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Brandenburg an der Havel

Krieg gegen die Ukraine: Brandenburg an der Havel ist bereit für Ankunft der Flüchtlinge

Im Wohnheim in der Upstallstraße laufen alle Vorbereitungen für die Aufnahme von Flüchtlingen aus den ukrainischen Kriegsgebieten. Uta Kriegerke und Heimleiter Gunar Wildemann arbeiten daran.

Im Wohnheim in der Upstallstraße laufen alle Vorbereitungen für die Aufnahme von Flüchtlingen aus den ukrainischen Kriegsgebieten. Uta Kriegerke und Heimleiter Gunar Wildemann arbeiten daran.

Brandenburg/H. Sechs ukrainische Kriegsflüchtlinge sind bisher im Wohnheim in der Upstallstraße in Brandenburg an- und untergekommen, ein junges Ehepaar mit einem acht Monate alten Baby und eine Großmutter mit Tochter und Enkel. Alle sechs mussten am Dienstag persönlich im Auffanglager Eisenhüttenstadt zur Registrierung erscheinen. Eine weitere Familie wird erwartet. Hier handelt es sich um eine Familie mit zwei jugendlichen Kindern, die vorläufig bei Freunden in Brandenburg untergekommen sind, aber dort nicht bleiben können.

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Heimleiter Gunar Wildemann ist seit dem vergangenen Freitag darauf vorbereitet, dass sich die Häuser in der Upstallstraße wieder füllen werden. „Aber so schnell geht es auch wieder nicht“, sagt er. „Wir sind gut vorbereitet. Aktuell haben wir fünf Doppelzimmer mit vier Schlafplätzen und noch viel mehr Einzelzimmer, die jeweils für zwei Leute, gegebenenfalls mit Kind, vorgesehen sind.“

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Im Wohnheim in der Upstallstraße laufen alle nötigen Vorbereitungen für die Aufnahme von Flüchtlingen aus den ukrainischen Kriegsgebieten.

Im Wohnheim in der Upstallstraße laufen alle nötigen Vorbereitungen für die Aufnahme von Flüchtlingen aus den ukrainischen Kriegsgebieten.

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Die beiden Seelen des Hauses, Uta Kriegerke und Simone Peters, wienern seit dem Wochenende die Zimmer, putzen die Fenster, beziehen die Betten, machen einfach alles so wohnlich wie nur irgend möglich. Insgesamt ist es ein neun Personen starkes Team, das sich dieser gewaltigen Herausforderung stellt und jederzeit tatkräftig zufasst. „Die von unserer Stadt gegebene Zusicherung, sofort 150 Flüchtlinge aufzunehmen, können wir absichern“, sagt Wildemann. „100 hier, die anderen 50 im Wohnheim Flämingstraße.“

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Welle der Hilfsbereitschaft

Eine Welle der Hilfsbereitschaft flutet seit dem Wochenende ganz konkret über ihn und auch Ewa Kaplar, die das Wohnheim Flämingstraße betreut. Beide Telefone stehen kaum still. Zahllose Sachspenden in Form von Bekleidung und Spielzeug für die Hilfsbedürftigen lagern bereits ein und reichen auch eine Weile. Die Brandenburger Tafel bot unkomplizierte Lebensmittellieferungen an, Brandenburger zeigten an, dass sie freie Zimmer hätten, in denen Flüchtlinge vorläufig unterkommen könnten, und offerierten Fahrdienste. Das Deutsch-Französische Jugendwerk versprach, 150 Malbücher zu schicken, aus der ganzen Republik wurde Hilfe für Übersetzungs- und Dolmetscherleistungen angeboten. Der Spendenverein Robin Hood aus Premnitz stand schon am Montag mit einem Hänger voller Hilfsgüter vor der Tür.

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Gunar Wildemann leitet das Flüchtlingswohnheim in der Upstallstraße.

Gunar Wildemann leitet das Flüchtlingswohnheim in der Upstallstraße.

„Da alle dies Hilfen bisher wenig koordiniert kommen, hätten wir schon besondere Bedarfe“, erläutert Uta Kriegerke. „Stabile Kinderbetten, Reisebetten sind schon mehrere da, brauchen wir, wir rechnen ja verstärkt mit Müttern und Kindern in allen Altersklassen. Babyartikel werden nötig sein, also Windeln und Hygieneprodukte.“

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Vor allem Hygieneartikel werden gebraucht

Ausdrücklich ausgenommen seien hier Feuchttücher, „weil die immer in der Toilette landen und alles verstopfen.“ Kinderwagen seien ein paar da. Buntstifte und Bilderbücher wären toll, auch Kinderroller, weil die nicht so schnell kaputtgehen. Das Team um Wildemann nimmt täglich zwischen 8 und 14 Uhr Sachspenden entgegen.

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Im Wohnheim in der Upstallstraße laufen alle nötigen Vorbereitungen für die Aufnahme von Flüchtlingen aus den ukrainischen Kriegsgebieten. Technische Mitarbeiterin Uta Kriegerke ist eine der guten Seelen des Hauses.

Im Wohnheim in der Upstallstraße laufen alle nötigen Vorbereitungen für die Aufnahme von Flüchtlingen aus den ukrainischen Kriegsgebieten. Technische Mitarbeiterin Uta Kriegerke ist eine der guten Seelen des Hauses.

Sach- und Geldspenden gefragt

Sehr froh ist man auch über Geldspenden, da bisher nicht geklärt ist, wie sich die Flüchtlinge finanziell über Wasser halten und alltäglichen Bedürfnissen gerecht werden können. „Wir werden sehen, wie sich die Lage entwickeln wird“, sagt Wildemann. „Im Angesicht der aktuell so überwältigenden Hilfsbereitschaft bin ich sehr optimistisch, dass wir alle Probleme lösen können“. So wie am Dienstagmorgen, als die gerade angekommenen Ukrainer nach Eisenhüttenstadt mussten. Ein gewisser Maik, dessen Nachnamen keiner kennt, sagte: „Ich fahre die dahin. Die können doch mit den Kindern nicht schon wieder in einen Zug.“

Von Heike Schulze

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