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Eichwalde

Ist das die größte Bier-Etiketten-Sammlung der Welt?

Der Eichwalder Bernd Speer hat etwa 21.000 Bier-Etiketten in seiner Sammlung. In einem Archivschrank sind die kleinen Bildchen in Karteikästen nach Bundesländern sortiert.

Der Eichwalder Bernd Speer hat etwa 21.000 Bier-Etiketten in seiner Sammlung. In einem Archivschrank sind die kleinen Bildchen in Karteikästen nach Bundesländern sortiert.

Eichwalde. Bier-Etiketten sind das große Hobby von Bernd Speer aus Eichwalde. Die bunten Bildchen, die auf jeder Bierfalsche verraten, welche Sorte Bier darin ist und aus welcher Brauerei dieses Bier kommt, sammelt er mit Leidenschaft. Speer hat sich auf Bier-Etiketten aus Deutschland spezialisiert. Etwa 21.000 dieser wichtigen Informationsträger auf Bierflaschen von ungefähr 1200 verschiedenen Brauereien hat er unterteilt nach Bundesländern in extra dafür angefertigte Karteikästen in einem Archivschrank sortiert.

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Sammelleidenschaft begann bei Familienfeier

Geweckt wurde Speers Sammelleidenschaft für die kleinen bunten Bildchen in seiner Kindheit, als er sich bei Familienfeiern zwischen all den Erwachsenen langweilte. Wenn seine Großmutter Geburtstag feierte, legte sie die Bierflaschen immer in eine Wanne mit kaltem Wasser, um das Bier für die Gäste zu kühlen. Nach kurzer Zeit im Wasser lösten sich die Etiketten von den Flaschen und schwammen im Wasser herum. Sie herauszufischen, zu trocknen und in Kartons zu verstauen, habe die Feiern dann doch noch spannend gemacht.

Seit dem Jahr 1963 sammelt Bernd Speer Bier-Etiketten. „Es ist zu einer großen Konstante in meinem Leben geworden, die bunten Zettelchen zu sammeln“, sagt Bernd Speer. Sie erzählen etwas über die Herstellung des Bieres und sie geben Auskunft über die Geschichte der Brauereien. Die Bedeutung des Bieres vom Grundnahrungs- bis Genussmittel, aber auch Epochen ihrer Verwendung in unterschiedlichen politischen Systemen ist auf vielen Bier-Etiketten zu erkennen. Interessant seien der Wandel der gestalterischen Ausdrucksformen und die technischen Veränderungen im Druckerfahren und der Papierbeschaffenheit. „Ich könnte über nahezu jedes Etikett eine Geschichte erzählen“, sagt Bernd Speer.

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Beliebtes Sammelobjekt

Eine spezielle Beziehung hat Speer zum Etikett der Brauerei Mönnig in Berlin Steglitz. „Ich bin gleich um die Ecke aufgewachsen. Nur gab es zu meiner Zeit die Brauerei schon nicht mehr“, erzählt er. Die Brauerei Friedrich Mönnig in der Fronhoferstrasse in Steglitz wurde im 1907 gegründet und knapp 20 Jahre später im Jahr 1936 liquidiert. Das älteste Bier-Etikett in Speers Sammlung stammt aus dem Jahr 1883 und schmückte die Flaschen von Pollingerbräu in München. Die Brauerei wurde 1885 aufgelöst.

Bernd Speers Hobby nimmt viel Zeit in Anspruch. „Trotz des großen Zeitaufwandes macht es Spaß, und ich bin immer dabeigeblieben“, sagt er. Im Laufe der Jahre hat er einen gewissen Perfektionismus im Jagen und Sammeln der Bildchen entwickelt. Etwas schwieriger sei heutzutage das Lösen der Etiketten von den Flaschen. Die Qualität des Papieres und Haftungsstärke des Klebers haben sich verändert. „Da versuche ich eben so lange, bis ich einen Weg gefunden habe“, erzählt Speer. Früher habe er abgelöst, getrocknet und gebügelt. „Da hab ich die Flasche in die Kühlung im Laden gestellt, hab’ sie nach einer Weile wieder herausgeholt, und durch die Erwärmung hat sich das Etikett abgelöst“, so Speer. Heute legt er die Etiketten zwischen Löschblätter in eine alte Buchdruckpresse.

Gesammeltes Wissen im Archiv

Um Ordnung in seine Sammlung zu bringen, hat Speer vor 30 Jahren damit angefangen, eine elektronische Datenbank aufzubauen. Das Programm dazu musste er damals noch selbst schreiben. Nun stecke da alles drin, was es an Bier-Etiketten gibt oder gab. Aus der Datenbank ist mittlerweile ein Archiv geworden, nutzbar für alle, die wie Speer ein Faible für Bier-Etiketten haben und die etwas mehr über die Geschichte des Bieres und der Brauereien erfahren möchten.

Im Internet auf www.speer-fuchs.de finden Interessenten Wissenswertes über Bier-Etiketten. Da gibt es unter anderem eine kleine Geschichte der Bier-Etiketten sowie Links zu Bierdeckelseiten, DDR-Brauereien und Kuriositäten rund ums Bier. Ahnen- und Heimatforscher, Autoren und sogar Brauereien greifen auf das gesammelte Wissen zurück. Auch Filmproduzenten haben sich schon Rat geholt, welche Bierflaschen auf dem Tisch stehen müssen, wenn beispielsweise die Szene in einem Film in einem Berliner Arbeiterviertel in den 1920er Jahren spielt.

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Froh über Unterstützung

„Ich bin froh über Unterstützung und bin offen für Interessenten, und wenn jemand ein olle Bierflasche für mich hat, freue ich mich“, sagt Bernd Speer. Und wenn er mal etwas mehr Zeit haben sollte, möchte er sich ganz gern selbst im Bierbrauen ausprobieren.

Weitere Informationen sind auf www.speer-fuchs.de zu finden.

Von Gerlinde Irmscher

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