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Evangelisches Domgymnasium

Wenn Schüler Wein anbauen

Zwei Schüler des Brandenburger Domgymnasiums bei der Traubenlese auf dem Schulgelände. Dort baut die Schule seit 2014 Wein an.

Zwei Schüler des Brandenburger Domgymnasiums bei der Traubenlese auf dem Schulgelände. Dort baut die Schule seit 2014 Wein an.

Brandenburg/H. Die Weinproduktion des Evangelischen Domgymnasiums in Brandenburg ist eine Erfolgsgeschichte. Nun wird sie wesentlich erweitert. Dafür wird die Schule eine 1,3 Fläche große Feld in Südhanglage in Klein Kreutz pachten. Möglich macht das ein Vertrag zwischen dem Vielfruchthof Domstiftsgut Mötzow und der Schule.

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Verpächter Heinrich Thiermann, von der Idee angetan, will dafür den symbolischen Pachtzins von „einer Flasche Wein pro Jahr“. Schulleiter Winfried Overbeck bezeichnet die Expansion als „ein Großprojekt (...), das die Schule in vielen Bereichen prägen und bereichern wird“. Bisher bewirtschaftete das Gymnasium zwei kleinere Weinberge auf dem Schulgelände mit jetzt 180 Reben.

Vergrößert wird derzeit der Weinberg am Domgymnasium

Vergrößert wird derzeit der Weinberg am Domgymnasium. Schulleiter Winfried Overbeck mit Schülern bei der Vorbereitung der Fläche.

Seit vier Jahren bauen die Domgymnasiasten Wein an. In diesem Jahr ernteten sie mit 300 Kilogramm Trauben so viel wie noch nie. Winfried Overbeck spricht von einem „außerordentlich gutem Jahr“. Rund 50 Liter Traubensaft und 110 Liter Wein produzierten die Schüler daraus. Im vorigen Jahr fielen bei der Weinlese weniger als ein Drittel dieser Menge an, 2016 ernteten die Kinder und Jugendlichen 230 Kilogramm Trauben.

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Ein Unterrichtsfach greift den Weinbau auf

Der Weinbau ist fester Bestandteil des Unterrichtskonzeptes: „Alle Schüler haben einmal in ihrem Leben mit dem Thema Weinbau zu tun“, so Overbeck. Es geht um Grundlagen des Weinbaus, Marketing, Geschäftsführung, Buchhaltung. In diesem Jahr hat erstmals der Seminarkurs der zwölften Jahrgangsstufe die Weinproduktion übernommen. Es gibt in der achten Klassen eine Arbeitsgemeinschaft Weinbau. Auch das Fach Werken-Arbeit-Technik greift das Thema auf.

Die Weinproduktion liegt ausschließlich in Schülerhand

Die Weinproduktion liegt ausschließlich in Schülerhand.

2015 gründete sich die Schülerfirma Domkelterei Schüler eG. Von den Trauben fertigen die Jungen und Mädchen Fruchtaufstrich und Saft, daneben Wein, den Eltern und Lehrer kaufen. „Eine Lieferung Rosé-Wein ging auch schon ganz offiziell zur Schulstiftung der Evangelischen Kirche in Deutschland nach Hannover, wo er als Gastgeschenk für besondere Anlässe diente“, verrät der Theologe und Schulleiter Overbeck.

In der Tradition der Ritterakademie

Das Brandenburger Domgymnasium betritt als Schule nicht Neuland mit diesem Zweig. Mehrere Schulen in Deutschland betreiben Weinbau. Zudem knüpft die evangelische Bildungsstätte an die Weinbau-Tradition der früheren Ritterakademie an. Auch diese bewirtschaftete in Klein Kreutz einst einen Weinberg.

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Für den neuen Weinberg muss das Gymnasium zunächst beim Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn die Erweiterung der Rebflächen beantragen. Bis zum 28. Februar 2019 muss das passiert sein. Mit der Genehmigung rechnet die Schulleitung im Sommer 2019.

Schüler des Brandenburger Domgymnasiums bei der Weinlese

Schüler des Brandenburger Domgymnasiums bei der Weinlese. Die Reben sind mittlerweile übermannshoch gewachsen.

Im September des Jahres werden dann bei einer Rebschule die Rebstöcke bestellt. Gepflanzt werden sollen diese im April und Mai 2020. Erst 2023 werden die Pflanzen „voll tragen“. Mit einem imposanten Weinberg rechnet Winfried Overbeck im Laufe der darauf folgenden zehn bis 15 Jahre.

Die Investitionskosten liegen Winfried Overbeck zufolge bei rund 30.000 Euro, gestreckt auf zehn Jahre, sind das 3000 Euro. Die Finanzierung soll allein aus den erwirtschafteten Erträgen des bisherigen Schulweinbaus und Spenden zusammen kommen.

Winfried Overbeck hofft zudem auf Förderprogramme, die genutzt werden könnten. Der reguläre Schulhaushalt soll nicht berührt werden.

Von Marion von Imhoff

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