Brandenburg an der Havel

MAZ-Sterntaler für die Kinder und Jugendlichen im Brandenburger Notdienst

Kathrin Große (links) leitet den Kinder- und Jugendnotdienst in Brandenburg an der Havel. Michéle Gaebel ist die Teamleiterin der Einrichtung. 

Kathrin Große (links) leitet den Kinder- und Jugendnotdienst in Brandenburg an der Havel. Michéle Gaebel ist die Teamleiterin der Einrichtung.

Brandenburg/H. Puschen gibt es und Bademäntel. Was fehlt noch? „Bettwäsche können wir auch immer gebrauchen“, sagt Kathrin Große, Leiterin des Kinder- und Jugendnotdienstes in Brandenburg an der Havel. Hausschuhe, Bademäntel und Bettwäsche sind dort Verbrauchsgüter – aus Sicht der Einrichtung, nicht aber der Kinder und Jugendlichen.

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Wenn sich die Wogen im stürmischen Leben ihrer Familien entweder geglättet haben oder für die jungen Leute ein neues Zuhause gefunden worden ist, „nehmen sie diese Sachen meistens mit“, sagt Kathrin Große. Deshalb spendieren die MAZ-Leserinnen und -Lesern mit ihren Sterntaler-Spenden viele Puschen, Bademäntel und Bettwäsche-Sätze.

Die Kinder im Notdienst Brandenburg an der Havel werden immer jünger

Und zwar in vielem Größen, denn die Mädchen und Jungen, denen die Notdiensttür in der Neuendorfer Straße offen steht, sind zwischen mehreren Monate und knapp 18 Jahre alt. Die Altersstruktur, sagt Kathrin Große, hat sich in den vergangenen Jahren merklich gewandelt: „Die Kinder werden immer jünger“.

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Wer in diesem Haus Unterschlupf findet, würde sonst auf der Straße oder weiter in miesen Verhältnissen sitzen. Nicht selten ist es die Polizei, die Kinder aus Wohnungen holt, wo die Eltern vollkommen überfordert sind und sich nicht ordentlich um ihre Kleinen kümmern. Mütter gehen feiern, lassen sich volllaufen oder knallen sich mit Drogen zu – derweil vergessen sie ihre Kinder. Bis Nachbarn das Wimmern in der Wohnung nebenan hören und die Polizei rufen.

So kommt ihre Sterntaler-Spende an

Die MAZ sammelt mit der großzügigen Unterstützung von Leserinnen und Lesern Sterntaler-Spendengeld, um damit Wünsche zu erfüllen, manchmal auch um ein bisschen Licht ins plötzliche Dunkel zu bringen.

Spenden für die MAZ-Sterntaler können Sie auf das Konto des DRK-Kreisverbandes Brandenburg überweisen: DE77 1606 2073 0100 0707 00.

Bitte geben Sie als Spendenzweck „MAZ-Sterntaler“ an und nennen Sie Namen und Adresse, sodass das DRK Ihnen eine Spendenquittung ausstellen kann.

Bis zu einem Betrag von 300 Euro benötigen Sie keine Spendenquittung. Dem Finanzamt reicht dafür in der Steuererklärung Ihr entsprechender Kontoauszug.

Manchmal klopfen Kinder und Jugendliche von sich aus an das Tor, weil sie es Zuhause nicht mehr aushalten. „Das hat in den vergangenen Jahren abgenommen“, sagt Kathrin Große. Dafür kämen immer mehr Eltern und bäten darum, ihre Kinder aufzunehmen. Eine Ursache: „Wir erleben immer mehr psychisch kranke Eltern“, sagt Michéle Gaebel, Teamleiterin des Notdienstes, der in der Regie des VHS-Bildungswerkes läuft.

Kathrin Große leitet den Notdienst seit 1999. Seinerzeit lag der Altersdurchschnitt bei 12 Jahren. „Die Zahl ist massiv gesunken“, sagt sie. Eine Ursache: „Die Eltern werden immer jünger.“ Und auch dies erlebe sie ab und zu: „Wir nehmen Kinder auf, deren Mütter bei uns waren.“

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Sechs Plätze bietet die Einrichtung. „Wir haben aber mehr Betten zur Verfügung, um flexibel reagieren zu können“, sagt Kathrin Große. In der Regel sei der Notdienst überbelegt. „Aber wo sollen sie sonst hin? Wir können sie ja nicht auf die Straße entlassen.“

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Der Druck auf diese Einrichtungen sei mächtig gestiegen. Bundesweit gebe es einfach zu wenig Plätze für Kinder und Jugendliche in solchen Notlagen, sagt Kathrin Große. „Wir hatten sogar schon Anfragen aus Bayern, die Plätze suchten.“

Der Kinder- und Jugendnotdienst sitzt in der Neuendorfer Straße.

Der Kinder- und Jugendnotdienst sitzt in der Neuendorfer Straße.

Ob nun vom Jugendamt gebracht, von einer Kinderarztpraxis geschickt und aus eigenem Antrieb: „Die Kinder und Jugendlichen brauchen erst einmal Ruhe und eine verlässliche Struktur“, erläutert Kathrin Große. Deshalb seien feste Zeiten, eine klare Ordnung und Rituale sehr wichtig. Zähneputzen ist so ein Ritual.

Strenge Hausordnung im Brandenburger Kinder- und Jugendnotdienst

Die Hausordnung, sagt Michéle Gaebel, „ist eine strenge, zum Beispiel muss um 18 Uhr jeder drin sein“. Dagegen rebelliere kaum jemand. Im Gegenteil: „Die Kinder achten selbst darauf.“ Das täten sie nicht widerwillig, versichert Michéle Gaebel. Selbst die Jugendlichen „sind gern hier“.

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Viele Kinder müssten erst einmal das Essen lernen. „Bei Tisch stopfen sie alles in sich hinein“, erzählt Kathrin Große, „bis sie merken, dass immer genug da ist“. Wie auch anders, wenn die Kinder nicht wissen, wann es nach der Pizza die nächste Mahlzeit gibt und horten müssen?

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Verändert habe sich auch die Verweildauer. Früher seien die Kinder und Jugendlichen durchschnittlich sechs Wochen im Notdienst gewesen. „Dieser Wert hat sich verdreifacht“, sagt Kathrin Große. Ein Aufenthalt von sechs Monaten sei nicht ungewöhnlich.

Weihnachten im Kinder- und Jugendnotdienst Brandenburg an der Havel

Welche Mädchen und Jungen mit den Betreuerinnen und Betreuern Weihnachten in der Neuendorfer Straße verleben, kann man heute nicht sagen. Sicher ist nur, dass einige Kinder und Jugendliche in der Einrichtung sein werden. Die MAZ-Sterntaler werden ihnen die Festtage ein wenig süßer machen. Neben den Puschen und Bademänteln gibt es Schokolade, Kekse und anderen Süßkram, der gut ist für die Seele.

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