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Strom- und Gaspreise

Energiepreise mehr als verdoppelt: Auch Betriebe in LDS davon betroffen

Die Strom- und Gaspreiserhöhungen treffen auch die Unternehmen in Dahme-Spreewald.

Die Strom- und Gaspreiserhöhungen treffen auch die Unternehmen in Dahme-Spreewald.

Wildau. Gas und Strom sind in Europa so teuer wie lange nicht mehr – auch der Landkreis Dahme-Spreewald ist von den stark gestiegenen Energiepreisen betroffen. Vor allem für kleinere und mittelständische Unternehmen könnte es jetzt schwierig werden.

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Strom- und Gaspreise: Betriebe zahlen stellenweise das Sechsfache

„Es ist eine Spirale. Wenn Unternehmer die hohen Energiepreise so akzeptieren müssen, sinkt die Marge. Wenn die Marge sinkt, können keine Investitionen mehr getätigt werden“, sagt Jens Warnken, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus und Chef des Wildauer Unternehmens Airkom Druckluft. Gleichzeitig gehe die Spirale noch weiter – auch viele Mitarbeiter der Betriebe seien betroffen, müssten zu Hause höhere Energiepreise zahlen, für welche sie mehr Gehalt benötigen würden.

Inzwischen zahlen Betriebe in Brandenburg das Zwei- bis Dreifache an Energiekosten, sagt Michael Rusch, Energieexperte bei der IHK Cottbus. „Das geht soweit, dass einige sogar das Sechsfache des eigentliches Preises bezahlen müssen“, sagt er.

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Dies gelte auch für die Betriebe in Dahme-Spreewald. Es gebe keine Branche, die das nicht treffen würde. „Es trifft ausnahmslos alle Bereiche und Branchen“, sagt auch Jens Warnken. Jene, deren Arbeit besonders viel Energetik beanspruche, etwa die Stahlbranche, treffe die gestiegenen Preise für Strom- und Gas natürlich besonders hart.

Strom- und Gaspreise: Das sind die Gründe für den Preisanstieg

Gründe für die gestiegenen Energiekosten gibt es viele. So ist etwa die Nachfrage während der Erholung von der Pandemie weltweit stark gestiegen, da die Wirtschaft wieder mehr produziere, erklärte die EU-Kommission bereits im September vergangenen Jahres.

Außerdem machen Kritiker auch die Klimaschutzmaßnahmen für die gestiegenen Preise verantwortlich. So ist der Preis von Kohlenstoffdioxid (CO2) im Handel mit Emissionsrechten gestiegen, was die Energieerzeugung aus Kohle zwar unattraktiver mache, gleichzeitig aber den Preis für Strom steigen ließe, wenn es keine Alternativen gebe. So müssen Stromanbieter im Emissionshandelsystem der EU etwa für den Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 zahlen.

Klimaschutz gefährdet – Unternehmen könnten abwandern

Jens Warnken befürchtet, dass der Klimaschutz durch die hohen Preise am meisten leiden wird. „Die Firmen können nicht mehr in Erneuerbare Energien investieren, es wird schwieriger für sie, nachhaltig zu arbeiten“, sagt er. Vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen hätten oft nur ein kleineres Investitionsvolumen. Jetzt würde dies gebraucht werden, um die aktuellen Kosten zu decken, anstatt in klimafreundliche Energien zu investieren.

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Eine weitere seiner Befürchtung ist es, dass die Unternehmen aus Dahme-Spreewald und Brandenburg abwandern. „Eine Flucht über die Grenze nach Tschechien oder Polen wäre fatal. Das würde eine Deindustrialisierung des Landes bedeuten“, sagt er. Zudem etliche Unternehmen durch die Pandemie schon gebeutelt seien und noch immer mit den Auswirkungen zu kämpfen hätten. So gebe es weiterhin Lieferschwierigkeiten bei Rohstoffen – und vieles wird teurer. So ist etwa im vergangenen Jahr der Holzpreis explosionsartig angestiegen.

IHK schreibt Brief an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck

Um vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen zu schützen, wandte sich die IHK in einem Brief an Robert Habeck (Grüne), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz. So wird daran etwa die Herauslösung von kleineren Unternehmen aus der EEG-Umlage und die vorrübergehende Aussetzung der CO2 Bepreisung gefordert. „Vor allem kleinere Unternehmen gehen an der Substanz“, sagt Jens Warnken.

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So fordert die IHK auch, dass vor allem ihnen direkte Zuschüsse gegeben werden. Bis her hat der Bundeswirtschaftsminister auf das Schreiben noch nicht geantwortet – Jens Warnken hofft, dass sich das noch ändert.

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Von Steve Reutter

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