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Königs Wusterhausen

Erzählcafé auf dem Funkerberg

Yaser Mohammad (l.) und Marcel Deiß bei den Kulturtagen auf dem Funkerberg

Yaser Mohammad (l.) und Marcel Deiß bei den Kulturtagen auf dem Funkerberg

Königs Wusterhausen. Das Erzählcafé „Flucht – Migration – Ankommen“ findet normalerweise einmal im Monat im Berliner Pfefferberg statt. Am Montagabend machte es Station bei den Bergfunk-Kulturtagen auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen. Es ist eine besondere Form der biografischen Arbeit und gibt Raum für die Begegnung interessierter Menschen zu einem bestimmten Thema. In einer geschützten, intimen Atmosphäre berichtet ein Gast mit beruflichen und persönlichen Erfahrungen zu Flucht, Migration und Ankommen über seine persönlichen Eindrücke und Erlebnisse. Dem Gast wird für seinen Bericht eine Stunde Zeit eingeräumt und nach einer kurzen Pause gibt es einen Frageteil, bei dem jeder seine persönlichen Fragen stellen kann.

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Gast war an diesem Abend Yaser Mohammad. Der 21-jährige Syrer lebt seit zwei Jahren und acht Monaten in Deutschland. Die Moderation hatten Conny Martina Bredereck, Supervisorin und Dozentin an der Alice Salomon Hochschule Berlin, und Marcel Deiß, Sozialarbeiter und Leiter einer Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen, übernommen.

Die deutsche Sprache sitzt

Es sei für sie schon etwas ungewohnt unter freiem Himmel, denn die Veranstaltung finde sonst immer in einem geschlossenen Raum statt, sagte Conny Martina Bredereck bei der Begrüßung. Sie sagte aber auch, dass es eine tolle Atmosphäre sei und sich die Beteiligten auf den Abend freuen. „Eine Bitte habe ich: Es darf nicht passieren, dass sich Yaser im Frageteil unwohl fühlt, sich rechtfertigen muss“, so Bredereck.

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Yaser Mohammad, Sohn eines Zahnarztes, lebte in einem Dorf an der jordanischen Grenze. Als der Krieg ausbrach – er war 15 Jahre alt – ging die Familie nach Jordanien. Dort fühlte er sich allerdings nicht wohl. „Ich bin abgehauen und zurück in mein Heimatdorf“, sagte er. Mit 17 zog es ihn nach Damaskus, wo er sein Abitur machen wollte. Wie er letztendlich nach Deutschland kam, erzählte er anschaulich und ohne ins Stocken zu geraten, denn er beherrscht die deutsche Sprache inzwischen nahezu perfekt. Er berichtete von seiner Ankunft in Berlin und davon, dass er sich nicht willkommen fühlte.

Ankommen heißt, auf eigenen Beinen zu stehen

Schnell fing er an, die Sprache zu lernen. Er stellte fest, dass man dies nicht nur in der Schule lernt, sondern den Kontakt mit den Menschen suchen muss. Ankommen heißt für Yaser Mohammad in erster Linie, auf eigenen Beinen zu stehen. „Noch bin ich auf den Weg dahin, das ist ein Prozess“, sagte er, obwohl er inzwischen eine eigene Wohnung hat, arbeitet und an der Kiron University ein Studium im Fach Soziale Arbeit aufgenommen hat.

„Das war ein spannendes Thema und sehr interessant, die Problematik mal aus erster Hand zu erfahren“, sagte Margarete Müller.

Von Gerlinde Irmscher

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