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Brandenburg an der Havel

Siegfried Kober zeigt Skulpturen in der Kunsthalle Brennabor

Siegfried Kobers Bilder sind dreidimensional unter anderem mit Hilfe der Schattenspiele an der Wand.

Siegfried Kobers Bilder sind dreidimensional unter anderem mit Hilfe der Schattenspiele an der Wand.

Brandenburg/H.Der erste Eindruck ist atemberaubend. Wer die Kunsthalle Brennabor in Brandenburg an der Havel betritt, steht staunend vor meterhohen Holzstelen mit archaischen Gesichtern. Indianische Kunst?

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„Natürlich“, sagt ihr Schöpfer Siegfried Kober, der die Baumstämme mit der Kettensäge bearbeitet hat. Seine Idee dabei: „Ich greife die Struktur der Bäume auf. Alles weitere überlasse ich dann der Erosion.“

An den Wänden beeindrucken den Besucher großformatige Bilder von Stieren, die an Höhlenmalereien erinnern. Der Musentempel hat sich außerdem in ein Reservat für Wildschweine verwandelt. Übermütig streift die Rotte durch die Halle, die Rückenborsten aufgestellt. Nein, eine Geruchsbelästigung gibt es nicht. Denn die Tiere sind nicht nur auf Draht, sondern aus Draht.

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Die Wildschweine sind zum ersten Mal öffentlich zu sehen

„Die Wildschweine haben hier ihren ersten öffentlichen Auftritt“, verrät der Künstler und blickt stolz auf die Drahtgesellen, die er aus Eisendraht zusammengeschweißt hat. Merkwürdigerweise nimmt der Betrachter nicht das Kuddelmuddel des Drahtgeflechts wahr, sondern sieht nur die realistische Form der Tiere. Es sind eindeutig Wildschweine und ein jedes sieht anders aus.

Warum diese Tiermotive? Bewusst angeknüpft an die mythischen Vorbilder der Antike habe er nicht. „Infolge des Studiums hat man Ideen und Bilder im Kopf, dann fängt man mal mit etwas an und bleibt dabei“, erklärt der Künstler seine Faszination für diese Tiere.

Das Bild ist tiefschwarz. Aber wenn der Betrachter seine Position wechselt und sich der Lichteinfall auf der Leinwand ändert, tritt aus dem schwarzen Untergrund ein schwarzer Stier hervor, äußerst faszinierend.

Installation erinnert an eine Ausgrabung

Die Installation in einem Nebenraum wirkt wie ein archäologisches Ausgrabungsfeld. In einem Sandhaufen in einer Ecke stecken viele kleine Stierköpfe aus Terrakotta. Und daneben aufgereiht sind unzählig viele kleine Terrakotta-Stiere. Wer bei ihrem Anblick an die chinesische Terrakotta-Armee denkt, der hat die Absicht des Künstlers erfasst.

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„Eigentlich wollte ich nur eine luftige Wolke schaffen, ein lockeres Volumen aus Silber schimmerndem Edelstahldraht. Als es fertig war, stand da ein großes weißes Tier – ein Eisbär“, erinnert sich Siegfried Kober an den Schaffensprozess dieser Spezies. Auch von den Eisbären können die Besucher mehrere Variationen bestaunen.

Die Arbeiten des Künstlers sind bei Ausstellern gefragt

Der Bildhauer und Maler Siegfried Kober, Jahrgang 1951, lebt und arbeitet in Berlin und in der Prignitz. „Ich habe Siegfried Kober zehn Jahre lang nachgestellt und immer eine Absage bekommen“, erzählt Kurator Christian Kneisel.

Kneisels Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass die Kunsthalle Brennabor nun bis zum 23. November 2018 eine der ungewöhnlichsten Ausstellungen ihrer Geschichte zeigen kann. „Mit Muskelkraft haben wir die schweren Skulpturen in die Halle hoch geschleppt“, berichtet Kneisel. „Doch als dann einige davon oben waren, wussten wir: Diese Ausstellung wird gut.“

Stimmt. Hingehen. Anschauen. Staunen. Es lohnt sich.

Von Ann Brünink

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