Brandenburg an der Havel

Brandenburg an der Havel: Für Blutkrebs-Patient Stefan ist der ideale Spender gefunden

André (links) und Stefan Recht sind Brüder und demnächst auch Blutsbrüder. Der genetische Zwilling André kann dem an akuter Leukämie erkrankten Stefan lebensrettende Stammzellen spenden.

André (links) und Stefan Recht sind Brüder und demnächst auch Blutsbrüder. Der genetische Zwilling André kann dem an akuter Leukämie erkrankten Stefan lebensrettende Stammzellen spenden.

Brandenburg/H. Fast wie im Märchen. Der an akuter Leukämie erkrankte Stefan Recht (34) aus Brandenburg an der Havel kann sehr viel Hoffnung schöpfen. Er hat einen genetischen Zwilling. Es ist der eigene Bruder. André Recht (41) ist als Stammzellspender vorgesehen.

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„Stefan freut sich, André freut sich, wir alle freuen uns“, sagt Schwester Anita zur jüngsten Entwicklung. Doch noch einmal von vorn.

Vor einigen Wochen ist die schwere Blutkrankheit erneut bei dem Brandenburger Bundeswehrsoldaten ausgebrochen, nachdem er im Jahr 2018 die Krankheit überwunden und die Chemotherapien überstanden hatte. Leider kehrte der Blutkrebs aber vier Jahre später zurück.

Brandenburg/Havel: Familie und Freunde nehmen den Kampf auf

Stefan Recht musste in diesem Spätsommer erneut in die Charité nach Berlin und erhält seither wieder Chemotherapie. Parallel setzten seine Partnerin, die Mutter, Geschwister und Freunde alle Hebel in Bewegung, um einen passenden Stammzellspender für Stefan zu suchen, einen genetischen Zwilling also. Sie haben ihn gefunden. Das Gute liegt oft so nah.

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Die Charité hat natürlich geprüft, ob sich womöglich nächste Angehörige wie Geschwister als Spender eignen. Immerhin findet sich in Deutschland in etwa 30 Prozent der Fälle ein Spender innerhalb der Familie. Erst seit wenigen Tagen steht fest: Die relevanten Merkmale von Bruder André zeigen eine hohe Übereinstimmung mit denen des kranken Stefan.

Als erster hat es Stefan selbst erfahren. Im Fahrstuhl der Charité trifft er seinen Chefarzt. Der macht ihm Mut: „Die meisten Merkmale ihres Bruders stimmen überein, aber wir müssen abwarten bis zum endgültigen Ergebnis.“ Das kommt am selben Nachmittag.

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Die schöne Feierabendbotschaft

Stefan hat gerade Besuch von seinem Freund Kay. Der Chefarzt kommt hinzu und sagt nur: „Ihr Bruder ist Ihr Spender. Schönen Feierabend.“ Die frohe Kunde landet anschließend zuerst beim edlen Spender. Stefan verschmitzt zu André: „Ab jetzt muss du ordentlich auf deinen Körper achten! Denn du bist mein Spender.“

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Die brüderliche Stammzellübertragung sollte Stefans Geschichte die entscheidende Wendung geben. So wie es bei den beiden jungen Brandenburgerinnen Frances und Mara vor wenigen Jahren bereits der Fall war, die an akuter Leukämie erkrankt waren mit Hilfe einer Spende gesund geworden sind.

In diesen Tagen kann Mutter Eva ihren Sohn nach dessen erstem Chemotherapie-Zyklus in der Charité daheim verwöhnen. Zum Beispiel mit Lieblingsspeisen.

In diesen Tagen kann Mutter Eva ihren Sohn nach dessen erstem Chemotherapie-Zyklus in der Charité daheim verwöhnen. Zum Beispiel mit Lieblingsspeisen.

Aktuell hat Stefan seine ersten Chemotherapie-Zyklus hinter sich gebracht und lebt derzeit bei seiner Mutter, die ihn hegt und pflegt. Jeden Tag eine Leibspeise, was will man mehr? Im Moment darf Stefan so gut wie alles essen.

Am 16. November geht es dann zurück in die Charité zur nächsten Chemo. Ein Spaziergang werden die nächsten Wochen und Monate sicher nicht, denn der Körper muss für die Stammzellübertragung vorbereitet werden.

Stichwort Blutkrebs

Blutkrebs ist ein Sammelbegriff für verschiedene bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems, bei denen Blutzellen entarten und sich unkontrolliert vermehren, erklärt die Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende DKMS.

Diese entarteten, bösartigen Zellen verdrängen die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten).

Die zur Transplantation erforderlichen Stammzellen werden aus dem Blut des Stammzellspenders gewonnen. Zur Stammzellentnahme wird dem Spender Blut abgenommen, das für den Spender aufbereitet wird.

Zwischen zwei und vier Wochen nach der Stammzellspende gibt der Anstieg weißer Blutkörperchen beim Patienten erste Anhaltspunkte, ob gesunde Blutzellen gebildet werden. Grundsätzlich steigt die Chance auf ein zweites Leben mit dem Anstieg der weißen Blutkörperchen, wie die Stiftung DKMS erläutert.

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Chemotherapie und weitere Untersuchungen stehen an und um die Weihnachtszeit herum die Isolation im Krankenhaus, weil das Immunsystem unterdrückt werden muss und die Körperabwehr entsprechend geschwächt ist. Die Transfusion der Stammzellen selbst wird voraussichtlich Anfang des Jahres 2023 stattfinden.

Auch Bruder André muss für die lebenswichtige Zellübertragung vorbereitet werden. Er wird einen ganzen Tag lang auf Herz und Nieren durchgecheckt. Vor der Spende für Stefan wird er ein Medikament bekommen, damit seine Stammzellen im richtigen Moment aus dem Knochenmark in das Blut übertreten, das er seinem Bruder spendet.

Brandenburg and er Havel: Kostenlose Typisierung am 12. November am Altstädtischen Markt

Obwohl die Perspektive des Patienten inzwischen deutlich besser ist, bleibt es bei dem angekündigten Termin zur Typisierung an diesem Sonnabend, den 12. November von 10 bis 14 Uhr im „Du-bist-schön“-Studio am Altstädtischen Markt 6. Jeder ist dazu herzlich eingeladen und kann helfen.

Denn es kann immer noch etwas dazwischen kommen, sodass Stefan auf eine andere Spende angewiesen wäre. Vor allem aber gibt es, wie André Recht sagt, „genügend andere leukämieerkrankte Menschen, die dringend auf eine passende Stammzellspende angewiesen sind, um weiterleben zu können“.

Deshalb ist der Familie aus Brandenburg an der Havel dieser Termin so wichtig. Drei Vertreter der Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende (DKMS) werden eigens anreisen, um die Typisierung am Altstädtischen Markt vorzunehmen.

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Brandenburg an der Havel: Erst Speichelprobe, dann Erbsensuppe mit Würstchen

Die freiwilligen gesunden Spender im Alter zwischen 17 und 55 Jahren lassen einen Wangenabstrich bei sich machen. Ihre Speichelprobe wird anschließend ausgewertet und in der Stammzellspenderdatei registriert.

Locker soll es zugehen während der Typisierung an diesem Sonnabend. Finanziert wird die Aktion durch Spenden an die Stiftung DKMS, es muss am Samstag also niemand etwas bezahlen. Nebenher sorgt die Familie Recht für das leibliche Wohl. Vor der Tür gibt es Erbsensuppe, Würstchen und Kuchen.

Stefan und André Recht sind Brüder, Freunde und Nachbarn in Kirchmöser. Nachdem Stefans Krankheit im Jahr 2018 erstmals besiegt war, sind die beiden Brüder gemeinsam nach Ibiza gereist. Jetzt gibt es eine neue Verabredung. Ein zweiter Urlaub unter Brüdern. Sobald alles gut überstanden ist.

Typisierungsaktion mit der Stiftung DKMS am Sonnabend, den 12. November, von 10 bis 14 Uhr im „Du-bist-schön“-Studio am Altstädtischen Markt 6. Die Teilnahme ist freiwillig, aber dringend erwünscht.

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