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Heimatgeschichte

Die rätselhafte Brücke in Brandenburg an der Havel

Die Brücke über die Buckau an der Magdeburger Heerstraße – fotografiert Anfang des 20. Jahrhunderts. 

Die Brücke über die Buckau an der Magdeburger Heerstraße – fotografiert Anfang des 20. Jahrhunderts.

Brandenburg/H. Es ist wie mit einer Funktionsjacke: Sie schützt vor Wind und Wetter, aber eine Augenweide ist sie nicht. Die Brücke über die Buckau auf der Magdeburger Heerstraße erfüllt ihre Funktion – ein Blickfang ist sie nicht. Das war vor 100 Jahren anders.

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In einem alten Fotoalbum einer Brandenburger Familie steckt das Foto einer Brücke, die überall sein könnte. Denn eine Beschriftung des Bildes fehlt. Die Lokalredaktion hat am Freitag über Facebook und Instagram die Leser gefragt – und viele Antworten bekommen.

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Manche wähnten sie am Landhaus an der Plane, andere in Klein Kreutz. Einer meinte, er sehe die Bauchschmerzenbrücke. Zwei waren überzeugt, es handele sich um die Brücke über die Emster zwischen Wust und Gollwitz. Der richtige Hinweis kam schließlich aus dem Stadtmuseum.

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Aus dem Bestand des Stadtmuseums Brandenburg an der Havel

Anja Grothe. Leiterin des Museums, kannte den Blick auf die Brücke aus ihrem Gemälde-Bestand: Ernst Faehndrich hatte die Buckau-Brücke im ersten Quartal des 20. Jahrhunderts gemalt. „Partie an der Buckaubrücke“ ist ein 54 mal 61 Zentimeter großes Werk, Öl auf Holz, derzeit nicht gerahmt.

„Partie an der Buckaubrücke“ von Ernst Faehndrich.

„Partie an der Buckaubrücke“ von Ernst Faehndrich.

„Das einzige Gemälde Faehndrichs in der Sammlung des Stadtmuseums dürfte irgendwann zwischen 1900 und 1920 entstanden sein: zwar hat der Künstler unten links seine Signatur hinterlassen, jedoch keine Jahreszahl“, erläutert Anja Grothe.

Ernst Faehndrich wurde offenbar in Berlin geboren

Über Faehndrich ist kaum etwas bekannt. Im Internet finden sich manche Bilder, etwa „Landschaft an der Wolga“, „Winterlandschaft“ und „Nowawes – Vorfrühling am See“. Er soll 1881 in Berlin geboren worden sein.

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Faehndrichs Bild hat übrigens die erste Inventarnummer der nach 1958 begonnenen Neu-Inventarisierung der Gemäldesammlung, ist aber schon als Altbestand vor 1943 in der Sammlung nachweisbar. „Es wurde mit einer Vielzahl anderer Kunstwerke in umliegende Ortschaften in Gutshöfe, Forst- und Pfarrhäuser ausgelagert und kam aber, wie längst nicht alle Bilder, nach 1945 zurück in das damalige Heimatmuseum“, berichtet die Museumsleiterin.

Schlicht und funktional: die heutige Brücke über die Buckau.

Schlicht und funktional: die heutige Brücke über die Buckau.

Die Brücke, die es in dieser Form nicht mehr gibt, sagt Grothe, „ist möglicherweise im Mai 1945 durch die sich zurückziehenden deutschen Truppen gesprengt worden“. Als Ersatz baute man etwas Schlichtes, das einfach nur seine Funktion erfüllt. Wie es der Zufall wollte, hat Anja Grothe dieses Bauwerk erst vor wenigen Tagen fotografiert.

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Von Heiko Hesse

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