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Brandenburg an der Havel

Lebensfreude mit Handicap

Frederik Folkens ist begeisterter Gärtner und freut sich jeden Tag auf seine Arbeit.

Frederik Folkens ist begeisterter Gärtner und freut sich jeden Tag auf seine Arbeit.

Brandenburg an der Havel.Das Lachen von Frederik Folkens steckt seine Kollegen auch bei schweißtreibender Arbeit an. Der 35-Jährige mit leichter geistiger Behinderung ist Gärtner bei Fliedners in Schmerzke und blüht beim Unkraut jäten, Hecke schneiden und Rasenmähen auf. Der 1,88 Meter große und 110 Kilo schwere Riese wird von allen Freddi gennant.

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„Wir machen immer gern Witze, Freddi ist lustig, aber manchmal muss er ein bisschen ordentlicher arbeiten“, sagt sein Kollege Jan Kulpa. Die Freunde sehen sich kurz an und lachen, denn sie planen bereits die nächsten Projekte und Streiche.

Glücklich durch den Tag

„Freddi ist Euphoriker und ein bisschen wie Forrest Gump, zwar nicht ganz so erfolgreich, aber nur, weil er keinen Shrimps-Fischer als Freund hat“, sagt seine Schwester Silke Sander. Häufig trägt das Glücksgefühl Frederik Folkens durch den Tag. „Manchmal bin ich auch traurig, aber meistens stecke ich die Anderen mit meiner guten Laune an“, sagt der Brandenburger, der seit Oktober 2017 in der Havelstadt lebt.

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Begeisterter Karnevalsfan

Folkens ist Karnevalsfan, ihn fasziniert das Glücksgefühl der Jecken in der fünften Jahreszeit, er will beim Feiern neue Menschen kennenlernen. Jahrelang zelebrierte der 35-Jährige die Fastnacht in der Stadt Tettnang am Bodensee, nähte Wimpelketten und verkleidete sich als Schussenhexe in historischer Tracht.

Sein neues Objekt der Begierde ist eine Narrenkappe des Brandenburger Karnevalsclubs (BKC). Fliedners-Geschäftsbereichsleiter Nico Vogel will ihn beim BKC durch das Vereinsleben begleiten. Er freut sich, dass Frederik neue Aufgaben übernehmen will und vielleicht in der nächsten Saison Gäste mit der Narrenkappe begrüßt.

„Heveller Helau heißt es dann“, sagt der 35-Jährige Folkens, zitiert den Vereinsgruß und freut sich auf die nächste Karnevalssaison. Gemeinsam mit seiner Schwester Silke will er bis Ende des Monats den Aufnahmeantrag ausfüllen und so Vereinsmitglied werden.

Neue Pläne und Träume

In seinem zwölf Quadratmeter großen Zimmer einer Fliedners-Wohnstätte in der Neuendorfer Straße blickt Frederik Folkens auf den Globus und träumt von Reisen. „Ich war schon in Rom und auch in Wien und bald machen wir hoffentlich noch eine Dampferfahrt in Brandenburg“, sagt Folkens.

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Freddi plant auch, mit seiner drei Monate alten Nichte Liva Leelou den Drachenspielplatz auf dem Marienberg zu erkunden. Als er mit seiner Schwester Silke Sander durch Brandenburg an der Havel läuft, blickt Folkens vorsichtig in ihren Kinderwagen und ist stolz darauf, Onkel zu sein. Auch deshalb ist Frederik für Silke ein „sanfter Riese mit Herz.“

Was Freddi glücklich macht

Ihn machen die kleinen Dinge im Leben glücklich, beispielsweise ein „leckeres Mittagessen wie Nudeln mit Tomatensauce“ und „gute Musik zum Tanzen.“ Dabei ist Freddis Geschmack vielfältig, neben älteren Bravo-Hits CDs, Santiano-Samplern und Helene Fischer hört er auch kambodschanische Musik. Der 35-Jährige ist Fan des Fußballvereins SC Freiburg, fährt gern Go-Kart und besuchte vor ein paar Tagen die Billard-Europameisterschaft im Brandenburger Stahlpalast.

Er wünscht sich, dass seine Freunde und Familienmitglieder gesund bleiben und die Temperaturen in diesem Jahr nicht so hoch sind, wie im letzten Jahr. Damals radelte Freddi von der Neuendorfer Straße bis nach Grebs, um sich im Görnsee abzukühlen. „In diesem Jahr wären viele Regengüsse schön“, sagt er.

In stillen Momenten wird Frederik Folkens manchmal wehmütig, denn auch in Tettnang war er gut integriert und hatte Freunde. Deshalb plant der 35-Jährige, im September alte Weggefährten zu besuchen. In Brandenburg an der Havel fühlt er sich dennoch wohl, entspannt auf dem Marienberg, am Dom und am Wasser. „Die Havel macht schon was aus“, sagt er der MAZ.

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Für gemeinsame Unternehmungen wünscht er sich eine Freundin. „Ich schaue einfach mal was passiert, eine hübsche Frau mit Humor wäre schön. Dann können wir zusammen lachen und ich würde auch mit ihr tanzen“, sagt Frederik. Er will mehr von der Welt sehen, das Bundesland Brandenburg erkunden und weiter eine Frohnatur sein.

Von André Großmann

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