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Brandenburg an der Havel

Herbststurm „Ignatz“: Brandenburg an der Havel von Schäden verschont – Stadt warnt trotzdem vor Gefahren

Die Technische Einsatzleitung am Donnerstag in der Rettungsleitstelle in Brandenburg an der Havel.

Die Technische Einsatzleitung am Donnerstag in der Rettungsleitstelle in Brandenburg an der Havel.

Brandenburg/H. Die Stadt Brandenburg bleibt von größeren Schäden durch Herbststurm „Ignatz“ wohl verschont. Drei kleinere Einsätze registrierte die Feuerwehr bis Donnerstagnachmittag, größere Katastrophen wurden bei den Einsatzkräften nicht verzeichnet. „Im Stadtgebiet ist es sehr ruhig“, meldete die Regionalleitstelle um 13.30 Uhr.

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Morgens um 7 Uhr gab es demnach den ersten Einsatz am Wasserwerk in Mahlenzien. Dort lag ein Baum auf der Fahrbahn, zu dem die Freiwillige Feuerwehr Mahlenzien alarmiert wurde. Die Neuendorfer Fähre fuhr am Donnerstag nicht. „Das Eintreffen der Sturmböen von 60 bis 80 km/h kann zeitlich nicht eingegrenzt werden, wir wollen kein Risiko eingehen”, sagte Thomas Hahn von der die Fähre betreibenden Brandenburger Dienstleistungen GmbH (BDL).

Feuerwehr meldet: Alles ruhig

Im Umland sah es an diesem sehr stürmischen Tag anders aus: Die Wehren in Potsdam-Mittelmark und den anderen märkischen Kreisen hatten seit den Morgenstunden gut zu tun. Heftige Böen drückten auch auf die Pritzerber Fähre – ein 20-Tonnen-Wasserfahrzeug. Antriebskette und Führungsseil mussten einiges aushalten. Doch auch bei Windstärke 9 und 10 hält die zwischen Pritzerbe und Kützkow pendelnde Havelfähre Kurs. Fährmann Thomas Behns hatte am Donnerstag die Frühschicht erwischt.

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Reinhard Ost aus Bahnitz bei der Überfahrt nach Kützkow.

Reinhard Ost aus Bahnitz bei der Überfahrt nach Kützkow.

„Wir fahren im Windschatten der Kützkower Landseite. Da ist es auszuhalten. Erst, wenn der Wind aus Nord und Nordwest kommt, trifft er uns mit voller Breitseite. Das ist heute nicht der Fall“, erklärte der Fährmann. An Land hielt sich der Flurschaden von Sturmtief „Ignatz“ im nördlichen Brandenburger Umland in Grenzen. An der Chaussee zwischen Radewege und Marzahne ist ein Baum auf eine Leitplanke gekippt.

Umgeworfen hat eine Böe die schwere Hinweistafel auf die neue Fernwärmetrasse an der Marzahner Chaussee. Und was macht der dickste Baum der Mark? Die Brielower Schwedenlinde ist zwar noch belaubt, was die Windlast verstärkt, hielt jedoch auch diesen Sturmböen stand.

Die Schwedenlinde in Brielow steht.

Die Schwedenlinde in Brielow steht.

Die Regionalleitstelle in der Havelstadt – sie ist zuständig auch für die Nachbarkreise – war am Donnerstagmittag indes bis auf den letzten Arbeitsplatz besetzt. In den Landkreisen Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark wurde in stark betroffenen Gebieten die Technische Einsatzleitung (TEL) alarmiert. Die örtliche TEL leitet und koordiniert das Einsatzgeschehen bei größeren Einsätzen oder bei einer komplexen Gefahrenlage wie bei Unwetter-Einsätzen. Die Einsätze werden per Fax, E-Mail oder Telefon weitergeleitet und direkt von der örtlichen TEL bearbeitet und die Einsatzkräfte beauftragt.

31 Anrufe bei der Polizei bis zum Mittag

Auch die Stadt Brandenburg hat solch eine TEL bei Feuerwehr und Rettungswache, die bei Bedarf hochgefahren und mit Kräften der Feuerwehr besetzt wird.

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31 Anrufe mit Bezug zu Sturm „Ignatz“ waren am Donnerstag bis 12 Uhr bei der Polizeidirektion West eingegangen. Das teilte ein Sprecher der MAZ auf Anfrage mit. „Der überwiegende Teil der Einsätze wurde an die zuständige Stelle des Ordnungsamtes, der Feuerwehr oder des Straßenbaulastträgers übermittelt“, hieß es aus der Direktion in Brandenburg an der Havel. Gründe der Anrufe waren demnach heruntergefallen Äste, umgestürzte Bäume oder wie in einem Fall eine umgestürzte Straßenlaterne.

Dicke Wolken über der Pritzerber Havel.

Dicke Wolken über der Pritzerber Havel.

Warnung an die Einwohner der Stadt

Das Ordnungsamt der Stadt Brandenburg an der Havel nahm den Sturm „Ignatz“ am Donnerstag zum Anlass, eine allgemeine Gefahrenmeldung zu veröffentlichen. Die Behörde wies darauf hin, dass es aufgrund des stark windigen Wetters „vermehrt zu Windwurf und Windbruch an Bäumen“ kommen kann. Neben herabfallenden Ästen seien auch Schadbewegungen an Dächern und Dacheindeckungen möglich.

„Herabfallende Gegenstände können tödlich sein. Beobachten Sie die Dachkanten und Bäume. Halten Sie nach Möglichkeit Abstand zu den jeweilig möglichen Gefahrenbereichen. Auch Tage und Wochen nach einem Sturm können entsprechende Schadereignisse, an und unter Bäumen und insbesondere im Wald eintreten“, schrieb die Verwaltung.

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In diesem Zusammenhang wurden alle Hauseigentümer, Vermieter und Verwalter sowie Besitzer von Bäumen gebeten, ihre bestehende erhöhte Verkehrssicherungspflicht an öffentlichen Straßen und Wegen zu beachten. Die Verkehrsteilnehmer sollten außerdem das Fahrverhalten entsprechend den Witterungsverhältnissen anpassen.

Von Philip Rißling und Frank Bürstenbinder

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