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Dahme-Spreewald

13. Aquamediale eröffnet am 15. Juni

„Ein weites Feld – oder Fontanes Grenzen“ heißt die Arbeit von Franz Zauleck.

„Ein weites Feld – oder Fontanes Grenzen“ heißt die Arbeit von Franz Zauleck.

Straupitz.Griesgrämig gucken die grünen Birnen, während über ihnen der feiste rote Pfirsich zufrieden grinst. Denn wie heißt es doch tatsächlich einmal bei Fontane?: „Wein und Pfirsich lachten am Spalier.“ Johanna Benz hat ihn da sehr genau genommen und sich das einfach mal bildlich vorgestellt. Für viele solcher Beschreibungen aus Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg hat sie herrliche Illustrationen entworfen und mit mal urkomischen, mal fast philosophischen Plakaten eine Litfaßsäule gestaltet.

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Werke sind in und an den Schlossteichen

Diese findet, wer rund um die Schlossteiche in Straupitz spaziert, wo am Samstag die 13. Aquamediale eröffnet wird. Das große, im Biennale-Rhythmus veranstaltete Kunstfestival des Landkreises Dahme-Spreewald versammelt die Werke von zehn internationalen Künstlern in der gut zu Fuß zu erkundenden Straupitzer Seenlandschaft. Noch schöner aber, weil es die Intentionen der zehn Künstler noch spürbarer werden lässt, ist eine Fahrt per Spreewald-Kahn. Dann steigt Nadine Pranges Wasserfee Melusine direkt vor einem verführerisch auf, schnarcht Yang Lius Faultier hoch oben am Ast direkt über dem kleinen Kanal. Wer so mit leichtem Plätschern auf dem Wasser dahingleitet, dem begegnet die Kunst also noch unmittelbarer.

Idee von Heimat ist Grundthema

„,Spreeland trifft ...’“, verweist Kurator Harald Larisch auf den Titel der Aquamediale, „ist natürlich vielschichtig.“ Es geht vordergründig um Fontane, aber auch um Herkunft, Hintergrund, Heimat, Begegnung, das Bewahren und das Hinterfragen, betont Dahme-Spreewalds Kulturdezernent Carsten Saß (CDU). Ansatz diesmal war, keine große Ausschreibung zu starten, sondern gezielt an Kunsthochschulen nach hervorragenden Absolventen zu fragen. Herausgekommen sei eine dynamische junge Künstlerriege, sagt Kurator Larisch: „Das macht mir Spaß!“

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Kurator Harald Larisch

Kurator Harald Larisch

Die Teilnehmer seien weitestgehend Illustratoren und Designer, gewohnt, in der Fläche zu denken. „Aber jetzt kommt die Dimension des Raums hinzu“, erklärt er.

Mit den Künstlern stand er Anfang Mai mal mitten im Wasser, schleppte mal Farben, Bohrer und außerdem noch motivierende Worte von einer Baustelle zur anderen.

„Die Künstler sind zum Regisseur ihrer eigenen Arbeit geworden“, beschreibt er das helfende Miteinander wie auch die Herausforderung, die eigentlich papierne Idee räumlich und handwerklich zu gestalten.

Johanna Benz hat den Ausspruch „Da haben wir den Salat“ treffend illustriert. Solche Plakate zeigt sie an einer Litfaßsäule mitten im Wald.

Johanna Benz hat den Ausspruch „Da haben wir den Salat“ treffend illustriert. Solche Plakate zeigt sie an einer Litfaßsäule mitten im Wald.

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Gleich am kleinen Hafen steht nun eine riesige grüne Spreewald-Gurke. Hinter Natthapong Samakkaews Beitrag steckt die Idee, dass die Menschen dieser für den Landstrich so symbolhaften Gurke eine ähnliche Verehrung entgegen bringen könnten wie den Buddha-Statuen in den Tempeln seiner thailändischen Heimat. Winzige kleine Goldplättchen können dort an Buddhas und nun bald in Straupitz an die Gurke geklebt werden.

Jana Dörfelt Anfang Mai beim Aufbau ihres Werkes

Jana Dörfelt Anfang Mai beim Aufbau ihres Werkes

An anderer Stelle sammelt Jana Dörfelt Regenwasser in einem farbenfrohen Trichter. Wer will, kann sich hier Wasser abzapfen: „Heimat to go“ nennt sie das. Katalin Pöge dagegen hat sich Wasser schicken lassen von weit her, aus Amsterdam beispielsweise, und lässt das nun mittels Infusionsbesteck ins Straupitzer Wasser tröpfeln – „Infusion – Inklusion“.

Einen mal als Motiv berückenden, mal in der Idee auch bedrückenden und immer wieder verblüffenden Ansatz verfolgen die zehn Teilnehmer hier. Ihren Spuren im und am Wasser und im Wald zu folgen, lohnt sehr.

Dass, so ganz nebenbei, eine der schönsten Kirchen weit und breit, das 1828 bis 1832 von Karl Friedrich Schinkel errichtete Gotteshaus, binnen weniger Schritte erreichbar ist und es den malerischen Kornspeicher sowie – als technisches Unikum – eine gleich dreifach produzierende Mühle gibt, machen die Idee eines Entdeckungsausflugs nach Straupitz nur noch reizvoller.

13. Aquamediale: 15. Juni bis 21. September, frei zugänglich im Schlosspark Straupitz, Routenplaner und Werkkatalog sind erhältlich im der Touristinformation

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www.aquamediale.de

Programm der 13. Aquamediale

15. Juni, 14 Uhr, am Hafen Straupitz: Eröffnung mit Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD), Landrat Stephan Loge (SPD) und Kulturdezernent Carsten Saß (CDU). Ab 15 Uhr Kunstkahnfahrten und Rundgänge mit Kurator Harald Larisch und Projektleiterin Annika Meißner; 17 Uhr Open-Air-Konzert des Landesjugendjazzorchesters Lajazzo.

21. bis 23. Juni am Markt in Lieberose: Pop-up-Atelier von Lasse Pook und Franz Rentsch.

27. Juli, Kornspeicher Straupitz: 16 Uhr Workshop für Kinder ab vier Jahren. 18 Uhr Theaterstück „Mit Fritz Rasselkopf auf der Suche nach den Rasselköpfen“.

24. August am Bauernmuseum Schlepzig: ab 15 Uhr Kaffee, Kuchen, Kunst; 20 Uhr Quartett Chordophone.

7. September, ab 17 Uhr, in Burg: „Fließendes Atelier“ mit Jim Avignon.

20. September, 18 Uhr, Kornspeicher Straupitz: Pugsley Buzzard Band.

21. September, ab 10 Uhr in Lübbenau: Kunst- und Handwerkermarkt zum Spreewald-Atelier mit Aquamediale-Finissage ab 13 Uhr, Kunstauktion ab 15 Uhr und Skulpturen im Licht ab 19 Uhr.

Von Karen Grunow

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