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Brandenburg an der Havel

Die Gewinnerin bei der Personalsuche

Temperament im Seminarraum. Maja Schäfer leitet das Personalmarketing und Recruiting bei der Diakonie Deutschland. In der TH Brandenburg war sie Gast im Seminar der Wirtschaftsprofessorin Anja Lüthy (vor der Säule).

Temperament im Seminarraum. Maja Schäfer leitet das Personalmarketing und Recruiting bei der Diakonie Deutschland. In der TH Brandenburg war sie Gast im Seminar der Wirtschaftsprofessorin Anja Lüthy (vor der Säule).

Brandenburg/H. Ihren Studenten an der TH Brandenburg will Anja Lüthy immer wieder etwas Besonderes bieten. In diesem Semester hat die Brandenburger Wirtschaftsprofessorin in ihrem Seminar Dienstleistungsmanagement „Deutschlands beste Recruiterin“ (Personalgewinnerin) präsentiert: Lüthy zufolge Maja Schäfer (42).

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Die Frau mit den vielen Talenten tüftelt an Strategien, um vorrangig im digitalen Dickicht für ein riesiges, weit verzweigtes Unternehmen gute Leute zu finden. Ihr Arbeitgeber: die Diakonie Deutschland mit bundesweit 550.000 Beschäftigten.

Maja Schäfer, nebenher Dozentin, Buchautorin und Bloggerin, leitet in der kirchlichen Einrichtung die Abteilung Personalmarketing & Recruiting.

Viele der Diakonieeinrichtungen benötigen so wie andere Gesundheitsdienstleister Pflegekräfte. Die Konkurrenz ist also groß und die Zeit, in der sich reihenweise Fachkräfte auf evangelischen Kirchentagen anwerben ließen, tendenziell vorbei.

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Sieben Schritte zur erfolgreichen Personalgewinnung

Maja Schäfer findet für Stellenanzeigen – ob gedruckt oder digital – wichtig, dass Interessenten das gebotene Gehalt erfahren und möglichst nicht auf eine Konfession festgelegt werden. Auf Bitte der MAZ gibt sie sieben weitere Tipps:

1. Machen Sie die Modernisierung Ihrer Recruiting-Strategie zur Managementaufgabe.

2. Stellen Sie Profis, also erfahrene Recruiter/innen, für die Personalgewinnung ein.

3. Motivieren Sie Ihre Personalabteilung durch Fortbildungen und Wertschätzung.

4. Testen Sie mutig neue digitale Recruiting-Tools.

5. Richten Sie ein eigenes Budget für das Recruiting ein.

6. Beschleunigen Sie Ihren Bewerbungsprozess.

7. Machen Sie sich bewusst, dass Sie mit der Modernisierung der Recruiting-Strategie in absehbarer Zeit nicht „fertig“ sein werden.

Die Personalexpertin wird im kommenden Semester Vorlesungen halten an der TH Brandenburg und Anja Lüthy in deren Forschungssemester auf dem Fachgebiet Dienstleistungsmanagement vertreten.

„Ich versuche, mir immer neue Dinge auszudenken“, verrät die Gastdozentin den Studenten der TH Brandenburg, die vielleicht selbst einmal Personalleiter oder Personalrekrutierer werden.

Maja Schäfers Schwerpunkt liegt deutlich auf den digitalen Medien. Soziale Netzwerke sind für sie so etwas wie vertraute Heimat. Wo früher Thomas Gottschalk eher analog mit Gummibärchen Sympathie hervorrief, sind es inzwischen oft sogenannte Influencer im Internet, die breite Massen erreichen, so wie der berühmt gewordene Rezo, der mit einem einzigen Beitrag die CDU aufgemischt hat.

Werbung mit MaximNoise

Diesen Produzenten von Webvideos hatte Maja Schäfer zwar nicht an der Angel, wohl aber den Rapper MaximNoise, einen ebenfalls nicht schlecht bezahlten Mann, der 100.000 Fans auf seiner Seite weiß.

Der Profi kostete zwar ein paar tausend Euro Prämie, spricht aber die Zielgruppe der Diakonie so unverkrampft-unpeinlich an, dass sich niemand schämen muss, gleich eine Online-Bewerbung in Richtung Kirche zu schicken.

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Maja Schäfer und ihre Mitarbeiter schöpfen viele Möglichkeiten der digitalen Kommunikation aus, um Leute für die Arbeit in einer Diakonie-Einrichtung zu interessieren. Auch lokal begrenzte.

Schwäbische Hausfrau

Eine schwäbische Hausfrau ist in ihrer Heimat als Alltags-Bloggerin eine Institution. Ihren Beiträgen folgen zwar nicht Tausende, dafür aber in ihrer Kleinstadt die mutmaßlich Richtigen für einen Job bei der Diakonie. Die Hausfrau war deutlich preisgünstiger als der Profi.

Maja Schäfer probiert mit ihrem Team viel aus, riskiert auch Fehlschläge, aus denen sich lernen lässt. Interessierten Stellenbewerbern der Diakonie gewährt sie eine Audienz per Whatsapp und antwortet dabei, zumindest für eine begrenzte Zeit, auf alle Fragen.

Personaler sind der Schlüssel

Angewiesen ist „Deutschlands beste Recruiterin“ in jedem Fall auf die Menschen, die in den Personalabteilungen diakonischen Einrichtungen arbeiten. Ohne sie fehlt der Schlüssel zum Erfolg.

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„Wir in der Zentrale von Diakonie Deutschland können nur Anstöße geben“, gesteht Maja Schäfer. In ihrem Blog „Recruiting2go.de“ fordert sie Unternehmer auf, ihren Personalern zu helfen, ihre Motivation wiederzufinden.

Auch gedruckt erfolgreich

In Anja Lüthys Seminar wird Maja Schäfer begleitet von Jana Achtert und Helmut Husmann, zwei Recruiting-Referenten der Stephanus-Siftung. Sie greifen vor Ort Ideen auf, entwickeln sie weiter, erfinden sie neu oder denken um.

Es muss nicht immer digital sein. Jana Achtert hat im Kreis Oberhavel mit gedruckten MAZ-Stellenanzeigen erfolgreich Bewerber für die Pflege gefunden. Denn es gibt sie noch, die Großmutter, die ihre Enkel auf solchen Anzeigen aufmerksam machen.

Von Jürgen Lauterbach

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