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Brandenburg an der Havel

Kompromiss für „Hölle West“: Handballer und Judoka dürfen zurück in ihre Halle

Die Sporthalle des SV 63.

Die Sporthalle des SV 63.

Brandenburg/H. Im Streit um die Nutzung der Metzger-Halle auf dem Görden in Brandenburg an der Havel gibt es eine Kompromisslösung. Wie das Justizministerium mitteilte, gab es zum Thema am Freitag in Potsdam ein Spitzentreffen. Anwesend waren demnach Ministerpräsident Dietmar Woidke, Finanzministerin Katrin Lange, Justizministerin Susanne Hoffmann, Oberbürgermeister Steffen Scheller, die Vorstandsmitglieder des SV 63 Brandenburg-West, Jörg Mühling und Andreas Wendland, sowie Gerhard Wartenberg vom Stadtsportbund.

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Sportler kehren zurück, Justiz behält sich Nutzungsrecht vor

Justizministerin Hoffmann stellte bei diesem Termin das Konzept der zukünftigen Nutzung der Sporthalle vor. Und das soll so aussehen: Das Ministerium will sich auch künftig das Recht vorbehalten, die Halle für größere Prozesse zu nutzen. In der Zeit, in der die Landesjustiz die Metzger-Halle nicht für sich beansprucht, können die Handballer und Judoka in ihrem sportlichen Zuhause trainieren und ihre Heimspiele austragen. Voraussichtlich im August soll die Halle den beiden Vereinen SV 63 West und Budokan wieder zur Verfügung stehen.

Sport statt Verhandlung: Die Handballer des SV 63 bekommen ihre Halle zurück.

Sport statt Verhandlung: Die Handballer des SV 63 bekommen ihre Halle zurück.

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Indes soll langfristig der Bau eines „ausreichend großen Gerichtssaales“ am Standort des Justizzentrums in Potsdam realisiert werden, verkündet das Ministerium. „Bis zur Umsetzung dieses Bauvorhabens bildet die Sporthalle in Brandenburg an der Havel eine Übergangslösung, um für große und öffentlichkeitswirksame Verfahren mit einer Vielzahl von Verfahrensbeteiligten und Pressevertretern zur Bewältigung der Raumprobleme der Justiz beizutragen“, hieß es.

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„Ich bin sehr froh, dass mit Blick auf die Sporthalle ein Weg gefunden werden konnte, der auch zukünftig die Belange des Sports berücksichtigt. Ich hoffe, dass mit der gefundenen Lösung die langjährig gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Justiz mit den Sportvereinen und der Stadt Brandenburg an der Havel fortgesetzt werden kann“, sagte Justizministerin Hoffmann am Freitag.

Handballer gerade in die Oberliga aufgestiegen

Wenn die Metzger-Halle künftig wieder von der Justiz in Beschlag genommen wird, soll eine mobile Einrichtung in der Halle aufgestellt werden. Größere Umbaumaßnahmen an und in der Halle auf dem Görden seien nicht vorgesehen.

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Seit Oktober 2021 fand in der Sporthalle das international beachtete Strafverfahren gegen den mutmaßlichen SS-Wachmann Josef S. statt, die Vereine mussten weichen. Das hatte zu großem Unmut unter den Sportlern geführt. Die Handballer trugen ihre Heimspiele der vergangenen Saison größtenteils in der Mehrzweckhalle am Marienberg aus. Sie dürften nun zumindest etwas aufatmen – die gerade erst in die Oberliga aufgestiegenen SV-63-Handballer können ihre als "Hölle West" bekannte Sportstätte bei der Mission Nichtabstieg in der Saison 2022/23 sicher gut gebrauchen.

Vorstand des SV 63 zeigt sich zufrieden

Zufrieden mit der Lösung zeigten sich am Freitag die beiden Vorstände des SV 63, Jörg Mühling und Vize Andreas Wendland. „Wenngleich wir gerne den alten ,Status quo` für unsere Halle gehabt hätten, sind wir der neuen Vereinbarung sehr zufrieden. Die Zusammenarbeit über mehrere Fraktionen der Politik hinweg, Landesregierung und Verwaltung hat sehr gut funktioniert. Wir danken den Sportverantwortlichen der Stadt, dass sie uns vorübergehend Trainings- und Wettkampfzeiten in den Hallen am Neuendorfer Sand, Wiesenweg und am Marienberg angeboten haben. Ohne dieses Angebot wären über 50 Jahre Handballtradition in Brandenburg an der Havel zu Ende gegangen“, sagte Jörg Mühling.

Wendland ergänzte: „Ein besonderer Dank des Vereins geht an unsere vielen Unterstützer in der schweren Zeit, besonders an unseren Ministerpräsidenten und den Oberbürgermeister, die letztlich mit starkem persönlichen Einsatz für eine Wende in der Hallennutzung sorgten. Wir hoffen natürlich im Interesse des Sports, dass künftig solche politischen Entscheidungen wie Hallensperrungen nicht mehr im Raum stehen werden. Wir Handballer können schließlich nur in Hallen trainieren und Punktspiele abhalten.“

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