Pandemie

Königs Wusterhausen: In dieser Arztpraxis wird bald gegen das Coronavirus geimpft

Die Ärztin Katja Klugewitz (l.) und die Gesundheits- und Krankenpflegerin Marlene Hohlfeld vor der Praxis „Die Internistinnen im Zentrum“ in Königs Wusterhausen.

Die Ärztin Katja Klugewitz (l.) und die Gesundheits- und Krankenpflegerin Marlene Hohlfeld vor der Praxis „Die Internistinnen im Zentrum“ in Königs Wusterhausen.

Königs Wusterhausen. Nur ein paar Tage noch, dann kann Katja Klugewitz loslegen. Am Mittwoch wird die Medizinerin zum ersten Mal einen Patienten in ihrer Praxis gegen das Coronavirus impfen. "Endlich. Das ist für uns ein ganz besonderer Schritt", sagt sie. Denn das Impfen in den Arztpraxen ist für die Internistin eine Herzensangelegenheit: Sobald es möglich war, registrierte sie ihre Praxis in Königs Wusterhausen dafür.

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Am Dienstag bekommen sie und ihre drei Kolleginnen die ersten Impfdosen, ab Mittwoch geht es dann los. Damit alles reibungslos funktioniert, haben Klugewitz und ihr Team eigens Zeiträume nur für das Impfen geschaffen. Dass sie sich daran beteiligt, ist für sie selbstverständlich. „Wer, wenn nicht wir?“, sagt sie. „Das ist eine ganz wichtige gesellschaftliche Aufgabe, die wir nur gemeinsam bewältigen können.“

Mehr Vertrauen in den Arztpraxen

Denn die Vorteile für das Impfen in den Arztpraxen liegen für Klugewitz auf der Hand: „Wir kennen unsere Patienten, sie vertrauen uns und wir können individuell auf sie eingehen.“ Wer hat welche Vorerkrankung, welcher Impfstoff ist geeignet – und wen plagen vielleicht noch Zweifel? Besonders dafür will Klugewitz sich Zeit nehmen, auf Ängste und Sorgen eingehen. „Es ist wichtig, die Leute ernstzunehmen“, sagt sie.

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Denn auch sie kennt das mulmige Gefühl: Klugewitz selbst musste etwa mit den mRNA-Impfstoffen wie Biontech erst vertraut werden. Doch die Ärztin, die als Wissenschaftlerin zehn Jahre im Bereich Immunologie der Charité tätig war, vertraut diesen Impfstoffen. „mRNA wird sehr schnell abgebaut“, erklärt sie. Und: „Der Nutzen ist sehr viel größer als das Risiko.“

Klugewitz: Risiko ist sehr gering

Das gelte übrigens auch für den Impfstoff von Astrazeneca. Der hatte in den vergangenen Tagen für Furore gesorgt, weil die Ständige Impfkommission (Stiko) die Empfehlung für den schwedisch-britischen Impfstoff änderte, nachdem es vermehrt zu Hirnvenenthrombosen gekommen war. Das hat auch Katja Klugewitz mitbekommen. „Es ist gut, dass das jemand aufmerksam beobachtet. Das Leben und die Gesundheit sind ein hohes Gut.“

Allerdings verweist sie auch darauf, dass das Risiko äußert gering sei. „Wir reden von einem sehr seltenen Ereignis“, sagt sie in Bezug auf die schweren Nebenwirkungen. Auch bei anderen Therapien und Medikamenten – etwa der Antibabypille oder Darmspiegelungen – gebe es ein Risiko, mitunter sogar ein höheres. Es gelte stets, das abzuwägen.

Ärztin und Team sind selbst geimpft

Sie und ihr Praxisteam haben das für sich selbst übrigens schon getan: „Wir sind alle durchgeimpft und können das nur empfehlen“, sagt sie. Und auch viele Patienten hätten schon Interesse am Corona-Impfstoff signalisiert. „Die Nachfrage ist sehr hoch.“ Damit die Patienten ab Mittwoch auch die Impfung bekommen, hat sie die Randzeiten reserviert, Kühlräume geschaffen und ausreichend Platz dafür organisiert. Läuft alles wie geplant, können in der Praxis zwei bis drei Impfstraßen entstehen. „Wir sind dann ein eigenes kleines Impfzentrum“, sagt sie und lacht.

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Dass in den großen Impfzentren über Ostern nicht geimpft werden soll, kann die Ärztin hingegen nicht verstehen. "Ich würde mir wünschen, wir würden ein bisschen weniger ,German Angst' haben." Durch einen Forschungsaufenthalt in den USA sei sie mit der "zupackenden", pragmatischen Krisenbewältigung dort vertraut – und wünscht sich auch hier mehr Mut, auch mal neue, andere Wege zu gehen. "Der Impfstoff muss doch an die Leute gebracht werden."

Von Johanna Apel

MAZ

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