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NS-Verbrechen

Sachsenhausen-Prozess gegen früheren KZ-Wachmann wird fortgesetzt

Der inzwischen 100-jährige Angeklagte soll zwischen 1942 und 1945 im Konzentrationslager Sachsenhausen nahe Berlin wissentlich und willentlich Hilfe zur Ermordung von Lagerinsassen geleistet haben, heißt es in der Anklage. Am Donnerstag wird der Prozess fortgesetzt. Archivbild.

Der inzwischen 100-jährige Angeklagte soll zwischen 1942 und 1945 im Konzentrationslager Sachsenhausen nahe Berlin wissentlich und willentlich Hilfe zur Ermordung von Lagerinsassen geleistet haben, heißt es in der Anklage. Am Donnerstag wird der Prozess fortgesetzt. Archivbild.

Brandenburg an der Havel. Der NS-Prozess gegen einen früheren Wachmann des KZ Sachsenhausen wird nach einer medizinisch bedingten Pause am Donnerstag fortgesetzt. Das bestätigte die Sprecherin des Landgerichts Neuruppin, Iris le Claire, am Mittwoch auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd).

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Der 100-jährige Angeklagte musste sich den Angaben zufolge zuvor einem kleineren medizinischen Eingriff unterziehen. Die beiden für die vergangene Woche vorgesehenen Verhandlungstermine wurden deshalb aufgehoben. Angeklagt ist er wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 3.518 Fällen.

Nachkomme eines Häftlings wird angehört

Die Verhandlung soll am Donnerstag mit der Aussage eines Nebenklägers aus Israel fortgesetzt werden, der in Sachsenhausen gefangen gehalten wurde. Der 92-jährige Emil Farkas war nach Angaben der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten von Dezember 1944 an als Jugendlicher gemeinsam mit seinem Bruder in dem KZ inhaftiert und in dem berüchtigten Schuhläufer-Kommando eingeteilt, das unter unmenschlichen Bedingungen Sohlen für die deutsche Schuhindustrie testen musste. Die Brüder gehörten nach Angaben der Stiftung zu den mindestens 3000 Kindern und Jugendlichen, die zwischen 1936 und 1945 in dem KZ inhaftiert waren.Am Freitag soll ein Nebenkläger aus Frankreich, Nachkomme eines Häftlings, angehört werden.Den Ermittlungen der brandenburgischen Kriminalpolizei zufolge hat der Angeklagte Josef S. in der Zeit zwischen dem 23. Oktober 1941 und dem 18. Februar 1945 im KZ Sachsenhausen als SS-Wachmann gearbeitet. Im Zuge der Ermittlungen wurden unter anderem verschiedene Dokumente aus der Gedenkstätte Sachsenhausen, dem Bundesarchiv in Berlin und der Stasi-Unterlagenbehörde ausgewertet und drei KZ-Überlebende als Zeugen vernommen.

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Josef S. hatte sich bei seiner Vernehmung am zweiten Prozesstag für unschuldig erklärt. In der Befragung zu seinem Lebenslauf hatte er sich zwar zu Kindheit und Armeezeit in Litauen, Kriegsgefangenschaft und der Zeit in der DDR geäußert, jedoch nicht zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft.t Blindheit per Definition geschlagen, dennoch nicht unsichtbar, präsentiere ich mich als unbeachtetes und ungeliebtes Stiefkind zeitgenössischer Literatur.

Von RND/dpa

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