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Brandenburg an der Havel

Prozesse statt Handball in der Metzger-Halle: SV 63 wettert gegen Justizministerin Hoffmann

Die Turnhalle in Brandenburg an der Havel wurde zum Gerichtssaal umfunktioniert: Seit Oktober 2021 findet hier der Prozess gegen den hundertjährigen ehemaligen KZ-Wachmann Josef S. statt.

Die Turnhalle in Brandenburg an der Havel wurde zum Gerichtssaal umfunktioniert: Seit Oktober 2021 findet hier der Prozess gegen den hundertjährigen ehemaligen KZ-Wachmann Josef S. statt.

Brandenburg/H.Brandenburgs Justizministerin Susanne Hoffmann (CDU) will die Einrichtung eines zentralen Gerichtssaals für große und öffentlichkeitswirksame Prozesse prüfen. In den Fokus dieser Überlegungen ist die Sporthalle auf dem Brandenburger Görden geraten, in der seit Monaten der NS-Prozess gegen einen mutmaßlichen ehemaligen SS-Wachmann im KZ Sachsenhausen geführt wird.

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Kosten für Anmietung externer Räume hoch

"Ich denke an Prozesse mit vielen Angeklagten, Verteidigern, Geschädigten und Nebenklagevertretern oder einem großen öffentlichen Interesse", sagte die Ministerin dem "Uckermarkkurier" und der Zeitung "Der Prignitzer" am vergangenen Wochenende dazu. Die Kosten für die Anmietung externer Räumlichkeiten für große Prozesse seien sehr hoch. Das könne nicht dauerhaft so bleiben. Demnach werde geprüft, ob die Max-Josef-Metzger-Halle in Brandenburg an der Havel als zentraler Gerichtssaal aller Gerichte im Land hergerichtet werden könne. Gegen diese Überlegungen wächst nun lokaler Widerstand.

Brandbrief des SV-63-Vorstandes

Wie die beiden Vorsitzenden des SV 63 Brandenburg-West, Jörg Mühling und Andreas Wendland, in einer Stellungnahme schreiben, will sich der Verein seine Halle nicht ohne Weiteres wegnehmen lassen. Die SV-63-Handballer tragen dort seit langen Jahren ihre Heimspiele aus. „Die jetzigen Entwicklungen zeigen uns mit aller Deutlichkeit, mit welcher nicht vorhanden Wertschätzung und Ignoranz das Land Brandenburg dem Freizeit- und Breitensport gegenüber steht“, schreiben die Vorstände.

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In den vergangenen Monaten habe der Verein immer wieder Kontakt zum Justizministerium gesucht und Vorschläge unterbreitet, wie die Halle gleichermaßen für Prozesse und Sportveranstaltungen genutzt werden könne. Das Ergebnis sei enttäuschend, aus dem Potsdamer Ministerium seien bis heute keine Konzepte vorgelegt worden. Gerade deshalb stößt den Brandenburger Sportlern der aktuelle Vorstoß von Ministerin Susanne Hoffmann sauer auf.

Andreas Wendland, Vorstand des SV 63.

Andreas Wendland, Vorstand des SV 63.

In Brandenburg an der Havel regt sich Widerstand

„Selbst die parteiübergreifende Fürsprechung durch unseren Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) und die Landtagsabgeordnete Britta Kornmesser (SPD) sowie die breite Unterstützung von Landes- und Stadtsportbund haben bisher zu keinem Ergebnis geführt, mit dem wir als Verein leben können“, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme. Die aktuellen Entwicklungen hätten den Verein dazu bewogen, in der Causa Metzger-Halle nun auch öffentlich Position zu beziehen. Die „Hölle West“, wie Vereinsmitglieder sie nennen, soll unter allen Umständen die Heimat der SV-63-Handballer bleiben.

Von Philip Rißling

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