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Brandenburg an der Havel

Parkplatz frei? Informatiker wertet Situation am Neustädtischen Markt aus

Der Brandenburger André Nitze wertet die Webcam-Bilder vom Parkplatz am Neustädtischen Markt aus und will weitere Daten sammeln.

Der Brandenburger André Nitze wertet die Webcam-Bilder vom Parkplatz am Neustädtischen Markt aus und will weitere Daten sammeln.

Brandenburg/H.Webcambilder vom Parkplatz am Neustädtischen Markt scannt André Nitze mit einem Computerprogramm. Der Wirtschaftsinformatiker sammelte zunächst eine Woche lang im Fünf-Minuten-Takt Bilder in einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln und fügt sie zu einem Video zusammen.

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Webcam-Video der Parkplatzsituation am Neustädtischen Markt.

Dieses Zeitraffer-Video zeigt die Parkplatzsituation am Neustädtischen Markt in der ersten Juniwoche. Es entstand mithilfe von Webcambildern.

Parkplatz-App und künstliche Intelligenz

Der 31-Jährige will aufzeigen, dass ein Computerprogramm auch bei einer niedrigen Auflösung sprichwörtlich sehen und Objekte erkennen kann. Mit dem Ergebnis wird laut Nitze die Weiterverarbeitung der Daten in Apps und die Verbindung mit anderen Daten möglich.

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„Stellen Sie sich beispielsweise vor, Sie starten die Navigation einer Route und ihr Telefon kann Ihnen sagen, ob zu ihrer Ankunftszeit voraussichtlich ein Parkplatz zur Verfügung stehen wird“, sagt Nitze der MAZ.

Der Brandenburger André Nitze wertet die Webcambilder vom Parkplatz am Neustädtischen Markt aus und will weitere Daten sammeln.

Der Brandenburger André Nitze wertet die Webcambilder vom Parkplatz am Neustädtischen Markt aus und will weitere Daten sammeln.

Bislang gab es bei der Parkplatzauslastung in der ersten Juniwoche keine großen Überraschungen. Nitze stellt fest, dass die Parkfläche zwischen Montag und Freitag meist ab 7.30 Uhr befahren wird und bis 8.45 Uhr „meist gut gefüllt“ ist.

Höchststände der Auslastung waren um die Mittagszeit zwischen 12 und 13.30 Uhr zu erkennen. „Freitag und Sonntag war die Auslastung insgesamt niedriger, Samstag auf Wochenniveau“, sagt Nitze.

Fehlerquellen in der Erkennung gibt es, wenn Autos durch Bäume und andere Fahrzeuge verdeckt werden und durch unterschiedliche Ausleuchtungen im Tagesverlauf. Die Verarbeitung der Daten besteht dabei aus einem maschinellen Lernverfahren, das als Convolutional Neural Network (CNN) bezeichnet wird.

Dabei wird versucht, die Wahrnehmung des menschlichen Gehirns nachzuahmen, indem durch das „Auge“ erfasste Bildpunkte (Pixel) durch mehrere Schichten des Computer-Gehirns auf optische Merkmale wie Kontraste reduziert und mit Erfahrungswerten verglichen werden.

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Computer lernt dazu

"Wie einem Kind" müsse Nitze dem Computer vorher das Konzept Auto erklären. "Das Kind sieht täglich viele Autos, kann danach fragen und wird gegebenenfalls von Erwachsenen in der Erkennung korrigiert", sagt der Wirtschaftsinformatiker.

Nitze nutzt einen Algorithmus, der wie ein elektronisches Gehirn funktioniert. Dabei werden dem Computer Fotos gezeigt, in denen Bereiche mit Autos, Lkw und Personen markiert waren. Mit diesem Erfahrungsschatz kann ein PC dann auch Autos auf unbekannten Bildern, wie denen der Webcam erkennen.

Hoffnung auf mehr öffentliche Daten

Nitze betont, dass sich Brandenburger keine Sorgen um ihre Daten machen müssen. „Bei dem aktuellen Versuch ist die Auflösung der Webcam so gering, dass Personen oder Autos nicht eindeutig identifiziert werden können“, sagt er der MAZ. Grundsätzlich würde sich Nitze über mehr strukturierte öffentliche Daten freuen.

Das wäre für ihn nicht nur ein wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung, „sondern auch hin zu stärkerer Bürgerbeteiligung und politischer Transparenz“, sagt Nitze.

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Er sagt aber auch, dass sich aus Daten einer Woche nur bedingt Rückschlüsse ziehen lassen und will das System weiter laufen lassen, um zu prüfen, wie sich Sommerferien und kulturelle Veranstaltungen auf die Parkplatzsituation am Neustädtischen Markt auswirken.

Der 31-Jährige beschäftigt sich seit Jahren mit der Verarbeitung größerer Datenmengen im Themengebiet Big Data. Den Wirtschaftsinformatiker reizt an dem Projekt die wissenschaftliche Herausforderung, das wirtschaftliche Verwertungspotenzial und die gesellschaftlichen Auswirkungen für Privatsphäre und Datenschutz.

Von André Großmann

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