder Zug fahren“, sagt Zarifa Hakimi. Ihre Tochter sei sehr unruhig – und der Mutter sind die Blicke der Menschen unangenehm. Doch je mehr Zeit sie zu Hause verbringt, desto schneller beschweren sich auch die Nachbarn – ein Teufelskreis, den sie nicht zu unterbrechen weiß.

Von Afghanistan über den Iran nach Brandenburg

Ursprünglich kommen Zarifa Hakimi und ihr Mann Zabi Mohammadi aus Afghanistan. Doch ihre Fluchtgeschichte begann nicht erst vor sechs Jahren, als sie mit Tochter Saghars und Baby Sam nach Deutschland kamen. „Unsere Familien sind damals schon vor der Taliban in den Iran geflohen. Dort haben wir uns kennengelernt“, berichtet das Ehepaar.

So kommt ihre Sterntaler-Spende an

Die MAZ sammelt mit der großzügigen Unterstützung von Leserinnen und Lesern Sterntaler-Spendengeld, um damit Wünsche zu erfüllen, manchmal auch um ein bisschen Licht ins plötzliche Dunkel zu bringen.

Spenden für die MAZ-Sterntaler können Sie auf das Konto des DRK-Kreisverbandes Brandenburg überweisen: DE77 1606 2073 0100 0707 00.

Bitte geben Sie als Spendenzweck „MAZ-Sterntaler“ an und nennen Sie Namen und Adresse, sodass das DRK Ihnen eine Spendenquittung ausstellen kann.

Bis zu einem Betrag von 300 Euro benötigen Sie keine Spendenquittung. Dem Finanzamt reicht dafür in der Steuererklärung Ihr entsprechender Kontoauszug.

In Deutschland, so hofften sie, sollte die junge Familie sicher sein. Zabi Mohammadi dachte, er könnte schon bald als Tischler arbeiten – immerhin hat er diesen Job im Iran ausgeübt. Doch Sprachkenntnisse und Schwierigkeiten mit der Anerkennung der Ausbildung verhindern das bis heute. Stattdessen hilft der 37-Jährige in einem Brandenburger Döner-Imbiss aus und hofft weiter auf die ihm versprochene Vollzeitstelle.

Von Neuruppin nach Brandenburg an der Havel

Von all den Schicksalsschlägen bekommt der sechsjährige Sam wenig mit. Er hat sich in der neuen Stadt gut eingelebt, auch wenn er noch oft nach seinen Freunden in Neuruppin fragt. In der Kita spielt er gerne, am liebsten mag er die sportlichen Aktivitäten: „Ich würde gerne Boxen lernen“, erzählt der aufgeweckte Junge. Doch das gibt es im Kindergarten für das Vorschulkind nicht.

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Nächstes Jahr wird der sechsjährige Sam in der Schule schreiben und lesen lernen. Noch nutzt er seine Freizeit gerne zum Malen.

Nächstes Jahr wird der sechsjährige Sam in der Schule schreiben und lesen lernen. Noch nutzt er seine Freizeit gerne zum Malen.

Vielleicht erfüllen ihm die MAZ-Sterntaler diesen Wunsch. Denn durch die etablierte Spendenaktion landen jedes Jahr Weihnachtsgeschenke unter den Tannenbäumen von Familien, die ihre Finanzen streng im Blick behalten müssen. Durch den Umzug und das neugeborene Baby Sascha gilt das auch für die Familie Hakimi/Mohammadi.

Familie feiert Weihnachten mit Tannenbaum

Für ihre Kinder gibt Zarifa Hakimi dennoch immer ihr bestes. Sie will, dass sie eine glückliche Kindheit haben – und dazu gehört auch ein fröhliches Weihnachtsfest. „Es ist nicht wirklich unsere Kultur, aber so ein Weihnachtsbaum gefällt mir auch“, sagt sie. „Ich verstehe nur nicht, warum der Baum immer erst so kurz vor Weihnachten geschmückt wird.“

Noch ist die Wohnung etwas kahl, aber Baby Sascha schmückt zumindest das Wohnzimmer.

Noch ist die Wohnung etwas kahl, aber Baby Sascha schmückt zumindest das Wohnzimmer.

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Nun steht das erste Weihnachtsfest im neuen Zuhause in Brandenburg an der Havel schon bald bevor. Die Familie hofft auf eine besinnliche Zeit, ohne Stress mit den Nachbarn. Und auf ein gutes Jahr 2023, indem sie so richtig in Brandenburg an der Havel ankommen.

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