Stadtgeschichten

Königs Wusterhausen: Die KW-Detektive sind Ermittler in Sachen Heimatgeschichte

Sie sind die „KW-Detektive“: OliverNippert, Rainer Kugel, WolfgangWick und Claus Judeich (v. l.).

Sie sind die „KW-Detektive“: OliverNippert, Rainer Kugel, WolfgangWick und Claus Judeich (v. l.).

Königs Wusterhausen. Lupenreine Spürnasen. Das sind Rainer Kugel, Wolfgang Wick, Oliver Nippert und Claus Judeich. Mit kriminalistischem Eifer stöbern die KW-Detektive spannende Themen und interessante Gäste für ihre Vorträge in der Stadtbibliothek auf. Hier lädt das Quartett zu kurzweiligen Zeitreisen ein.

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KW-Detektive machen Heimatgeschichte in Vorträgen zum Thema

„Königs Wusterhausen hat keinen offiziellen Ortschronisten“, sagt Wolfgang Wick (70). Also entschieden sich die vier ehrenamtlichen Heimatforscher dafür, diese Lücke zu schließen und ihr Wissen in unterhaltsamer Weise weiterzugeben. „Wir wollen nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch schöne Geschichten entdecken“, skizziert Claus Judeich den Anspruch an öffentliche Auftritte.

"Als KW-Detektiv sollte man auch eine kriminalistische Ader haben", so Wolfgang Wick. Regelmäßig sucht er auf Trödelmärkten nach zeitgeschichtlich interessanten Dingen und Dokumenten. Davon hat Rainer Kugel reichlich zusammengetragen. Er kennt KW wie kein anderer und verfügt über einen gewaltigen Fundus. Mehr als 300 Aktenordner voller Fotos und Schriftstücke füllen den Keller seiner Wohnung. "Schon in der Schule habe ich mich für Geschichte interessiert", so der 75-Jährige. Straßauf, straßab putzte der pensionierte Kamera-Assistent Klinken, plauschte mit älteren Leuten über längst vergangene Zeiten, hielt alles handschriftlich fest.

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Königs Wusterhausen: Heimat auf alten Postkarten entdecken

Oliver Nippert (49) entdeckt seine Heimatstadt auf alten Ansichtskarten. Eine um 1900 entstandene Aufnahme von einer Brücke inspirierte den Schlosser zu einem Vortrag mit Brückenschlägen in die Vergangenheit. „Wir sind eine ziemlich bunte Truppe. Also musste auch ein witziger Name her“, sagt Claus Judeich. Konkurrenzlos war sein Vorschlag „KW-Detektive“.

Zufällig stieß der pensionierte Kameramann im Internet auf ein von Christoph Schöne gezeichnetes Comic mit zwei lustigen Figuren. Kurzentschlossen wandte sich der 70-Jährige über Schönes Verlag an den Münchener Illustrator. Der wiederum fand die KW-Detektive so witzig, dass er ihnen die Rechte an dem Comic für einen symbolischen Betrag überließ. Am Computer fügte Claus Judeich eine Figur und das Stadtnamenskürzel „KW“ hinzu. Fertig war die Druckvorlage für die T-Shirts der KW-Detektive.

KW-Detektive tauchen seit Juni 2021 in die Heimatgeschichte ein

Erstmals gab sich das lokalgeschichtliche Ermittlerteam Anfang Juni 2021 öffentlich zu erkennen. Bei der Premieren-Veranstaltung drehte sich alles um Entstehung, Eigentümer und Erwerbszweck der Wassermühle am Jagdschloss. Ermutigt vom großen Zuspruch der begeisterten Zuhörer laden die sympathischen Schnüffler seitdem regelmäßig zu Heimatabenden ein. „Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Leute bei Wind und Wetter zu uns in die Stadtbibliothek kommen“, sagt Rainer Kugel.

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Äußerst gut besucht waren beispielsweise zwei Vortragsabende, an denen Wolfgang Wick und er Anekdoten über die Berliner Straße zum Besten gaben. Beide kennen diese Gegend am Fuße des Funkerbergs aus dem Effeff. Kugel wuchs hier auf. Wick, der vor vier Jahrzehnten in die Stadt zog und seit sieben Jahren den Verein „DDR-Alltagskultur“ leitet, war sein Nachbar. „Bei diesen Vorträgen ist es uns gut gelungen, Anwohner und Hauseigentümer einzubeziehen“, blickt Wolfgang Wick zurück. Beispielsweise war Sattlermeister Lars Belger zu Gast, der in der Berliner Straße 26 in dritter Generation lebt und arbeitet.

Nächster Termin der KW-Detektive am 7. Dezember mit Vortrag zum Krankenhaus in Königs Wusterhausen

Stadtbekannte Leute sind auch künftig bei den KW-Detektiven zu Gast. Gemeinsam erzählen sie an jedem ersten Mittwoch im Monat ab 18 Uhr in der Bibliothek Geschichten. In diesem Jahr ist noch ein Termin geplant: Am 7. Dezember steht das Thema "125 Jahre Krankenhaus KW und Naturheilkunde zum Anfassen" auf dem Programm. Die KW-Detektive präsentieren einen Vortrag von Bärbel Wiedemann. Der Eintritt ist frei.

Dieser Artikel ist erschienen im Stadtmagazin Königs Wusterhausen 3/2022

Von Frank Pechhold

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