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Brandenburg an der Havel

Wenn gebrannte Steine Geschichten erzählen: Ziegeleiverein mit neuen Projekten

Der Freundeskreis Ziegeleigeschichte bei seinem jüngsten Treffen vor dem restaurierungsbedürftigen Ringofen in Päwesin.

Der Freundeskreis Ziegeleigeschichte bei seinem jüngsten Treffen vor dem restaurierungsbedürftigen Ringofen in Päwesin.

Brandenburg/H. Ein strammes Programm haben sich Verein und Freundeskreis Ziegeleigeschichte für die nächsten Monate verordnet. Knapp 30 Frauen und Männer trafen sich jüngst in Päwesin am halbverfallenen Ringofen, um die nächsten Aktivitäten zu besprechen. Nach dem Tod von Sven Kornisch hat Hans-Joachim Riechardt die Führung übernommen: „Wir werden im Herbst die Grabstätte der Familie Witte einweihen, das waren Ziegeleibesitzer in Bützer. Diese Grabstätte hat der Verein aufwändig restauriert.“ Zudem wolle man sich der Erforschung der Ziegeleigeschichte in der Stadt Brandenburg an der Havel widmen – es habe bereits sehr konstruktive Gespräche mit Vertreterinnen des Heimatmuseums gegeben.

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Mit Vertretern anderer Ziegeleistandorte wie Glindow und Mildenberg sollen die Kontakte intensiviert werden. „Ein Teil unserer erfolgreichen Ausstellung ,Ziegeleigeschichte in der Mark Brandenburg im 19. Jahrhundert’ ist noch bis Oktober in Mildenberg zu sehen. Stationen davor waren Havelberg und Berlin-Pankow, später soll sie noch nach Jerichow und eventuell nach Genthin gehen.

Mehr als 30 Autoren zwischen Ketzin und Semlin haben daran mitgewirkt“, erzählt Riechardt. Und Katrin Werlich vom Päwesiner Kulturverein ergänzt: „Wir bereiten gerade den zweiten Teilk der Ausstellung vor. Für diese Fortführung hat Sven Kornisch die konzeptionelle Vorarbeit noch geleistet, wir müssen nur noch alles auf Tafeln bringen. Und für den ersten und zweiten Teil sollten wir einen Katalog herausgeben. Gemeinsam mit einem ordentlichen Marketing kostet das zwischen 20.000 und 30.000 Euro. Dafür müssen wir Fördermittel beantragen.“

Dafür hat der Verein die Voraussetzungen geschaffen: Nach einigen Satzungsänderungen hat das Finanzamt den Freistellungsbescheid zur Gemeinnütziglkeit des Vereins erteilt. Der Verein entstand nämlich erst im Oktober 2017, damit später aus dem etwa 60 aktive Mitglieder zählenden Freundeskreis, den es seit Juni 2013 gibt. Die Mitstreiter kommen beispielsweise aus Brandenburg an der Havel, aus Berlin, aus Ketzin, Rathenow, Groß Kreutz, Päwesin oder Deetz.

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Karl-Heinz Graffenberger verwahrt das „Lapidarium“, also die Steinsammlung des Freundeskreises. Er hat beispielsweise rund 600 verschiedene Stempel und Ziegeleimarken auf den Steinen ausgemacht und dokumentiert. Die Steine lagern teilweise bei den Mitgliedern, teilweise in einer privaten Firma in Havelsee. Sie sollten möglichst an einem Punkt zusammengefasst werden. Hermann Kremer aus Päwesin ist Besitzer der alten Gärtnerei, wo auch der Ringofen steht.

Dort hat er unter anderem eine kleine Ferienanlage aufgebaut. Für zwei ehemalige Stallgebäude hat er Fördermittel zum Sichern und Erhalten gestellt, es gibt vorsichtige Signale, dass das Projekt aus dem ländlichen Förderprogramm Leader bedacht wird, sagt Katrin Werlich. „Das wäre toll, wenn wir hier eine Möglichkeit hätten, alle unsere Exponate an einem Platz zu versammeln.“ Zumal Kremer in Aussicht gestellt hat, bei entsprechender finanzieller Unterstützung und fachlicher Hilfe auch das Sanieren des Ringofens anzugehen.

Von André Wirsing

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