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Brandenburg an der Havel

So klingt die Völkerverständigung

Der Frauenchor La Musica aus Brandenburg an der Havel (Archivbild).

Der Frauenchor La Musica aus Brandenburg an der Havel (Archivbild).

Brandenburg/H. Haben die Ural-Kosaken Verstärkung nötig? Sicherlich nicht, wenn man die Stimmgewaltigkeit der acht Sänger bewertet, die beim Ivan-Rebroff-Gedenkkonzert am Sonntagnachmittag im Brandenburger Dom aufgetreten sind.

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Andererseits war es ein kluger Schachzug der Kosaken, einen beliebten Frauenchor aus der Region zum gemeinsamen Auftritt einzuladen. Kosakenchöre sind zwar nach wie vor beliebt beim Publikum. Aber inzwischen gibt es so viele Chöre, dass man fast von einer Inflation ihrer Auftritte sprechen kann. Das Kalkül – sofern es denn eines war – ist aufgegangen. Der Dom war rappelvoll.

Der besondere Moment

Der gemeinsame Auftritt, endlich. Auf diesen Moment mussten die etwa 400 Zuhörer im Dom lange warten. Erst nachdem jeder Chor bereits zweimal alleine aufgetreten war, präsentierten sich schließlich beide Chöre gemeinsam dem Publikum.

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Da waren bereits knapp zwei Stunden mit einem bunten, anspruchsvollen Programm mit geistlichen Liedern, sowie russischen und deutschen Volksliedern vergangen. Doch nun die Sensation: Ein Kosakenchor verbindet sich mit einem Frauenchor. Das Ergebnis war nahezu überirdisch.

Großer Zapfenstreich

„Ich bete an die Macht der Liebe“ – dieses Lied mit langer deutsch-russischer Vergangenheit, das es sogar bis in die Zeremonie des Großen Zapfenstreichs der Bundeswehr geschafft hat, hat Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski (1751-1825) im Jahre 1822 komponiert. Der Text stammt von Gerhard Tersteegen (1697-1769), einem deutschen Laienprediger und Schriftsteller.

Wie Melodie und Text des Liedes schließlich zusammen kamen, ist eine lange Geschichte. Aber einen besseren Liedtitel hätte man kaum finden können für diesen ersten gemeinsamen Auftritt.

Unter der Leitung von Angelika Eckelmann

Zunächst abwechselnd sangen die beiden Chöre jeweils eine Strophe des anrührenden Liedes, bis sie die letzte Strophe – dirigiert von La-Musica-Leiterin Angelika Eckelmann – dann gemeinsam sangen.

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Nahezu atemlos lauschte das Publikum. Es war einfach wunderschön, wie sich die reinen, klaren Frauenstimmen von La Musica mit den wunderbaren Männerstimmen der Ural-Kosaken verbanden.

Russen und Deutsche verbunden

Da mag so manch ein Zuhörer im Dom ein Gefühl der Zusammengehörigkeit empfunden und sich gefreut haben, wie tief verbunden Russen und Deutsche eigentlich sind. Besser als im Gesang lässt sich Völkerfreundschaft kaum zelebrieren.

Der Jubel des Publikums über diese fantastische gemeinsame Leistung war unbeschreiblich. Die Menschen sprangen von ihren Stühlen auf und rasten geradezu vor Begeisterung. Aber es ging ja noch weiter. Auch das Lied „Eintönig hell klingt das Glöckchen“ ist sehr beliebt. Die Sängerinnen von La Musica summten die Melodie des Liedes, das ein russischer Vorsänger und die Kosaken darboten.

Stehende Ovationen

Als zum Abschluss des Konzerts das Wolgalied erklang, war kaum noch zu unterscheiden, wer was sang, denn das Publikum klatschte, summte und sang kräftig mit, manche tanzten vor ihren Stühlen. Stehende Ovationen, rhythmisches Klatschen, Zugabe! Mit „Kalinka“ war die allseitige Begeisterung nicht mehr zu überbieten.

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Von Ann Brünink

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