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Brandenburg an der Havel

Fouqué-Bibliothek bietet Service für Sehbehinderte

Heike Jennrich, Sybille Kluge, Cornelia Stabrodt und Kathrin Tietz (v.l.) stellen das Daisy-Gerät für sehbehinderte Literaturliebhaber vor.

Heike Jennrich, Sybille Kluge, Cornelia Stabrodt und Kathrin Tietz (v.l.) stellen das Daisy-Gerät für sehbehinderte Literaturliebhaber vor.

Brandenburg/H.Etwa 1,2 Millionen sehbehinderte und blinde Menschen leben in Deutschland, die ihren Bedürfnissen entsprechende Bücher und Zeitschriften aufgrund ihrer Einschränkung nicht einfach im Geschäft beziehen können. Um den betroffenen Personen den Zugang zur Literatur zu ermöglichen, wurde das sogenannte Daisy-Abspielgerät entwickelt.

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Ein solches Gerät steht ab sofort in der Fouqué-Bibliothek auf dem Altstädtischen Markt in Brandenburg an der Havel zur Benutzung bereit. Anlässlich des Tages des Sehens stellte Bibliotheksleiterin Cornelia Stabrodt das Abspielgerät am Donnerstag in der Bibliothek vor.

Zunehmend ältere Menschen mit Sehbehinderung

„Es kommen zunehmend ältere Leute in die Bibliothek, die eine Sehbehinderung und somit Schwierigkeiten beim Lesen haben“, sagt Bibliotheksmitarbeiterin Heike Jennrich. „Es liegen zwar genügend Bücher mit großer Schrift aus, aber der Trend geht Richtung Hörbuch.“

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Die sogenannten Daisy-Hörbücher sollen vor allem älteren Menschen den Zugang zu diesem Medium erleichtern, da die dazugehörigen Abspielgeräte eine besonders einfache Handhabung bieten. „Mit diesem Angebot will die Fouqué-Bibliothek nicht nur Bürger ansprechen, die bereits im Haus angemeldet sind, sondern auch Leute von außerhalb“, so Jennrich.

Spezielle Hörbücher für Sehschwache entwickelt

Daisy steht für „Digital Accessible Information System“. Hierbei handelt es sich um Hörbücher auf CD, die im MP3-Format komprimiert und zusätzlich mit einer Struktur versehen sind, die es ermöglicht, wie in einem richtigen Buch zu blättern oder von Kapitel zu Kapitel zu springen.

Interessenten können diese Hörbücher kostenlos in der Fouqué-Bibliothek bestellen, um sie dort mithilfe des Daisy-Gerätes abzuspielen. „Hier ist die Bibliothek jedoch nur Vermittler“, sagt Cornelia Stabrodt. „Geordert werden die Hörbücher bei der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde (DZB).“

Die DZB in Leipzig, 1894 gegründet, ist Deutschlands älteste Spezialbibliothek, die blinden und sehbehinderten Menschen Literatur anbietet. Um die Produkte des Buchmarktes zugänglich zu machen, bereitet die DZB diese unterschiedlich auf: Texte werden in Brailleschrift übertragen und als Hörbücher gesprochen sowie Bilder als tastbare Reliefs dargestellt. „Die DZB trat mit dem Daisy-Gerät an die Fouqué-Bibliothek heran und wir haben gerne angenommen“, so Stabrodt. „Schließlich sind wir Bibliotheken stark untereinander vernetzt und eine eingeschweißte Gemeinschaft.“

Kostenlose Beratungsgespräche

Bereits Erfahrungen mit dem Gerät sammeln durfte Wolfgang Ebeling. Der 85-Jährige Brandenburger hört seit etwa zehn Jahren Hörbücher auf diese Weise. „Das funktioniert wunderbar“, sagt Ebeling. „So kann ich mir alles anhören, was ich will.“

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Um sich für die Nutzung anzumelden, bietet die Fouqué-Bibliothek Menschen mit Sehbehinderung ein kostenloses Beratungsgespräch an. Ein Nachweis für eine Sehbehinderung ist jedoch erforderlich. Sybille Kluge, Vorsitzende des Behindertenbeirates der Stadt Brandenburg zeigte sich von diesem Angebot begeistert. „Es ist toll, was in der Stadt in Richtung Inklusion geschieht“, so Kluge. „Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Von Tobias Wagner

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