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Brandenburg an der Havel

Wenn Sophia mit Salvador Dali spielt

Laura Hari

Laura Hari

Brandenburg/H. Sophia ist zehn Jahre alt. Sie zeichnet und malt gerne. Und sie hat, wie ihr Vater sagt, „eine blühende Phantasie“. Und weil das stimmt, wird all das, was Sophia zu Papier bringt, lebendig. Was ist das? Ein Schwein? Ein Affe, ein Delphin? Das sind Fragen, die nur Erwachsene fragen. Ganz logisch: das sind normale phantastische Wesen, ein Delphin-Zebra-Schmetterling und ein Affen-Schweine-Papagei.

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Sophia und ihre beiden Freunde sind die Helden eine zauberhaften Bilderbuchs der Brandenburgerin Laura Hari für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, das seit wenigen Tagen im Buchhandel erhältlich ist und den Titel trägt: „Der Tag, an dem ein Delphin-Zebra-Schmetterling vom Papier verschwand“.

Vielleicht ist der Begriff Bilderbuch irreführend. Denn auch wenn das über 80-seitige Buch mit den Illustrationen und dem Text von Laura Hari eine hinreißende Geschichte erzählt, ist es doch ein Kunstbuch. Ein Buch über Kunst und über Künstler, ein Buch, das selbst Kunst ist und ein Objekt, das vom ersten Moment an dem Leser jenes wohlige und wertige Gefühl vermittelt, dass eine Festplatte mit E-Books nie verschenkt .

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Inspiriert wurde Laura Hari (36) von ihrer Tochter Anna Lara, mit der sie noch bis Anfang 2019 im Mutterschaftsurlaub ist. Die Künstlerin ist in Brandenburg ob zahlreicher Ausstellungen in früheren Jahren (damals noch unter ihrem Mädchennamen Laura Haase) nicht unbekannt. Wenig bekannt ist, dass sie nach und neben ihrem Studium der Bildenden Künstler als Meisterschülerin von Professor Frank Badur an der UdK in Berlin auch noch ein Medizinstudium an der Charité absolvierte und 2016 während ihrer neurologischen Facharztausbildung promovierte.

„Seit Jahren Jahre hatte ich kaum Zeit gefunden, einen Pinsel in die Hand zu nehmen. Und ich war über die künstlerische Durststrecke traurig, wollte etwas Neues machen“, erinnert sich Laura Hari. Und als sie damit begann, sei das „wie eine schöpferische Explosion“ gewesen. Nach ein paar Tagen standen der Titel und die Geschichte. Mit der Idee im Kopf zauberte sie immer neue Bilde. Bis zu vier Tagen saß sie jeweils an einem der Bilder, die nun jeden Leser ins Buch hineinziehen.

Und damit ähnelt das Buch der Idee zur Story selbst: Die drei Freunde erleben phantastische Abenteuer, in dem sie in andere Bilder „hineinfliegen“ und dort Dinge erleben. Die Idee ist so simpel wie großartig. Jeder, der Bilder in Museen oder Büchern sah, die ihn berühren, kennt die Frage „Was steckt hinter dem Bild? Und er kennt die Sehnsucht, diesen bildgewordenen Augenblick selbst zu erleben.

Und das tut Sophia. Erst zaubert sie in Gedanken in ihre eigenen Bilder und fliegt durch die Welt oder schwimmt mit Ameisen um die Wette. Aber dann taucht sie ab in die Welt der Surrealisten um Salvador Dali und sein weichen Uhren oder spaziert mit dem Mönch von Caspar D. Friedrich am Meer und lässt den weisen Mann auf seinen Wunsch auch mal einen Clown sein.

In diesem virtuellen Raum erfährt sie Hintergründe zu den Bildern, sinniert mit ihren Freunden über philosophische Fragen und macht Schabernack. Und immer geht es um Fragen der Kreativität, des Seins und der Freundschaft. Um zurück in die Realität zu gelangen, reicht der Blick in ein Spiegelbild.

Geeignet zum Selberlesen dürfte das Buch für Menschen zwischen 8 bis 14 Jahren sein, meint Laura Hari. Durch die Illustrationen werden aber auch jüngere Kinder und Erwachsene Freude an dem hervorragend gestalteten Buch haben. Daran hat der Buchgestalter und Brandenburger Fotograf Hartmut Hilgenfeld großen Anteil. „Durch seine Identifikation und Begeisterung für mein Kinderbuch ist es so gut geworden“, freut sich Laura Hari.

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Die großformatigen Illustrationen sind Aquarelle auf Papier. „Ich arbeite ganz klassisch mit Bleistift und Pinsel und nicht wie viele andere Illustratoren heutzutage am Computer mit Grafikprogrammen, wo das Bild hauptsächlich digital entsteht“, erzählt Laura Hari, die auch mehrere Jahre zusammen mit dem Brandenburger Künstler Jan Beumelburg arbeitete und dessen Tochter ihrer Sophia im Buch das Gesicht leiht.

Mit ihren beiden Phantasie-Tieren also dem Delphin-Zebra-Schmetterling und dem Affen-Schweine-Papagei hat Laura vorab experimentiert und gespielt: „Ich habe Collagen gebastelt und diese gemalt.“ Das Konzept verfängt: Es macht spielerisch neugierig auf die Welt der Kunst, der Bilder. Die Leser werden angeregt, selbst kreativ zu werden, mit kleinen Tricks eine Bildidee zu finden. Dafür reicht ein roter Wollfaden, der auf ein Blatt Papier fällt: Mit etwas Phantasie ähnelt die Form selbstredend dem Delphin-Zebra-Schmetterling!

Man sieht dem gebundenen Hardcover-Buch, das in dem kleinen Berliner Westkreuz-Verlag mit einer ersten Auflage von 800 Exemplaren erschienen ist, nicht an, dass fast alles daran in Eigenregie und ohne ein großes Verlagshaus im Hintergrund entstand. Zu professionell, zu hochwertig wirkt das fertige Produkt, das jetzt im Buchhandel erhältlich ist. Viel dem Zufall überlässt Laura Hari nicht.

Auch wenn das Buch „mein Herzenswunsch“ war, sind viel Geld, Zeit und Kraft in die Umsetzung geflossen. Dass ihr mit ihrem Erstlingswerk außerordentliches gelang, ist der Neurologin ohnehin bewusst. Bei mehreren Kinderbuchwettbewerben hat sie sich mit dem Buch beworben, die ersten Reaktionen sind positiv, mehrere Buchhandlungen in Potsdam, Brandenburg und Berlin führen das Werk bereits.

Nun nimmt sie auch die Werbung und das Ankurbeln der Vermarktung selbst in die Hand. Und längst ist klar: Sie will weitermachen. Es gibt noch so viele Bilder, die Sophia kennenlernen will und in die ihre Laura Hari mit ihrer Kunst eintauchen will.

Die Welt der bildenden Kunst stand ihr offen, damals während und nach dem Studium an der UdK. „Aber das war mir zu heiß. Kann man davon leben? Ich habe mich für den sicheren Weg entschieden“, sagt sie im Gespräch - leise und wie zu sich selbst. Aber dann blieb „kein Freiraum mehr für das künstlerische Ding.“ Dieser Druck hat sich angestaut. Und nun hat sich diese Kreativität entladen.

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„Die ganz Energie steckt in diesem Kinderbuch“, sagt Laura Hari und schüttelt dabei den Kopf, während sie vorsichtig über die Titelseite des Buches fährt. Sicher ist: Das war nicht der letzte künstlerischer Ausbruch der jungen Ärztin, die im Winter wieder auf den sicheren Weg in die Asklepius-Klinik zurückkehren wird.

Das Buch „Der Tag,an dem ein Delphin-Zebra-Schmetterling vom Papier verschwand“ (ISBN: 9783944836454) kann direkt beim Westkreuz Verlag Berlin/Bonn oder in jedem Buchladen für 19.90 Euro sowie bei Amazon bestellt werden. In einigen Städten wie Brandenburg/H, in Potsdam und Berlin steht es bereits in verschiedenen Buchhandlungen im Regal.

Von Benno Rougk

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