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Brandenburg an der Havel

Stadt Brandenburg bereitet sich auf Flüchtlinge aus der Ukraine vor

In der Stadt Brandenburg bereitet man sich derzeit unter Hochdruck auf die erwarteten Flüchtlinge aus der Ukraine vor. 150 Plätze sind bereits bezugsfertig, Hilfsaktionen sind angelaufen, Spenden werden gesammelt.

In der Stadt Brandenburg bereitet man sich derzeit unter Hochdruck auf die erwarteten Flüchtlinge aus der Ukraine vor. 150 Plätze sind bereits bezugsfertig, Hilfsaktionen sind angelaufen, Spenden werden gesammelt.

Brandenburg/H. Mehrere hunderttausend Menschen haben bereits die Ukraine auf der Flucht vor dem Krieg verlassen. Die ersten Flüchtlinge sind nun auch in der Havelstadt Brandenburg angekommen, wie Nancy Petsch berichtet, die sich mit dem Team Kleiderursel bereits um die Unterstützung der Familie kümmert und um Spenden bat.

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Brandenburgs Oberbürgermeister Steffen Scheller hat bereits am Wochenende begonnen, die Vorbereitungen für die Flüchtlingshilfe und Unterstützung zu organisieren. Koordiniert wird die Hilfe, wie Scheller sagt, im Sozialressort der Verwaltung unter Leitung von Kerstin Schöbe.

"Wir können sofort 50 Plätze in der Gemeinschaftsunterkunft in der Flämingstraße und 100 weitere Plätze in der Upstallstraße zur Verfügung stellen, um den Kriegsflüchtlingen zu helfen", sagt Scheller der MAZ.

Er rechne vorrangig mit Frauen und Kindern, die sich auf die Flucht begeben würden, da die Männer in der Ukraine zur Landesverteidigung einberufen wurden.

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Steffen Scheller ruft zur Hilfe auf.

Steffen Scheller ruft zur Hilfe auf.

Die 150 Plätze habe die Stadt auch dem Land gemeldet, dass die Flüchtlingsverteilung koordiniert. Die Hilfe laufe unbürokratisch, versichert Scheller, auch wenn der gesetzliche Rahmen für die Hilfe – und dazu gehören auch finanzielle Unterstützung und der Zugang zur medizinischen Versorgung – noch nicht vollends geklärt sei.

Er rechne damit, dass die Europäische Union am Donnerstag per Beschluss die Ukraine-Flüchtlinge mit dem Status Kriegsflüchtling versehen, was die Auszahlung von Mitteln und die Mitfinanzierung der Hilfen über Bund und Land möglich mache.

Verwaltung bereitet Verfahren vor

Da Ukrainer kein Visum brauchen um nach Deutschland zu kommen, sondern nur einen Pass, sei noch unklar, wie genau die Flüchtlingsströme in Deutschland ankommen und verteilt werden.

Bereits am Freitag hatte sich eine erste Familie in der Stadt Brandenburg gemeldet, die dann aber privat Hilfe bei Bekannten gefunden habe. Scheller: „Unsere ersten Erfahrungen zeigen, die Flüchtlinge sind mobiler als wir dachten kommen da an, wo sie wollen.“ Nun gehe es darum die Voraussetzungen zu schaffen, dass die nötigen Asylanträge gestellt werden können, was eine Voraussetzung für die geregelte Unterstützung der Flüchtlinge sei.

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In der Flüchtlingsunterkunft in der Upstallstraße sind 100 Betten vorbereitet.

In der Flüchtlingsunterkunft in der Upstallstraße sind 100 Betten vorbereitet.

Ausgestattet mit den Erfahrungen der Flüchtlingskrise 2015/16 ist die Stadt Brandenburg vorbereitet schnell zu helfen – auch über das jetzt gemeldete Maß hinaus. Ein Block in der Upstallstraße steht nach MAZ-Informationen noch leer und könnte zeitnah als Unterkunft hergerichtet werden.

Wohnungen gesucht

Über freie Wohnungen für Flüchtlingsfamilien verfügt die Stadt Brandenburg derzeit nicht. Allerdings habe sich ein erster Immobilieninvestor bereits bei der Stadt gemeldet und signalisiert, freie Wohnungen zur Verfügung stellen zu wollen. „Wir sammeln jetzt die Angebote bei Frau Schöbe“, sagt Scheller.

Anders als bei der Flüchtlingskrise 2015 gehen Scheller und seine Verwaltung nicht davon aus, dass „in großem Umfang“ mit unbegleiteten Kindern und Jugendlichen zu rechnen sei. Allerdings sei man auch darauf vorbereitet.

Ein Zeichen der Unterstützung für die Kriegsopfer der Ukraine.

Ein Zeichen der Unterstützung für die Kriegsopfer der Ukraine.

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Im Nachgang an Mahnwache für die Opfer der russischen Aggression in der Ukraine am Sonntagabend an der Friedenswarte auf dem Marienberg lobte Scheller das zivilgesellschaftliche und parteiübergreifende Engagement der Veranstalter. Er rief dazu auf, dieses Form der gemeinsamen Mahnung „weiter am Leben zu erhalten“ und die Friedenswarte als Ort der Versammlung weiter zu nutzen. „Ich bin weiter dabei und helfe gern, wo ich kann“, sagte Scheller.

Brandenburg zeigt Haltung

Inzwischen laufen in der Stadt Brandenburg Spenden- und Unterstützungsaktionen an, die den Menschen vor Ort in der Ukraine ebenso helfen sollen, wie Geflüchteten hier, teilt Lena Stürzebecher vom Aktionsbündnis „Branne zeigt Haltung“ mit.

Die Liste der benötigte Hilfsmittel ist lang: FFP-2-Masken, Mund-Nasen-Schutz, Kinder-/Babysachen wie Babynahrung, Spielsachen (keine batteriebetriebenen und kein Kriegsspielzeug, keine Bücher, keine Filme, keine CDs); Babyzubehör; Bastel-, Schreib- und Malutensilien; Handtücher und Decken, Kissen und Schlafsäcke; Bettwäsche; Gasbrenner zum Warmhalten; Einweggeschirr; Batterien; Treibstoff; Taschenlampen; Folien- oder Schlafdecken; Rucksäcke; Taschenwörterbücher; Taschenmesser; Erste-Hilfe-Kästen.

Sammelstellen eingerichtet

Benötigt würden auch haltbare Nahrungsmittel wie: Wasser, Kekse, Nüsse, Getreideprodukte, verpackte Lebensmittel und Konserven, Babynahrung, Trockenobst, Kleidung: (in gutem und sauberem Zustand!); Mützen, Socken, Handschuhe, Schals, (warme) Kleidung für Damen, Herren, Kinder und Babys; Schuhe für Damen, Herren, Kinder und Babys sowie Regenjacken.

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Abgegeben werden können die Spenden (Kleidung, Hygieneartikel, nicht verderbliche Lebensmittel):

Interkulturelles Zentrum „Gertrud von Saldern“ der Berlin Brandenburgischen Auslandsgesellschaft (BBAG) am Gotthardtkirchplatz 10, von Montag bis Freitag 9 bis 16 Uhr

ArtBox, Große Münzenstraße 16 in Brandenburg, Montag bis Freitag 18 bis 20 Uhr

Medizinische Hochschule Brandenburg, Nicolaiplatz 19 in Brandenburg nach Vereinbarung, Kontakt: mhbmedisfuerpraevention@web.de

Von Benno Rougk

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