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Brandenburg an der Havel

Enthusiast rettet seltenes Brennabor-Motorrad

Stefan Zimmermann mit seiner restaurierten  Brennabor-Maschine aus dem Jahre 1906.

Stefan Zimmermann mit seiner restaurierten Brennabor-Maschine aus dem Jahre 1906.

Brandenburg/H. Was? Das war alles, was noch vorhanden war? Stefan Zimmermann zeigt ein Foto. Der Rahmen eines Motorrades hängt an einem Haken von der Decke herab. „So hat man die Brennabor vor sechs Jahren gefunden“, sagt der passionierte Oldtimer-Schrauber aus Brandenburg an der Havel.

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Das Treffen

Das Motorrad-Treffen steigt am 27. August am und im Industriemuseum in Brandenburg/Havel, August-Sonntag-Straße 5. Beginn ist 9 Uhr.

Zu den Höhepunkten des Treffens gehören Präsentationsläufe historischer Fahrzeuge. Eigens dafür ist die Straße neben der alten Ofenhalle gesperrt.

Auf die Strecke gehen Fahrräder mit Hilfsmotoren, Motorräder und andere historische Gefährte.

In zwei Sonderausstellungen sind Fahrzeuge aus Brandenburger Fertigung und aus DDR-Tagen zu sehen.

Neben ihm steht die Maschine heute, fertig saniert – ein Wunder. Was der Laie wahrscheinlich auf den Schrott geworfen hätte, hat Stefan Zimmermann in mühevoller Kleinstarbeit wieder zum Leben erweckt, „und dass mit Originalteilen“. Das Brennabor-Motorrad aus dem Jahre 1906 glänzt wie kaum gebraucht.

So sah die Brennabor aus, als man sie vor sechs Jahren auf dem Dachboden entdeckte.

So sah die Brennabor aus, als man sie vor sechs Jahren auf dem Dachboden entdeckte.

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Das Kennzeichen IZ zeigt, dass es in der Rheinprovinz angemeldet war. In der Nähe des niederrheinischen Wesel ist die Maschine gelaufen, offenbar aber nicht lange. „Den Berichten nach hing sie seit den 30-er Jahren an der Decke einer Mühle“, sagt Zimmermann.

Spätestens in den 70-er Jahren seien die ersten Oldtimerfreunde aus das gute Stück „Made in Brandenburg a.d.H.“ aufmerksam geworden. „In den Niederlanden, wo man sich viel früher um Oldtimer bemühte, als in Deutschland, kannte man diese Maschine schon.“

Dass sie nicht schon damals vom Dachboden der Mühle geholt habe, „lag an der alten Müllerin – sie wollte nicht, dass man die kleine Luke zum Boden aufbricht“. Und wie kam das Gerät nun raus? „Das Dach musste gedeckt, und es war der Dachdecker, der das Motorrad wieder entdeckte und die Familie überzeugte, es ihm zu verkaufen.“ Der Dachdecker hat die Brennabor einfach über das offene Dach und das Gerüst aus der Mühle geholt. Die Luke blieb unversehrt.

Gut gehalten: die originale Werkzeugtasche mit der Brennabor-Beschriftung.

Gut gehalten: die originale Werkzeugtasche mit der Brennabor-Beschriftung.

So jämmerlich der Anblick der hängende Maschine am Haken auch aussehen mag: „Es war gut so“, sagt Zimmermann. „Das Öl ist nach und nach aus der Ölpumpe ausgelaufen und hat die Lederteile geschmeidig gehalten.“ Sattel und Werkzeugtasche sind erhalten geblieben. Den Motor, das Vorderrad und manches mehr musste sich der Schrauber beschaffen. „Ich bin in der Szene bekannt“, sagt er. Hier und da würden ihm Teile und Fahrzeuge angeboten.

Und bekannt bedeutet in der Szene: weltweit. „Ich wüsste heute gar nicht mehr, wie ich ohne das Internet so schnell und bequem an Teile komme.“ Von Brennabor-, Excelsior- und Corona-Maschinen aus Brandenburg/Havel gibt es nur noch sehr wenige Exponate auf der Welt. Einige dieser Schmuckstücke führen Stefan Zimmermann und Mario Steinbrink beim Motorsport-Treffen am 27. August im und am Brandenburger Industriemuseum vor.

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Zeitungs-Werbung für die Maschine aus dem Jahre 1906.

Zeitungs-Werbung für die Maschine aus dem Jahre 1906.

Von Heiko Hesse

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