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Brandenburg an der Havel

Drogenhandel: Mutmaßlich dicker Fisch in Brandenburg an der Havel festgenommen

An diesem Mittwochvormittag sind Ermittler des Polizeipräsidiums Potsdam rund um Molkenmarkt und Katharinenkirchplatz unterwegs.

An diesem Mittwochvormittag sind Ermittler des Polizeipräsidiums Potsdam rund um Molkenmarkt und Katharinenkirchplatz unterwegs.

Brandenburg/H.Bei einer groß angelegten Drogenfahndung haben Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) am Mittwoch und Freitag dieser Woche 21 Objekte im Land Brandenburg durchsucht, neun davon in Brandenburg an der Havel, sieben in Potsdam-Mittelmark. Zwei Männer wurden festgenommen.

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Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit dem sogenannten Encrochat-Verfahren und geht auf Polizeierkenntnisse in Frankreich zurück. Es geht um Drogenhandel, illegalen Waffenverkäufe oder Geldwäsche. Kriminelle haben den Messengerdienst Encrochat für ihre Geschäfte genutzt und wähnten sich dabei unbeobachtet.

Tatverdächtige nutzen verschlüsselte Kommunikation

Auf die Spur sind die Ermittler des Landeskriminalamtes den Männern gekommen, weil diese für die Absprachen ihrer kriminellen Geschäfte verschlüsselte (kryptierte) Kommunikation nutzten, die durch eine französische Strafverfolgungsbehörde geknackt und an deutsche Ermittlungsbehörden übermittelt wurde.

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Hintergrund: das Encrochat Verfahren in Brandenburg

Derzeit wird im Land Brandenburg gegen 75 Tatverdächtige wegen Straftaten unter Nutzung des ehemaligen Kryptoanbieters Encrochat ermittelt. In diesem Kontext liegen bereits Verurteilungen gegen 13 Angeklagte im Zusammenhang mit der organisierten Betäubungskriminalität vor.

Die Angeklagten sind nach Polizeiangaben zu Gesamtfreiheitsstrafen von bis zu 8 Jahren und 9 Monaten verurteilt worden. Weitere Verhandlungen vor Landgerichten im Land Brandenburg laufen derzeit oder stehen vor der Eröffnung.

Im Zusammenhang mit Ermittlungen im Bereich der organisierten Rauschgiftkriminalität unter Auswertung von Encrochat-Daten wurden bisher 36 Haftbefehle durch die Polizei des Landes Brandenburg vollzogen.

Französische und niederländische Ermittler hatten den Chat im Jahr 2020 geknackt.

Die Ermittlungen und Auswertungen basierend auf Übermittlungen von Straftaten mit Encrochat-Bezug laufen weiter.

166 Polizeibeamte und Suchhunde waren nach Auskunft des Polizeipräsidiums Potsdam am Mittwoch und am Freitag im Einsatz. Im Fokus stehen insgesamt neun mutmaßliche Drogenhändler im Alter zwischen 26 und 57 Jahren, allesamt Deutsche, die vor allem Marihuana verkauft haben sollen.

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14 Kilo Amphetamine in Brandenburg an der Havel

In Brandenburg an der Havel wurde ein 33 Jahre alter Mann vorläufig festgenommen, er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Bei ihm stellte die Polizei nach Präsidiumsangaben 14 Kilo Amphetamine, 1,5 Kilo Marihuana und mehr als 76.000 Euro Bargeld sicher.

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Außerdem wurden bei den landesweiten Durchsuchungen weitere 1,5 Kilo Marihuana beschlagnahmt sowie ein Elektroschocker und Unterlagen mit Beweiskraft.

Der zweite festgenommene Mann lebt in Angermünde, ist 40 Jahre alt und soll mit 362 Kilo Marihuana gehandelt haben. Bei ihm festgestellt wurden allerdings nur geringe Mengen Marihuana und Kokain.

Zwischen Molkenmarkt und Quenzsee

Die Suche in der Havelstadt konzentrierte sich am vergangenen Mittwoch auf die Innenstadt rund um Molkenmarkt und Katharinenkirchplatz sowie in der Nähe des Quenzsees.

Am vergangenen Mittwochvormittag waren die LKA-Ermittler des Polizeipräsidiums Potsdam rund um Molkenmarkt und Katharinenkirchplatz unterwegs.

Am vergangenen Mittwochvormittag waren die LKA-Ermittler des Polizeipräsidiums Potsdam rund um Molkenmarkt und Katharinenkirchplatz unterwegs.

„Nach intensiven Ermittlungen ist es gelungen, eine Bande zu zerschlagen, die in weiten Teilen Brandenburgs aktiv war“, teilt Frank Adelsberger mit, der Leiter der Abteilung Organisierte Kriminalität am Landeskriminalamt.

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Es handele sich um ein weiteres Verfahren, bei dem die Auswertung von Daten des Kryptoanbieters Encrochat entscheidende Informationen geliefert habe, die Tatverdächtigen namentlich bekannt zu machen.

Ermittlungen seit Frühjahr 2021

Seit dem Frühjahr 2021 führt das Landeskriminalamt Brandenburg das Ermittlungsverfahren wegen illegalen Drogenhandels. Nach der Razzia bei den Hells Angels Ende Oktober 2021 waren zunächst sieben, dann 33 Verdächtige verhaftet worden.

Außer auf Brandenburg an der Havel und Potsdam-Mittelmark konzentrierte sich die aktuelle Razzia auf Potsdam, die Uckermark und Barnim mit je einem Objekt sowie Märkisch-Oderland mit zwei Objekten.

Von Jürgen Lauterbach

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